Graduation 🎓😍
May 19, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 21 °C
Heute stand er nun an - der Tag, auf den ich hingearbeitet habe!! Ich hätte nie gedacht, dass ich in gerade einmal 9 Monaten einen Master-Abschluss in den USA erreichen kann. Der Tag fing für mich um 9 Uhr morgens an. Ich habe mich schon mal fertiggemacht und meinen Anzug angezogen. Mit dem Bus bin ich dann ins Hotel gefahren, wo ich kurz gefrühstückt habe. Dann habe ich meine Graduation-Klamotten übergezogen: die Regalia, die Schärpen und natürlich den Hut. Der erste Blick in den Spiegel war mehr als vielversprechend. Als wir dann alle fertig waren, sind wir zu Fuß zur Panther Arena gegangen. Auf dem Weg dorthin haben sehr viele mir gratuliert und "Congratulations" zugesprochen - ein unglaublich tolles Gefühl! 😍Das Wetter könnte nicht besser für diesen besonderen Tag sein - strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Dort angekommen, waren bereits hunderte Graduates vor Ort. Was ich am Tag vorher nachgeschaut hatte: In den beiden heutigen Zeremonien erhalten über 3.300 (!) Studenten ihren Abschluss - einfach der Wahnsinn. Mit Minute zu Minute wurde ich immer nervöser, da die anderen noch nicht dort waren. Schließlich waren immerhin schon mal Mary und Josha und haben mit uns auf Josh gewartet. Dieser kam dann einige Minuten später und wir haben schon mal vorab Fotos gemacht, weil er direkt nach der Graduation fährt.
Um 13:45 Uhr war der Check-in für uns Graduates, um 13:20 Uhr waren die anderen immer noch nicht da. Ein paar Minuten trat dann das Ereignis, was meinen Geduldsfaden endgültig zum Reißen gebracht hat. Niemand anderes als Steph ruft mich an und fragt mich, wie sie die Sachen anziehen müssen. Mittlerweile auf 180 habe ich dann doch noch verhindert, dass sie eben nicht den Schlüsselanhänger, sondern die richtige Kordel am Hut befestigen.😂
Um 13:30 Uhr sind Josh und ich dann in den Check-in Bereich gegangen. Wir Graduates müssen nämlich einen anderen Eingang als die Zuschauer nehmen. Dort angekommen, hat jeder von uns ein Booklet mit den Namen aller Graduates und zwei Namenskarten bekommen, die wir ausfüllen mussten. Diese sind unglaublich wichtig, weil eine der Fotograf und die andere der Announcer bekommt, um meinen Namen vorzulesen, wenn ich über die Bühne laufe.
Josh und ich haben uns dann getrennt, weil ich als Master-Student weiter vorne sitze und er als Bachelor weiter hinten. Als ich gerade in den gekennzeichneten Bereich gehen wollte, habe ich direkt Leon und Steph gefunden. Somit ist doch noch alles gut gegangen, meine Aufregung hat sich vorerst gelegt und wir können uns jetzt auf die Zeremonie freuen. Die Reihen für die Graduate Students der Business School waren extra gekennzeichnet. Auf dem Weg dorthin habe ich noch meinen Prof. Mr. Michael getroffen, der mir persönlich gratuliert hat. "Congratulations! Very well done Sir!" Nun saßen wir dort in einem Meer voller Absolventen und Rängen gefüllt mit Zuschauern. Leider konnte ich meine Familie und die anderen nicht sehen, aber ich wusste, dass sie weit hinten sitzen. Zuerst wurde ein Video-Einspieler eingeblendet, wo angehende Absolventen kurz über ihre Pläne nach dem Studium interviewt wurden. Dann fing auch der Livestream über Kamera an - die Zeremonie wird nämlich live übertragen und später auf Youtube hochgeladen. Den Link habe ich vorher fleißig rumgeschickt, damit sie hautnah dabei sein können.
Zuerst hat die Kapelle der UWM einige Stücke gespielt, anschließend haben sich dann alle zur Nationalhymne erhoben! Einfach nur Gänsehaut pur, Nationalstolz und die USA passen zusammen und für diesen Anlass ist es mehr als angebracht.
Nach einigen Reden vom Chancellor und einem Prof von Leon und Steph wurden zuerst die Doktoranden aufgerufen. Anschließend waren die Graduates der School of Architecture & Urban Planning an der Reihe. Dann wurden wir, die Graduates des Sheldon B. Lubar College of Business, aufgerufen. Leon, Steph und ich standen dann hintereinander in der Reihe. Ab jetzt habe ich mich nur auf zwei Dinge konzentriert: bloß nicht die Namenskarten verlieren und auf keinen Fall auf der Bühne stolpern!
Auf dem Weg auf die Bühne über die Rampe musste jeder sein erstes Kärtchen dem Fotograf übergeben und es wurde ein Porträt geschossen. Dann ging es nun auf die Bühne und jeder hat dem Announcer sein zweites Kärtchen übergeben. Steph war als erster an der Reihe, gefolgt von mir und Leon. Als dann mein Name vorgelesen wurde, war ich voller Adrenalin und bin über die Bühne gelaufen. Zuerst wurde mir meine Zeugnismappe überreicht und die Hand vom Chancellor geschüttelt. Danach folgten Handshakes mit dem Dekan der Business School und mehreren Mitgliedern der Graduate School, deren Gesichter ich aber nicht kannte. Zum Schluss habe ich noch in die Menge gewunken, was man auf dem Video auch sehen konnte.
Während meines "walk across the stage" gingen mehrere Gefühle in mir vor:
- Unglaubliches Glücksgefühl und Stolz: Das Gefühl, hier vor tausenden Zuschauern für seinen Abschluss beglückwünscht, ist kaum in Worte zu fassen. Auf dem Weg dorthin wurden mir hier und da Steine in den Weg gelegt. Ein ständiges Auf und Ab, ob es mit dem Abschluss innerhalb 2 Semestern klappt. Dennoch habe ich nicht aufgegeben und habe am Ende mein Ziel erreicht! Und das auch mit mehr als guten Noten. Wobei: In meiner Zeugnismappe ist noch kein Diploma. Die Grading-Deadline ist (warum auch immer) erst nach der Graduation, weshalb eigentlich noch keiner offiziell seinen Abschluss hat. Es geht also mehr oder weniger nur um die Show.
- Erleichterung: Nach unzähligen Quizzen, Discussions, Midterms und Finals, Last-Minute-Abgaben und unendlichen Stunden ist es nun geschafft. Mein Master of Science in Management-Marketing. Vielleicht war das mein letztes Mal an einer Uni und ich muss nie mehr lernen!
- Dankbarkeit: Für eine unfassbar tolle Zeit in Milwaukee mit unbeschreiblichen Leuten. Großes Shoutout natürlich auch an Fulbright. Ohne das Stipendium wäre all das nie möglich gewesen. Und natürlich dankbar an meine Eltern und Felix, die den weiten Weg auf sich genommen haben, der sich auch für sie mehr als gelohnt hat!
- Trauer: Die Graduation bedeutet offiziell das Ende des Semesters. Das bedeutet auch, dass meine Zeit in den USA bald vorbei sein wird. Der Abschluss eines Kapitels. Wenn nicht sogar meines Studienverlaufs, falls ich in Osnabrück nicht weiter studiere.
Auch wenn das Ganze vielleicht mal eine Minute gedauert hat, ist das ein unbeschreiblicher Moment für mich gewesen. Er ersetzt auf jeden Fall meine Bachelor-Zeugnisübergabe, die wegen Corona ja leider nicht stattfinden konnte. Kaum realisiert, saßen wir dann auch wieder auf unseren Plätzen. Wir haben es geschafft! We did it! Turning the tassles! Einfach nur WOW!🎓🥳😍
Nach einer guten halben Stunde haben wir uns mit den bereits Graduierten aus der Arena begeben, wo wir auf meine Eltern und die anderen gewartet haben.
Nach gut 15 Minuten waren alle anderen draußen und haben uns allen herzlich gratuliert. Alle haben sich sowas von für mich gefreut. Colin und Grace haben mir sogar Blumen geschenkt - unfassbar nett! Ab nun war Fotosession vor der Panther-Arena in allen denkbaren Kombinationen angesagt. Nach gut 20 Minuten sind Leon und Steph dann mit uns zum Hotel mitgekommen, um zum Campus zu fahren und das Fotoshooting fortzusetzen. Steph hat auf der Fahrt uns alle mal wieder mehr als unterhalten. 😂 Am Campus angekommen, haben wir zuerst Fotos vor dem Lubar-Gebäude gemacht, danach ging es zur Fontäne. Dieser Spot war aufgrund des Wetters sehr begehrt und wir waren nicht die Einzigen. Von dort aus sind Leon und Steph wieder nach Hause gefahren, um sich fürs Essen später umzuziehen. Wir sind noch weiter zur Panther-Statue gezogen, dort war allerdings auch eine lange Schlange. Nach einer gefühlten halben Stunde war ich dann auch mal an der Reihe. Und die nächsten unvergesslichen Fotos waren im Kasten.
Danach ging es zurück ins Hotel, wo wir uns fürs Essen umgezogen haben und gut 20 Minuten zu Screaming Tuna, einem Sushi-Restaurant, gegangen sind. Einige Tage im Voraus hatte ich dort einen Tisch für uns alle reserviert. Nach und nach sind die anderen eingetrudelt und haben einen separaten Raum nur für uns bekommen. Als erstes wurden natürlich Getränke bestellt, danach das Essen. Ich habe mich für 3 verschiedene Sushi-Gerichte entschieden und einen Cocktail, der sehr gut gemischt war. Nach dem ersten Viertel war ich schon gut dabei 🥴. Mit fortschreitender Zeit konnte Steph es sich mal wieder nicht verkneifen und hat Mama gefragt, wie ich in meiner Kindheit war. Und ob ich schon immer so wild war. 😂😂😂
Nach gut 2 Stunden waren wir alle satt und gut drauf. Leon und Steph sind dann sehr spontan mit Felix und mir zu den Amis aus ihrem Winterim-Kurs in Budapest weitergezogen. Den anderen habe ich gesagt, dass wir den Abend über in Kontakt waren. Zum Pregamen waren wir dann bei Nicky, wo wir schon einige Wochen vorher waren. Anschließend haben wir sowohl Brothers als auch Trinity abgeklappert - beides hatte an diesem Abend geschlossen! Wir sind dann im McGillycuddy's gelandet, wo ich bisher noch gar nicht war. Der Laden hatte sogar einen Outdoorbereich mit DJ - sehr gute Stimmung war da. Harry, Seyda, Josha und Mary sind dann auch später wieder zu uns gestoßen. Wir alle hatten sehr viel Spaß und sind später auch noch zu The Harp gegangen, direkt am Fluss. Einen besseren Abend für meine Graduation hätte ich nicht haben können!
Gegen 2 Uhr war die Party wie gewohnt zu Ende. Steph, Felix und ich sind mit Uber wieder ins Hotel und in unsere Apartments gefahren.
Das war er dann also - meine Graduation in den USA! Ein neu hinzugekommener Punkt auf meiner Bucketlist - Check!Read more










