Tag 17 - Unruhige Nacht in den Bergen - 2793Km
September 28 in Greece ⋅ ⛅ 14 °C
Ein bisschen die Einsamkeit und absolute Ruhe (und gute Fotobedingungen) suchend ging es für mich gestern Abend in Richtung Gebirge. Im Abendrot schlängelt sich die enge Straße immer weiter hinauf, wird erst zu einer Schotter- und dann zu einer ausgewaschenen Felspiste.
Die letzten hundert Meter vor meinem spontan ausgewählten Nachtquartier werde ich von einer Gruppe Hütehunde verfolgt, welche offensichtlich heute Abend nichts Besseres zu tun haben als Cooni und mich zu taxieren. An Aussteigen aus dem Bus ist nicht zu denken und so lege ich mich früh ins Bett und freue mich auf eine Nacht in absoluter Ruhe.
Mitten in der Nacht. Ein penetrantes und immer schneller werdendes Piepen weckt mich aus einem tiefen Schlaf.
Der Gaswarner? Ich ertaste die Lärmquelle neben mir und quittiere den Alarm. Das Gerät zeigt 0:00 und 13°C an und es handelt sich nicht wie kurz angenommen um das Propan-/ Co- und Narkosegaswarngerät ,sondern um meinen Wecker. Den muss ich versehentlich eingeschaltet haben. Jetzt wo ich schonmal wach bin, merke ich erst, wie sehr der Bus vom immer mehr auffrischenden Wind ins Wanken gebracht wird. Immer wieder kommt ein besorgniserregendes Klappern vom Dach, dessen Herkunft undefiniert ist.
Eine der beiden Dachluken? Das Solarmodul? Die Umfeldbeleuchtung? Was auch immer es ist, ich habe Angst, dass es dem Wind nicht länger standhalten könnte und überlege, was ich mache.
Den Bus in den Windschatten des Berges stellen? Zu gefährlich wegen der Steinschlaggefahr.
Runter zu der Schutzhütte fahren? Kenne ich den Weg und dessen Zustand nicht genau.
Einfach um 90° drehen, um mit der Front im Wind zu stehen? Könnte gehen.
Und obwohl der Mond die Umgebung so hell ausleuchtet, dass ich für das Umparkmanöver keinerlei Beleuchtung benötige, wird selbiges dennoch direkt von meinen Leibwächtern (der Paw-Patrol-Bande – wie ich sie liebevoll getauft habe) kommentiert.
Wuff wuff Wuff (Ey – der Bus bewegt sich, lass mal gucken gehen)
Wuff wuff wuff (Ja stimmt, aber ist voll kalt und windig, habe echt kein Bock wieder den Berg hochzulaufen)
Wuff wuff wuff (Okay, dann lass uns einfach noch ein bisschen rumbellen. Macht den bestimmt nervös, weil er denkt, dass sonst noch jemand hier ist)
So oder so ähnlich muss die Konversation abgelaufen sein. Aufgrund des Sturms konnte ich nicht alles so genau verstehen.
Gegen 4 Uhr muss ich endlich wieder in den Schlaf gefunden haben. Kurz vor dem Einschlafen lies der Wind nach, die Hunde verstummten und das Thermometer zeigte eine Innentemperatur von 7,5°C an. Also fast optimale Bedingungen zum Schlafen.
Nach der anstrengenden Nacht überzeugt der Morgen dafür mit einer atemberaubenden Aussicht und warmen Sonnenstrahlen.Read more







