• Lillehammer

    May 17 in Norway ⋅ ☁️ 11 °C

    Gegen 12 Uhr sind wir dann gen Norden weiter gefahren.  Wir haben uns entschieden,  Oslo nicht zu besuchen.  Erstens ist das Wetter nicht so toll und zweitens ist da heute aufgrund des Feiertags und der Umzüge in der Hauptstadt die Hölle los. 

    Der einzige offene Campingplatz hat außerdem nur schräge Wiesen zum Stehen und es hat jetzt tagelang geregnet.  Wir haben keine Lust,  auf der Wiese fest zu stecken… Vor Oslo haben wir Hunger bekommen und haben einen Burger King überfallen.  2 Menues für umgerechnet 35 Euro – herzlich Willkommen in Norwegen. Als wir in 2020 hier waren, haben wir die Erfahrung gar nicht gemacht,  da wir wegen Corona nie essen waren. Wir hatten damals alle Lebensmittel dabei und waren nur einmal in einem Supermarkt. Nach der Pause haben wir Oslo links liegen lassen und sind der gut ausgebauten E6 weiter gen Norden gefolgt. 

    Hier sind zum ersten Mal Mautstrecken aufgetaucht.  Wir waren mal wieder froh,  unter 3,5 Tonnen zu wiegen,  denn die Preise über 3,5 t waren teilweise doppelt so teuer wie die für Autos, zu denen wir noch zählen.  Meistens wurden für Autos 22 NOK angezeigt,  was ca.  2 Euro entspricht. Über  3,5 t waren es dann 47 NOK. Unser heutiges Ziel heißt Lillehammer,  ein Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1994. Einige Kilometer vor Lillehammer hat sich die nur noch wenig befahrene Autobahn in eine Landstraße verwandelt und es ging mit 80 kmh gemütlich weiter.  Hier fährt man echt entschläunigt. Seit Dänemark konnte man auf allen Straßen maximal 110 kmh fahren.  Im Wohnmobil kommt einem das fast entgegen,  auch wenn man manchmal noch etwas mehr Gas geben will. 

    Außerdem seit Dänemark sind fast alle neuen Autos nur noch E-Autos. Ein komplett anderes Bild als in Deutschland,  das sich aber durch alle drei nordischen Länder einheitlich durchzieht.  Anscheinend hängen nicht alle so an ihren alten Verbrennern wie die Deutschen.  Oder die Regierungen schaffen auch mehr Anreize, endlich auf Strom umzusteigen.  Auffällig ist,  dass von den vielen E-Autos Tesla die Hitlisten deutlich anführt.  Vor ein paar Jahren haben wir schon viele gesehen,  aber das Modell 3 ist das meist gefahrene Auto auf den Straßen.  Kein Wunder,  es ist in Norwegen für knapp 28.000 Euro erhältlich. 

    Wir sind entlang des Flusses Mjosa nach Lillehammer gekommen. Im Hintergrund sind die Skisprungschanzen aufgetaucht und auf einem Berg lag sogar noch etwas Schnee.  

    Direkt am Ufer ist ein Campingplatz,  den wir angesteuert haben.  An einem Automaten konnten wir uns einen Platz aussuchen und haben einen direkt am Wasser bekommen.

    Leider hat es kurz nach Ankunft wieder angefangen zu regnen,  so dass wir es uns im Camper gemütlich gemacht haben. Gegen 18 Uhr kam die Sonne wieder raus und da diese hier ja erst um 22 Uhr unter geht,  sind wir ins Zentrum von Lillehammer gelaufen.  Und wir waren total begeistert von dem knapp 30.000 Einwohner-Städtchen.

    Die Fußgängerzone war mit norwegischen Flaggen geschmückt und wir völlig underdressed. Alle Männer außer Andi hatten Anzüge an. Alle Frauen außer mir die norwegische Tracht.

    Auch alle außer uns hatten einen ordentlichen Alkoholpegel. Auf den Terassen der Restaurants wurde bei lauter Musik gefeiert,  echt schön.

    Mal wieder eine norwegische Stadt,  die uns sehr gut gefällt.  Vor allem,  weil hier das echte Leben ist und nicht die ganzen Kreuzfahrttouristen die Stadt fluten. 

    Am Himmel kamen wieder dunkle Wolken und daher sind wir zurück zum Campingplatz.
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