• 3,2,1 Und ein neues Abenteuer beginnt

    August 21 in Czech Republic ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute bei Licht sieht das Gut Krassa echt ‚krass’ aus 😉. Leider gibt's hier keine Duschen und wir nutzen den guten alten Wasserkanister für eine schnelle Wäsche.

    Die Autos sind wie immer eine Augenweide. Jung, alt, hübsch, groß, nostalgisch. Ein Fest für Autoliebhaber. Der Trend geht aber zu jüngeren Autos, seit der SAC die Teilnahmeregeln gelockert hat.

    Das neue Roadbook kommt sogar in Spiralbindung, was super praktisch ist auf dem Beifahrersitz. Kurzes Durchblättern zeigt, dass es mittlerweile nicht nur Tagesaufgaben und Foto-Challenges gibt, sondern auch Umweg-Extraaufgaben. Falls man auf Sieg setzt und heute alles erledigen möchte, würde die reine Fahrtzeit bei über 10 Stunden liegen. Da der Start um 11 Uhr ist treffen wir die exekutive Entscheidung, die Rallye just for fun zu fahren und auch mal einem anderen Team die Chance auf den Sieg einzuräumen.
    Außerdem hat uns ein alter bekannter aus dem SAC Team gesteckt, dass ein Team ein Auto aus den 70ern hat und auch gewinnen möchte.. Unser Baujahr ist '89 und bei dem Unterschied hätten wir eh keine Chance, da es recht viele Bonuspunkte nach Autoalter gibt.

    Bei dem Balkan Express starten dieses Jahr 135 Teams, die insgesamt bereits jetzt schon 75.000€ an Spenden für unterschiedliche Zwecke gesammelt haben. Für einen Großteil der Teilnehmer ist es die erste Rallye.

    Als wir zur Startlinie rollen, lässt uns der Benz prompt im Stich und geht aus. Mal wieder Probleme mit der Lichtmaschine und Stromversorgung. Bei der letzten Rallye sind wir immerhin 6000km bis Tallinn gekommen, aber vielleicht ist da jetzt doch mehr im Argen. Wir bekommen spontan Hilfe und versuchen bei der Lichtmaschine einmal mit leichten Schlägen auf den Hinterkopf. Scheint zu helfen. Der Start gestaltet sich nervenaufreibend, da wir zwischen D und N wechseln und versuchen die Drehzahl in einem gute Ladebereich zu halten.

    Nach den ersten 10 Kilometern wird deutlich, dass diese Rallye um einiges schwieriger zu navigieren wird als bisher. Bei der European 5000 gab es viele kleinteilige Abzweigungen, die aber gut lesbar waren. Bei dem Baltic Sea Circle gab es wenig Abzweigungen und es ging fast nur gerade aus. Aber bei dieser Rallye gibt es viele Abzweigungen und die Orte haben alle super unleserliche Namen mit Buchstabenabfolgen, die einfach falsch aussehen. Hier ist der Beifahrer sehr gefordert. Weitere Hürde: Schilder am Ortsausgang zeigen nicht, was der nächste Ort ist. Super nervig.
    Wir lernen auch, dass unsere Karte im Maßstab von 1:200.000 zwar das genaueste ist, was wir bekommen konnten, aber eigentlich schon zu grob ist für die ersten Ziele heute.
    Ultimativ ist fahren die entspanntere Tätigkeit als Beifahrer sein (hier Navigation, beim Baltic Sea Circle die Recherche für die Challenges).

    Die ersten 10km sind bisher deutlich mehr adrenalingeladen als wir erfahrene Rallyeveteranen dachten.
    Read more