Underground City
July 2 in Turkey ⋅ ☀️ 30 °C
Die Lösung für Dimis Navihalterung fand sich schließlich noch am selben Abend. Der Rezeptionist unseres Hotels hatte einen Freund, der uns helfen konnte – und der kam auch prompt wenige Minuten später vorbei. Kurzerhand bauten wir den Tower in der Dunkelheit ab, und er nahm das kaputte Teil mit, um uns einen neuen und hoffentlich stabileren Ersatz anzufertigen. Der einzige Haken: Das Ganze sollte ein bis zwei Tage dauern.
Also entschlossen wir uns, erst einmal eine weitere Nacht im Hotel zu verbringen, bis wir mehr wüssten. Den Tag nutzten wir, um ein wenig Schlaf nachzuholen und unsere Motorräder vom Salz des Vortages zu befreien und wieder etwas auf Vordermann zu bringen. Am Abend waren wir dann immerhin etwas schlauer: Das Teil für Dimis Navihalterung sollte am Freitag fertig werden. So lange wollten wir allerdings nicht warten – und so wurde kurzerhand ein neuer Plan geschmiedet.
Heute ging es endlich auf dem TET weiter. Von der Gegend um Aksaray führte uns die Strecke zunächst durch die reizvolle Ihlara-Region rund um Belisırma und Güzelyurt, dann vorbei am Narsee – einem in einem alten Vulkankrater gelegenen See – bis nach Derinkuyu
Dort erkundeten wir die berühmte unterirdische Stadt, die uns schwer beeindruckte. Sie zählt zu den größten und tiefsten unterirdischen Städten Kappadokiens: In den weichen Tuffstein getrieben, reicht sie rund 60 Meter in die Tiefe und umfasst bis zu 18 Ebenen, von denen heute nur ein Teil zugänglich ist. In ihrer Blütezeit konnte die Stadt bis zu 20.000 Menschen samt Vieh, Vorräten und Werkstätten Schutz bieten – komplett mit Ställen, Lagerräumen, Weinpressen, Kapellen und einem ausgeklügelten Belüftungssystem über tiefe Schächte. Besonders faszinierend fanden wir die großen, runden Steintore, die sich von innen wie Mühlsteine vor die Gänge rollen ließen, um die Stadt bei Gefahr von innen abzuriegeln. Über Jahrhunderte diente sie den Menschen der Region – besonders den frühen Christen – als Zufluchtsort vor Überfällen, und unterirdische Tunnel verbanden sie sogar mit weiteren solchen Städten wie dem nahen Kaymaklı. Wiederentdeckt wurde die verschüttete Anlage übrigens erst 1963, als ein Bewohner beim Umbau seines Hauses zufällig auf einen dahinterliegenden Raum stieß.
Wieder ans Tageslicht getreten, ging es anschließend nordwärts über Kaymaklı weiter bis nach Göreme, mitten ins Herz Kappadokiens. Dort bezogen wir heute ein echtes Highlight: ein Cave Hotel, direkt in den Fels gehauen. Und weil wir morgen früh unbedingt den Sonnenaufgang über dieser einzigartigen Landschaft erleben wollen, ging es heute schon zeitig ins Bett.Read more

















TravelerWieder sehr interessant 😄