Zwischen gestern und morgen – ein Tag weniger auf See
24 Grad, ein milder Morgen und um 07:14 Uhr ein Sonnenaufgang, der das Meer in sanftes Licht taucht. Vor uns liegen noch 4.283 Seemeilen bis Busan – genug Zeit, um zur Ruhe zu kommen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Es ist inzwischen unser 25. Seetag, und man merkt: Der Rhythmus an Bord hat uns längst eingefangen.
Dieser Tag hat es allerdings in sich, denn wir spielen ein wenig mit der Zeit. In der Nacht stellen wir die Uhren von 03:00 auf 02:00 Uhr zurück und wechseln in die Zeitzone von Pago Pago. Und als wäre das nicht schon verwirrend genug, überspringen wir beim Überqueren der Datumsgrenze gleich den 4. Januar komplett. Ein ganzer Tag verschwindet einfach – kommt auch nicht oft vor, dass man Zeit verliert, ohne etwas dafür zu können.
Wir lassen den Tag entspannt angehen. Frühstück ohne Eile, ein paar Runden an der frischen Luft, das Meer als ständiger Begleiter. Nebenbei werden Fotos sortiert, Notizen ergänzt und Alltägliches erledigt – auch solche Dinge gehören auf See ganz selbstverständlich dazu.
Am Vormittag läuft für die Crew eine Sicherheitsübung, für uns ein stiller Hinweis darauf, wie viel Organisation im Hintergrund nötig ist, damit wir uns hier so sorglos treiben lassen können. Der Service ist etwas ruhiger, das Tempo insgesamt angenehm gedrosselt – passt gut zu einem Seetag zwischen den Zeiten.
Am Abend wird es dann wieder lebendiger. Musik, Shows und schließlich der große Moment um Mitternacht: Gemeinsam springen wir über die Datumsgrenze direkt in den 5. Januar. Ein Schritt nach vorn, ein Tag weniger im Kalender – und wieder ein kleines Kapitel mehr in dieser Reise, die uns immer weiter Richtung Asien trägt.