• Silauliy Kreuzhügel

    15. maj 2025, Litauen ⋅ 🌧 4 °C

    Da es eh aus Eimern gießt, hab ich mal ein bisschen Strecke nach Norden gemacht und bin in Silauliy, auf ein Parkplatz am See gelandet. Auf das tägliche Morgeneisbad möchte ich nicht verzichten. Kartoffel und Quark zum Abendbrot und gut ist es.

    So gegen drei heute Nacht hat es dann aufgehört zu schiffen, es fühlt sich deutlich kühler an in der Nacht, wenn es nicht nur kalt ist sondern auch noch regnet, zum Glück ist noch Gas da und die Heizung läuft. Am Morgen erst mal ein Bad im See, inzwischen ist das Wasser gefühlt nicht mehr kälter als die Luft (ca 6 Grad am Morgen), dann mal ein bisschen Arbeiten und zum Kreuzhügel.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berg_der_Kreuze

    Ich bin nicht sicher wie ich das finden soll, ein bisschen fühlt es sich an wie „die spinnen die Katholen“, oder wie eine mittelalterliche Pilgerstätte mit Gebeinen von irgendwelchen Heiligen. „Anfang der 1990er Jahre wurde von Studenten der Universität Vilnius ein Versuch unternommen, die Zahl der Kreuze, die sich inzwischen auf einer Fläche von einem Hektar neben dem Hügel ausbreiten, zu bestimmen. Bei 50.000 Kreuzen haben sie zu zählen aufgehört. Nicht mit einbezogen wurden damals die kleinen Kreuzanhänger und Rosenkränze, die an größere Kreuze gehängt werden.“

    Allerdings ist es als Symbol des nationalen Widerstands unglaublich spannend.
    „am 16. Juni 1959 befasste sich erstmals das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Litauens mit dem Hügel. Es wurde beschlossen, den angeblich heiligen Ort zu zerstören. Eine erste Vernichtungsaktion fand am 5. April 1961 statt. Hierbei wurden die Kreuze mit Bulldozern niedergewalzt, 2179 Kreuze vom Hügel geholt und die Holzkreuze verbrannt. Eiserne Kreuze wurden zum Schrott gegeben, die Stein- und Betonkruzifixe zerschlagen, vergraben oder im nahe liegenden Bach versenkt. Doch bereits in der nächsten Nacht wurden neue Kreuze errichtet. 1973, 1974 und 1975 wurden diese Zerstörungsaktionen des Regimes wiederholt, jedoch blieb der Kreuzzug der Kommunisten gegen den Berg der Kreuze erfolglos, wodurch der Berg zunehmend zum Symbol des nationalen Widerstands wurde.“
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