• Von Lillehammer nach Andalsnes

    May 18 in Norway ⋅ ⛅ 10 °C

    Der Tag hat heute mit Hausputz gestartet.  Bei einem Womo stehen immer mal andere Arbeiten an,  als seinen Koffer zu packen.  Grauwasser ablassen, Toiletten leeren und frisches Wasser tanken.  Runderneuert ging es dann zu den Olympiastätten von 1994. Man kann die Athleten schon verstehen,  dass sie bei einigen letzten Olympiaden nicht begeistert waren,  dass alles so weit auseinander liegt. Hier ist das Gegenteil der Fall. Unterhalb der Sprungschanzen ist die Eissporthalle, die Biathlon- und Langlaufstrecken sind auch direkt dabei. 

    An den Schanzen hat Andi mit KI die olympische Flamme wieder zum Brennen gebracht.

    Eine Tafel hat die Hochzeit des Deutschen Skisprungs gefeiert.  Das Einzelspringen hat damals Jens Weissflog gewonnen,  das Mannschaftsspringen die Deutsche Mannschaft. 

    Das heutige Springen habe ich gewonnen…

    Für uns ging es weiter auf der E6. In Ringebu sind wir abgebogen, da dort eine typisch norwegische Stabkirche steht. Leider war sie geschlossen,  so dass wir sie nur von außen betrachten konnten.

    Auch auf der heutigen Strecke gab es wieder einige Mautabschnitte. In Norwegen ist die Maut in der Regel nicht dauerhaft. Strecken, Brücken oder Tunnel sind meist nur für 10 bis 15 Jahre mautpflichtig. Sobald die Baukosten abbezahlt sind, wird die Mautstation abgebaut und der Abschnitt ist kostenfrei. Wir sind wieder durch unzählige Tunnel gefahren,  die meisten mehrere Kilometer lang. Je weiter wir gekommen sind,  umso öfter waren die Berge noch schneebedeckt und die Bäume noch in sehr zartem Grün. 

    In Dombas, das auf 643 m liegt,  haben wir inmitten schneebedeckter Berge getankt und eine Pause gemacht.  Wir haben seit Tagen das erste Mal die E6 verlassen und sind in Richtung Küste abgebogen.  Die folgende Strecke kam uns irgendwie bekannt vor und wir sind sie tatsächlich in 2020 schon mal gefahren.  Damals war das hier die nördlichste Ecke,  bevor wir über die Trollstigen gen Süden abgebogen sind.  Daher werden wir jetzt einen Gang zurück schalten und halten,  wo es uns gefällt.  Der erste Stopp ließ auch nicht lange auf sich warten.  Kurz hinter einer Baustelle haben wir eine tolle Eisenbahnbrücke und einen Wasserfall entdeckt.  Andi ist das erste Mal Drohne geflogen und ich bin einem steilen Weg bergab zu einem Fotopunkt gefolgt.  Der hat sich echt mal gelohnt. 

    Die Kylling Bridge besteht aus Granit und wurde von 1913 bis 1923 gebaut. Sie hat eine Länge von 76 Metern, der Bogen ist 42 Meter breit.  Durch die Brücke erfolgte der Anschluss des Eisenbahnnetzes von Dombas nach Andalsnes. Das Wetter hat sich immer mehr aufgeklart, es waren wenig Menschen unterwegs und wir haben spontan entschieden,  nochmal die Trollstigen hoch und wieder runter zu fahren.  Als wir letztes mal hier waren,  war alles wolkenverhangen. Um 18 Uhr sollte nicht mehr viel los sein und tatsächlich sind uns nur 2 andere Fahrzeuge entgegen gekommen.  Andi hat uns die gesamte Auffahrt mit der Drohne verfolgt. 

    Oben angekommen,  sind wir zu den Aussichtspunkten,  von wo aus man die tolle Straßenführung sehen konnte. 

    Der höchste Punkt der Straße liegt auf 852 m und 11 Haarnadelkurven winden sich den Berg hinauf.  Im Winter ist die Straße gesperrt und oben lag auch noch ordentlich Schnee. 

    Nach einiger Zeit haben wir uns wieder getrennt und sind die Strecke wieder zurück gefahren.

    Wir sind nach Andalsnes, wo wir uns auf einen Stellplatz direkt am Fjord gestellt haben.  Es war mittlerweile 20 Uhr,  die Sonne hat geschienen und wir haben eine Dose Ravioli verdrückt.

    Übrigens haben wir heute von der Öresundbrücke auch eine Mail bekommen,  dass sie uns die doppelten Kosten für die Brückenüberquerung erstatten.  Danke schön!
    Read more