Welcome Arusha
February 6 in Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C
Der Zwischenstop in Istanbul war schon krass. Ein riesiger Flughafen hat uns empfangen mit echt langen Wegen und heftigen Preisen. Ein belegtes Brötchen wurde mal eben für 18 Euro angeboten. Für eine Packung Baklava wurden bis zu 50 Euro aufgerufen. Man fragt sich schon, wer das bezahlt. Wir haben trotzdem geshoppt und für 10 Euro eine 1l Flasche Martini erstanden, was wir als echtes Schnäppchen empfunden haben.
Der Anschlussflug startete pünktlich und kaum waren wir in der Luft, wurden wir von heftigen Turbulenzen begrüßt. Allerdings war das der harmlose Teil des Fluges, denn die kompletten Stunden hat ein Baby geschrien und die Eltern haben es brav den Flugzeuggang hoch und runter getragen, so dass alle etwas davon hatten. Warum man sich so etwas als Eltern antut werde ich nie verstehen… Die Turbulenzen haben wahrscheinlich einen kleinen Vorgeschmack von den Straßen durch die Nationalparks vermittelt. Pünktlich um 2.25 Uhr nachts ist der Flieger am Kilimanjaro Airport gelandet.
Ein Teil der Leute ist sitzen geblieben, da der Flieger weiter nach Sansibar fliegt. Wir haben uns mit unserem Online Visum in die Schlange gestellt und waren dann gegen 3.30 Uhr eingereist. Am Ausgang stand wie erwartet der Fahrer mit unserem Namen.
Da der Flughafen östlich von Arusha liegt, sich unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage aber 30 km westlich von Arusha befindet, haben 69 km Autofahrt auf uns gewartet. Dies hieß 90 Minuten Fahrt durch das nächtliche Tansania. Auch hier herrscht wieder Linksverkehr, was wir vor kurzem ja erst auf den Seychellen hatten. Von unserer Umgebung haben wir aber außer sehr vielen Querrillen auf der Straße, die zum langsam Fahren animieren sollten, leider nichts gesehen. Da wir wussten, dass wir um so eine doofe Uhrzeit landen, haben wir im voraus eine Prenight gebucht. An der Kutoka Lodge hat bereits ein Mann auf uns gewartet und uns nach dem Einchecken auf unsere Zimmer gebracht.
Und so lagen wir ziemlich genau 24 Stunden nachdem unser Wecker ging, um 5.15 Uhr wieder im Bett.
Um 10.30 Uhr haben uns der Wecker und eine anschließende Dusche wieder wach gerüttelt. Die Sonne hat uns empfangen: „Herzlich Willkommen in Afrika“ Wir hatten letzte Nacht noch Frühstück bestellt und der Kaffee hat weiter geholfen. Nach dem leckeren Frühstück haben wir uns die Anlage etwas angeschaut und wieder fast ein schlechtes Gewissen bekommen. Hier springen mehr Angestellte als Gäste herum.
Seit ca 7 Jahren werden hier mehrere kleine Gästehäuser gebaut, der Pool scheint recht neu fertig gestellt zu sein.
Wir haben uns und unsere Klamotten etwas sortiert und uns mit Sonnencreme eingeschmiert. Leider hat sich der Himmel gegen Mittag zugezogen und es hat richtig angefangen zu regnen. Hier können wir unsere WetterApp mal richtig vergessen… Um 14 Uhr wurden wir zu einer halbtägigen Stadtrundfahrt in Arusha abgeholt. Ein Guide und Fahrer haben uns in die Stadt gebracht und ein bisschen über ihren Arbeitgeber erzählt. Tansania Specialist ist ein holländisches Unternehmen, hat hier 200 Safarifahrzeuge und über 300 Guides beschäftigt. Der Guide sprach super deutsch, was er in einem 7monatigen Sprachkurs gelernt hat. Er ist 23 Jahre alt und darf erst mit 25 auch als Fahrer arbeiten. So lange darf er nur mitfahren. Sein Ziel ist es, Safaris leiten zu dürfen. Toll, solche zielstrebigen junge Leute zu sehen. Auf der Fahrt in die Stadt hat es geschüttet und trotzdem war es total schön und spannend, das afrikanische Leben zu sehen, das so anders als das unsere ist.
Am Straßenrand wurde alles mögliche verkauft, der Verkehr war chaotisch und wir sind jetzt schon froh, einen Fahrer zu haben. Vor allem können wir so das ganze Gewusel auf uns wirken lassen und müssen nicht selber fahren.
Unser erster Stop war bei der African Art Gallery, wo unzählige Künstler ihre Kunst verkauft haben. Wahrscheinlich ärgern wir uns später wieder, hier nichts eingekauft zu haben.
Hier gab es alles, was das Herz begehrt und was man nicht braucht. Vor allem aber kein Chinakram.
Der nächste Stopp war am Frauenmarkt, wo diese Massen an Obst und Gemüse verkauft haben, authentischer geht es nicht. Außer Äpfeln wächst hier alles in der Gegend.
Eine Treppe hoch sind wir auf dem Fleischmarkt gelandet, wo wahrscheinlich jeder Deutsche genau nichts essen würde.
Die Hühner wurden in Käfigen gehalten und haben auf ihr Ende gewartet ohne es zu wissen.
An einem Stand wurden uns von einem netten Herren seine Gewürze angepriesen und natürlich konnten wir anschließend nicht gehen, ohne etwas zu kaufen. Er hat wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens gemacht.
Wir haben am Automaten Geld abgehoben, 400.000 Schilling, ca 130 Euro waren der Höchstbetrag und unsere Portmonaies platzen fast wegen der Menge Scheine. Mit dem Auto ging es vorbei am Clock Tower, der den Mittelpunkt von Tansania, Kenia und Uganda kennzeichnet.
Kurz danach sind wir noch am Minara Uhuru vorbei gefahren, dem Denkmal, das für die Unabhängigkeit Tansanias in 1961 steht. Damals hieß das Land noch Tanganjika, nach dem Zusammenschluss mit Sansibar in 1963 hat sich das Land dann in Tansania umbenannt. Arusha hat mit seinen umliegenden Regionen 2,3 Mio Einwohner. Townships wie in Südafrika gibt es nicht. Es gibt zwar durchaus auch arme Menschen, die leben aber überall in der Stadt verteilt.
Der nächste und letzte Programmpunkt des Tages war die Twiga Brauerei, die einzige Brauerei Tansanias. Sie wurde in 2015 gegründet und uns wurde die Gründungsgeschichte mit all ihren Hindernissen erzählt, was recht interessant war. Und natürlich haben wir auch ein Biertasting gemacht.
Auf dem Weg zurück zur Lodge sind wir in einem Monsterstau gelandet. Aus einer 2spurigen Straße wurde eben mal eine 5spurige Straße gemacht und es ging gar nichts mehr. Die LKWs sind einfach rechts den Abhang runter und sind auf dem Feld weiter gefahren. Zwischendurch Mopeds und Fußgänger – was ein Chaos. Gegen 20 Uhr waren wir zurück in der Lodge, voller neuer toller Eindrücke und super hungrig. Nach dem Abendessen sind wir ins Bett gefallen, um für morgen fit zu sein, denn dann starten wir in die Tierwelt Tansanias.Read more
















