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Weltreise 2025 mit AIDAdiva

A 134-day adventure by Petra Read more
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    🇪🇸 , Spanien

    Seetag 61

    March 15, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 18 °C

    Heute lassen wir es ruhig angehen. Wir frühstücken spät, ganz ohne Hektik, und nehmen uns danach Zeit, unsere vielen Fotos zu sortieren. Dabei wird uns erst richtig bewusst, wie viel wir auf dieser Reise gesehen haben.

    Später gehen wir zu einem Vortrag von Michael Cornély, der über die Guanchen und die Vulkane von Teneriffa erzählt. Spannend, lebendig und genau die richtige Einstimmung auf Morgen.

    Nach dem Mittagessen erledigen wir noch etwas Organisatorisches: Wir buchen den Shuttle von Steinwerder zum Hamburger Hauptbahnhof. Ein kleiner Schritt – und doch einer, der uns daran erinnert, dass unsere Weltreise langsam ihrem Ende entgegengeht.

    Überhaupt sind die Edutainer an Bord echte Perlen. Sabine Luitjens spricht über Selbsthypnose, Katja Lau bringt mutigen Anfängern das Saxophon näher, Almut Irmscher liest Geschichten von Apokalypse bis Märchen, und Cornély hält unser Wissen über Länder und Geschichte frisch. Eine kleine „Uni auf See“ – unterhaltsamer kann Lernen kaum sein.

    Am Abend gäbe es viele Möglichkeiten: „Wicked“ im Kabinenkino oder Tanzen mit den Offizieren. Doch wir entscheiden uns erstmal für etwas ganz Einfaches. Wir stehen an der Reling, atmen die Meeresluft und schauen hinaus aufs Wasser.

    Und während sich unsere Diva heute spürbar durch die stürmischen Wellen arbeitet, laufen wir trotzdem unsere Runden, spüren den Wind und merken: Ein Stück Meer werden wir von dieser Reise wohl immer im Herzen behalten.

    Am Abend hieß es dann „Enter the Dancefloor“ – eine grandiose Show, die den Tag perfekt abgerundet hat.

    Ahoichen🚢
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  • Seetag 60

    March 14, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 19 °C

    Seetag – kleine Geschichten vom Schiff

    Heute lesen wir an der Rezeption eine Notiz zur Geschichte von AIDA Cruises. Die erste Reise startete am 11. Juni 1996 von Bremerhaven nach Palma de Mallorca, eine Doppelkabine kostete damals etwa 5.500 D-Mark. Ein kurzer Blick zurück – und wir mittendrin in der Gegenwart.

    Auch unser Schiff, die AIDAdiva, gehört inzwischen fest zur AIDA-Geschichte. Sie startete 2007 von Hamburg nach Palma und bekam 2025 während der „Evolution“-Werftzeit ein neues Konzept. Ein schönes Gefühl, mit genau diesem Schiff einmal um die Welt unterwegs gewesen zu sein.

    Wir schreiben am Blog, sortieren Fotos und schlendern über die Gänge. Im Flur entdecken wir Boxen, in die Reisende nicht mehr benötigte Dinge legen können – eine praktische Hilfe für die Crew am Abreisetag und eine nette Geste der Gäste.

    Nebenbei läuft der Vortrag über Funchal mit Lektor Michael Cornely, den wir im Hintergrund mitverfolgen.

    Nach der Mittagspause drehen wir ein paar Runden auf Deck 5, frische Luft, ein bisschen Bewegung, Meerblick.

    Am Abend lachen wir bei der Show von Thorsten Bär und lassen den Tag anschließend bei einem ruhigen Abendessen ausklingen.

    Ein ganz typischer Seetag: unspektakulär auf dem Papier, aber genau richtig für zwischendurch.

    Ahoichen 🚢
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  • Praia, Santiago, Kap Verde

    March 13 in Cape Verde ⋅ 🌬 20 °C

    Plateau: Menschen, Märkte, Graffitis

    Heute lassen wir’s gemütlich angehen. Die Insel kennen wir ja schon von früheren Landgängen, also steigen wir einfach in den AIDA-Shuttle und fahren hinauf ins Plateau – das alte Herz von Praia.

    Oben angekommen, machen wir das, was auf Reisen oft am besten funktioniert: einfach loslaufen. Ohne Ziel, ohne Plan. Die Sonne steht schon kräftig über den Dächern, in den Straßen herrscht geschäftiges Treiben. Menschen eilen zur Arbeit, Verkäufer bieten ihre Ware an, und überall diese bunten Fassaden, die im Licht fast glühen.

    Vorbei am Quartel General Jaime Mota, über den Largo do Memorial Amílcar Cabral, bis wir plötzlich vor einem riesigen Wandbild stehen – Cabral selbst, in kräftigen Farben und mit stolzem Blick. Man kann kaum wegsehen.

    Im Mercado Municipal wird’s lauter, enger, echter. Stimmen mischen sich, Obst duftet, Frauen bieten ihre Waren an. Hier schlägt das Herz der Stadt – laut und herzlich.

    Ein paar Straßen weiter stoßen wir auf erkennbare Spuren von Street Art: mehrere Graffitis nahe dem Instituto Nacional de Previdência Social. Mal politisch, mal einfach schön – kleine Kunstwerke im Stadtgewirr.

    Zum Abschluss landen wir noch im Mercado de Sucupira. Ein einziges Durcheinander, aber genau das macht’s aus: Stände drängen sich dicht an dicht, Händler rufen durcheinander, Taschen, Stoffe, Gewürze – alles in Bewegung.
    Später bringt uns der Shuttle zurück zum Schiff. Ein Tag ohne großes Programm, und gerade deshalb so gut. Farben, Stimmen, Eindrücke – Praia pur.

    Am Abend gibt’s noch was zum Schmunzeln: In der Prime Time steigt das Kochduell – Armen und Franz gegen Chris und Chefkoch Kevin. Es wird flott, unterhaltsam und sicher auch ein bisschen chaotisch am Herd – am Ende haben Armen und Franz die Nase vorn.

    Etwas verspätet legt die AIDA ab – 946 Seemeilen liegen vor uns, Kurs Santa Cruz de Tenerife, Spanien 🇪🇸 .

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 59

    March 12, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 21 °C

    Magellan und Notfälle

    Heute lohnt sich wieder ein Blick auf die Tafel an der Rezeption. Mit viel Fantasie gestalten Crewmitglieder – und diesmal sogar ein Gast von Deck 4 – sie jeden Tag neu: Kleine Geschichten, nette Fakten, liebevolle Details rund um Ferdinand Magellan und seine erste Weltumrundung.

    Noch bevor der Tag richtig Fahrt aufnimmt, erklingt die Stimme des Kapitäns: Das Schiff wird etwa drei Stunden früher in Praia ankommen – ein medizinischer Notfall macht es erforderlich. Solche Momente erinnern uns, wie unvorhersehbar und besonders das Leben auf See doch ist.

    Direkt im Anschluss begeistert Cornély mit seinem Vortrag über die Kapverden – informativ, unterhaltsam und mit seiner typischen Leichtigkeit vermittelt, ein echtes Highlight für alle Insel-Fans.

    Mittags versammelt sich die gesamte Crew auf dem Pooldeck zum großen Gruppenfoto. Hunderte Menschen aus aller Welt, vereint für diesen einen Moment – erst hier wird wirklich spürbar, wie viele helfende Hände täglich hinter den Kulissen dafür sorgen, dass an Bord alles reibungslos läuft.

    Nach dem Trubel der Mittagsstunden kehrt zunächst etwas Ruhe ein, bevor der Abend in entspannter Gesellschaft weitergeht: Gegen 18:30 Uhr steht ein Besuch im Rossini an – ein schönes Abendessen in angenehmer Runde mit Bekannten.

    Doch das Bordleben hat seine eigenen Gesetze, und schon wieder steht ein medizinischer Notfall auf der Tagesordnung. Kurzfristig steuern wir Dakar im Senegal an, wo ein Hubschrauber den Patienten übernehmen soll – nur um kurz darauf von der senegalesischen Seite eine Absage zu bekommen. Am Ende bleibt unsere Ankunft in Praia trotzdem punktgenau, als hätte das Meer selbst den Zeitplan im Griff.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 58

    March 11, Atlantischer Ozean ⋅ ⛅ 29 °C

    Mehr als 1.000 Tage auf AIDA! Ein emotionaler Rückblick auf unsere Weltreise, den Besuch auf der Brücke und das Gefühl, wenn das Meer zur Heimat wird.

    Ein Morgen wie jeder andere – und doch ganz besonders.

    Der Tag begann still, fast unscheinbar. Ein klassisches Frühstück mit Meerblick, das vertraute Klirren der Tassen und das leise Getuschel im Marktrestaurant. Wir ließen uns Zeit, so wie wir es auf dieser Reise gelernt haben.

    Die gewohnte Runde über Deck 5 zum Schritte zählen und Horizonte beobachten ist längst kein Termin mehr, sondern Körpergefühl.

    Doch um 11:30 Uhr in der Time Out Bar änderte sich die Dynamik. Eine Zahl stand im Raum, die uns selbst kurz sprachlos machte:

    1.000 Tage und mehr auf AIDA-Schiffen.

    Von rund 2.050 Gästen an Bord gehören wir zu den genau 21 Personen, die diese magische Schwelle bereits überschritten haben – und das mitten in unserer Weltreise, die wir seit November bestreiten.

    Gemeinsam mit den anderen „Tausendern“ ging es dorthin, wo sonst nur nautische Entscheidungen fallen: Auf die Brücke.

    Der Kapitän begrüßte uns herzlich und fand Worte, die wirklich ankamen.
    Die Überraschung: Stolz hielten wir unsere Urkunden in den Händen – und dazu gab es einen leckeren Muffin, verziert mit unserer persönlichen Tageszahl.

    Der Moment: Das obligatorische Foto mit dem Kapitän, herzliche Lacher und das Gefühl, ein fester Teil der Schiffsfamilie zu sein. (Foto wird nachgereicht)

    In der Panorama Bar ließen wir später bei einem Glas Sekt die Erinnerungen fließen. Geschichten von Stürmen, fernen Häfen und unverhofften Begegnungen machten die letzten drei Jahre wieder lebendig.

    Später an der Reling, ohne Land in Sicht, war es wieder da: Dieses unbeschreibliche Gefühl von Zugehörigkeit.

    Der Nachmittag gehörte der nächsten Generation. Beim „YOUNG STARS“-Talentprogramm standen die Kinder im Rampenlicht. Besonders beeindruckend war eine kleine Moderatorin, die mit erstaunlicher Würde durch das Programm führte. Es war so echt und unverstellt, dass man unwillkürlich lächeln musste.

    Den krönenden Abschluss bildete die Show der AIDA Stars: Magie der Filmklassiker. Ein würdiger Ausklang für einen Tag, der selbst ein wenig Kinoformat hatte.

    Über 1.000 Tage. Das Meer hat uns nicht losgelassen – und ehrlich gesagt: Wir wollen das auch gar nicht.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 57

    March 10, Atlantischer Ozean ⋅ ⛅ 27 °C

    Mitten im Atlantik schippert die AIDAdiva ruhig durch warme 27 Grad. Überall nur Wasser und Himmel – diese Weite hat etwas Beruhigendes. Noch rund 1.500 Seemeilen trennen uns von Praia auf der Insel Santiago der Kapverden.

    Am Vormittag lassen wir uns wieder von Lektor Michael Cornély in andere Zeiten entführen. Seine Geschichten über afrikanische Großreiche sind so lebendig erzählt, dass man ihm einfach gern zuhört.

    Mittags wird es auf dem Pooldeck dann richtig maritim: Neptun persönlich erscheint zur traditionellen Äquatortaufe. Mit viel Humor, Applaus und einer guten Portion Wasser wird die erneute Überquerung des Äquators gefeiert – ein kleines Ritual, das auf See einfach dazugehört.

    Am Abend sorgt Gastkünstler Terrél Woodbury im Theatrium für Stimmung. Mit kräftiger Stimme und viel Energie zieht er das Publikum schnell auf seine Seite.

    Als wir später noch einmal über das Deck gehen, läuft das Schiff ruhig weiter durch die Nacht. Irgendwo dort draußen wartet schon das nächste Ziel unserer Reise – und wir sind gespannt, was uns dort erwartet.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 56

    March 9, Atlantischer Ozean ⋅ ⛅ 28 °C

    Kleine Begegnungen auf großer Fahrt

    Heute haben wir erst einmal richtig ausgeschlafen. Kein Wecker, kein Zeitdruck – einfach aufwachen, wenn der Körper meint, dass es genug Schlaf war. Danach geht es gemütlich zum Frühstück, während draußen schon die Sonne kräftig vom Himmel brennt. Es ist heute erstaunlich heiß, selbst für einen Tag auf See.

    Am Vormittag hält der Kapitän seine Morgenandacht. Eine ruhige, fast feierliche Stimmung liegt über dem Raum, während draußen das Meer vorbeizieht. Kurz danach wartet schon das nächste kleine Highlight: Eine ganze Schule Delfine begleitet für eine Weile unser Schiff. Immer wieder tauchen sie auf, verschwinden und springen erneut aus den Wellen. Solche Momente lassen uns jedes Mal stehen bleiben und staunen.

    Später hören wir einen Vortrag von Michael Cornély über „Die Sklaverei – Ein ruchloser Handel, der drei Kontinente veränderte“. Mit viel Wissen und spürbarer Leidenschaft erzählt er von einem dunklen Kapitel der Geschichte. Es ist beeindruckend, wie lebendig und verständlich er dieses schwere Thema vermitteln kann.

    Der Nachmittag gehört dann ganz der Ruhe. Wir ziehen uns etwas zurück, lesen, dösen ein wenig und lassen die Zeit einfach vorbeiziehen. Auf Deck 5 entdecken wir schließlich noch etwas Besonderes: fliegende Fische. Immer wieder schießen sie aus dem Wasser, gleiten ein paar Meter über die Wellen und tauchen dann wieder ein. Ein faszinierender Anblick.

    Am Abend wartet das Abendessen, bevor wir uns mit Gästen aus Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern treffen. Gemeinsam mit den Gastgebern stoßen wir bei einem Glas Sekt an. Es wird viel erzählt, gelacht und natürlich auch ein wenig über Heimat gesprochen.

    Den Ausklang des Tages verbringen wir schließlich bei Wanda Kay. Mit Musik und guter Stimmung endet dieser warme Seetag ganz entspannt – und wieder einmal merken wir, wie schnell so ein Tag auf See vergehen kann.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 55

    March 8, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 25 °C

    8. März – Gemeinschaft auf See

    Heute ist ein besonderer Tag an Bord. Am Vormittag hören wir in der Ocean Lounge den Vortrag von Michael Cornely über die Seeschlacht von Trafalgar im Jahr 1805. Mit viel Leidenschaft und anschaulichen Geschichten nimmt er uns mit in eine Zeit, in der sich auf den Weltmeeren Geschichte entschied.

    Mittags wird es dann richtig lebendig auf der AIDAdiva. Von 12 bis 14 Uhr findet das „Family Club @ Sea“ statt – ein Treffen für unsere große Weltreise-Gemeinschaft. Über mehrere Decks verteilt gibt es überall etwas zu entdecken.

    Auf dem Pooldeck wird gegrillt: Tacos, Caesar Salad, Mac & Cheese und vieles mehr. Dazu stehen verschiedene Bars bereit, und irgendwo mischt DJ Tim seine Musik unter das Stimmengewirr. In der Ocean Bar spielt ein Gitarrist ruhige Acoustic-Sounds, während an anderen Stationen Cocktails, Desserts oder sogar Chai-Rum-Tee ausgeschenkt werden. Wer möchte, gestaltet Erinnerungs-Buttons, schaut beim Live-Cooking zu oder probiert sich einfach durch die vielen kleinen Leckereien.

    Zwischendurch gibt es eine kurze Eröffnung durch Kapitän Michael Schmid und die Hoteldirektorin, später treten Künstler aus dem Bordprogramm auf. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein großes, schwimmendes Sommerfest – nur dass ringsum nichts als Meer zu sehen ist.

    Der Höhepunkt kommt gegen 13 Uhr: Alle blicken nach oben und winken für das große Drohnenfoto. Ein Moment, der die besondere Gemeinschaft dieser Reise spürbar macht.

    Und als ob das nicht schon genug wäre, ist heute auch noch der Internationale Frauentag. Auf den Kabinen wartet für jede Frau eine kleine Aufmerksamkeit – eine einfache, aber sehr herzliche Geste.

    Ein Tag voller Begegnungen, Musik und vieler kleiner Momente, die zeigen, wie besonders diese Weltreise ist.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 54

    March 7, Atlantischer Ozean ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach dem Frühstück schnappe ich mir die Kamera und versuche mein Glück mit den fliegenden Fischen. Gar nicht so einfach – kaum sind sie aus dem Wasser, sind sie auch schon wieder verschwunden. Mehr Überraschung als Foto.

    Um 11:15 Uhr geht es zum Vortrag von Michael Cornely: „Rule Britannia – als Großbritannien die Welt regierte“. Geschichte, lebendig erzählt, mit viel Wissen und einer guten Portion Humor.

    Am Nachmittag wird es auf dem Pooldeck süß. Bei „Cake Around the World“ stehen Kuchen aus verschiedenen Ländern bereit, dazu Eisschokolade und Musik vom Gästechor der AIDAdiva.

    Auf der täglich neu gestalteten Tafel an der Rezeption entdecke ich dann noch einen kleinen Hinweis: 55 Jahre „Die Sendung mit der Maus“. Seit 1971 erklären die „Lach- und Sachgeschichten“ die Welt – und irgendwie gehört die kleine Maus einfach immer noch dazu. 🐭

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 53

    March 6, Atlantischer Ozean ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute ist wieder einer dieser angenehmen Seetage – die ideale Gelegenheit, etwas durchzuatmen und die Reise Revue passieren zu lassen.

    Der Morgen beginnt entspannt: Wir sortieren die Fotos der letzten Etappen und merken dabei, wie viel wir schon erlebt haben – von kleinen Gassen in den Häfen bis zu weiten Blicken über das Meer.

    Danach nehme ich mir Zeit, den Blog fertigzustellen. Während ich schreibe, kommen viele Szenen noch einmal zurück: Gespräche, Gerüche, Lichtstimmungen. Zwischendurch steht etwas Handwäsche an – auf langen Reisen gehört auch das dazu, und es hat fast etwas Beruhigendes.

    Am späten Nachmittag lockt die frische Luft. Wir drehen auf Deck 5 ein paar Runden, beobachten den tiefblauen Atlantik und genießen das stetige Rhythmusspiel von Wind und Wasser. Es ist diese besondere Ruhe auf See, die man nur mitten im Ozean findet.

    Vor uns liegen noch 3.190 Seemeilen, rund 5.900 Kilometer, bis nach Praia auf den Kapverden. Eine ordentliche Strecke – aber genau richtig, um Kraft zu tanken, bevor das nächste Kapitel der Reise beginnt.
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  • Walvis Bay, Namibia 🇳🇦

    March 5 in Namibia ⋅ ☁️ 16 °C

    Zwischen Lagune, Wüste und Atlantik

    Unser Morgen beginnt an der Walvis Bay Lagoon. Eigentlich ist dieser Ort berühmt für seine Flamingos – heute sind sie wohl im Homeoffice. Keine rosa Wolke aus Vögeln, nur Wasser, Licht und Weite. Vielleicht haben sie einen besseren Frühstücksort gefunden, vielleicht schlafen sie noch. Natur hält sich eben nicht an Reisepläne.

    Auch ohne Flamingos hat die Lagune etwas Beruhigendes. Das flache Wasser glitzert in der Sonne, ein paar Möwen ziehen ihre Kreise, und wir bleiben einen Moment stehen, um einfach hinauszuschauen.

    Danach fahren wir weiter nach Swakopmund. Die Straße gehört zu diesen besonderen Abschnitten: Links der Atlantik, rechts die Dünen der Namib Desert. Meer und Wüste fast Tür an Tür – ein Bild, das man nicht so oft sieht.

    In Swakopmund spazieren wir zunächst zum Swakopmund Jetty. Der lange Steg ragt weit in den Atlantik hinaus. Wir schauen den Wellen zu, beobachten das Treiben rundherum und bleiben diesmal an Land – manchmal reicht es, einfach nur aufs Meer zu schauen.

    Ein Stück weiter besuchen wir das historische Woermannhaus. Das markante Gebäude mit seinem Turm stammt aus der deutschen Kolonialzeit und beherbergt heute die kleine Stadtbibliothek. Innen ist es angenehm ruhig – fast so, als hätte man einen eigenen Rückzugsort mitten im Trubel der Stadt gefunden.

    Anschließend lassen wir uns treiben: Durch die Straßen schlendern, vorbei an noch vielen Kolonialhäusern, aber auch an kleinen, wunderschönen Cafés oder Restaurants, die zum Bummeln und Entspannen einladen. In den Souvenirläden gibt es überall kleine Entdeckungen, die man so nur hier findet.

    Zum Abschluss kehren wir im Village Café ein – klein, bunt, witzig und perfekt für eine Kaffeepause. Bei Kaffee und etwas Süßem lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Flamingos haben wir zwar keine gesehen, aber beeindruckend ist Namibia trotzdem immer wieder.

    Am Ende treffen wir unseren Fahrer wieder, der tapfer am Lighthouse auf uns wartet – dort, wo unsere kleine Runde begonnen hat. Ein entspannter Spaziergang, der uns wieder ein Stück Namibia mehr in den Kopf zaubert.

    Eigentlich wollten wir zum Abschluss noch zur Martin Luther Steam Locomotive, doch unser Fahrer hatte offenbar andere Pläne – oder schlicht keinen Sprit mehr. Also geht es direkt zurück zum Schiff nach Walvis Bay.

    Nächste Etappe: 3.190 Seemeilen (5.908 km) bis Praia auf den Kapverdischen Inseln.

    Ahoichen 🚢
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  • Lüderitz, Namibia 🇳🇦

    March 4 in Namibia ⋅ 🌙 14 °C

    Da wir Lüderitz schon öfter besucht haben, laufen wir heute hinaus auf die Halbinsel Shark Island – eine Mischung aus traumhafter Küste, verstreuten Lodges, einem Leuchtturm, Felsen und weiten Ausblicken.

    Am Ende der Landzunge betreten wir das Gelände, auf dem unter anderem das Nama & Ovaherero Genocide Monument steht. Einst war dies Teil des berüchtigten Lagers, in dem zwischen 1905 und 1907 viele Nama und Ovaherero unter extrem harten Bedingungen interniert wurden.
    Heute wirkt alles ruhig, fast friedlich, wenn man zwischen den Tafeln, Felsen und dem Meer steht – kaum vorstellbar, dass Teile dieses Ortes später sogar einmal als Campingbereich genutzt wurden.

    Zurück in der Stadt lassen wir uns durch die bunten Straßen treiben. Die Felsenkirche hoch über Lüderitz darf natürlich nicht fehlen – der Blick über Hafen, Dächer und Atlantik entschädigt für jeden Schritt bergauf.

    Im Diaz Coffee Shop & Restaurant stärken wir uns bei Kaffee und einer Kleinigkeit, genießen unsere kleine Pause und lassen die Eindrücke des Vormittags sacken.

    Danach führt uns der Weg entlang der alten Bahngleise, die noch leise von der geschäftigen Zeit des Hafens erzählen.
    Am Robert Harbour endet unser Spaziergang.

    Boote schaukeln im Wasser, Möwen kreisen, und uns wird einmal mehr bewusst: Auch vertraute Orte wissen neue Geschichten zu erzählen.

    Gegen 17:00 Uhr laufen wir in Richtung Walvis Bay, Namibia 🇳🇦 aus – 260 Seemeilen, rund 480 Kilometer.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 52

    March 3, Atlantischer Ozean ⋅ 🌬 18 °C

    Heute führte uns der erste Weg wieder an die Rezeption. Die netten Mitarbeiter wechseln dort täglich die Themen und geben kleine Einblicke in die Tierwelt, Häfen oder andere spannende Fakten unserer Reise. Heute standen die Quallen im Mittelpunkt.

    Wir lernten, dass diese uralten Meeresbewohner schon seit über 500 Millionen Jahren existieren, älter als die Dinosaurier. Sie treiben meist mit den Strömungen, besitzen weder Gehirn noch Herz und bestehen zu rund 95 Prozent aus Wasser. Bewegungen und Reaktionen werden über elektrische Impulse in einem simplen Nervennetz gesteuert. Gefressen wird Plankton, kleine Fische, Krebstiere und sogar andere Quallen. Harmlos sind die meisten Arten – etwas Abstand genügt völlig.

    In Walvis Bay selbst kennen wir uns inzwischen gut aus und überlegen nun, welche Ecken wir noch entdecken könnten. Heute brachte uns der Lektor nicht Neues, dafür bleiben die täglichen Informationen an der Rezeption ein schöner kleiner Wissensstopp. Ganz nebenbei mussten wir noch die Formulare für die Einreise ausfüllen – nichts Aufregendes, aber gehört eben dazu.

    So war es wieder ein ruhiger Tag voller kleiner Aha-Momente, Planungen fürs Land und der Freude, auch auf scheinbar bekannten Routen noch Neues zu entdecken.

    Ahoichen 🚢
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  • Kapstadt, Südafrika

    March 2 in South Africa ⋅ 🌙 12 °C

    Natürlich schön: Ein Tag im Kirstenbosch Garden

    Schon früh am Morgen liegen wir im Hafen von Kapstadt – direkt vor uns der Tafelberg, strahlend im Sonnenlicht, kein Wölkchen am Himmel. Ein Start, wie er kaum schöner sein könnte.

    Nach dem Frühstück steigen wir ins Uber und fahren zum Kirstenbosch National Botanical Garden. Schon nach den ersten Metern merken wir: Hier wird’s kein kurzer Spaziergang. Zwischen Duftgarten, Protea-Garten und den vielen Bereichen mit einheimischen Pflanzen gibt es an jeder Ecke Neues zu entdecken.

    Besonders beeindruckend ist, wie weitläufig und natürlich das Gelände wirkt – harmonisch eingebettet in die Hänge des Tafelbergs. Und dann das „Dell“, der älteste Teil des Gartens: schattig, grün, fast ein bisschen verwunschen.

    Natürlich darf auch unsere Kaffeepause nicht fehlen – mitten im Garten, mit Blick ins satte Grün. Der perfekte Moment, um kurz durchzuatmen und die Eindrücke wirken zu lassen.

    Immer wieder eröffnen sich herrliche Ausblicke auf Kapstadt und die umliegenden Berge. Oft bleiben wir stehen, lassen den Blick schweifen oder suchen uns ein schattiges Plätzchen zum Verweilen. Der Garten wirkt dabei nie künstlich, sondern wie eine gewachsene Landschaft – ruhig, authentisch und großzügig. Kein Wunder, dass aus einem geplanten Vormittag am Ende fast ein ganzer Tag wird.

    Am Nachmittag geht es zurück zur Waterfront. Wir bummeln gemütlich durch die Geschäfte und genießen das lebhafte Treiben – das perfekte Kontrastprogramm nach so viel Natur.

    Gegen 17:30 Uhr stehen die Zollformalitäten an – unspektakulär, aber schnell erledigt. Danach wartet das Abendessen, genau das Richtige nach so vielen Kilometern zu Fuß.

    Später am Abend kommen die lokalen Gastkünstler Dum Café an Bord und sorgen für beste Stimmung. Mit Musik, Trommeln und dem Gefühl eines rundum gelungenen Tages geht dieser sonnige Kapstadt-Stopp entspannt zu Ende – einer von denen, die man noch eine ganze Weile im Kopf behält.

    Nächste Etappe 493 Seemeilen (914 km) bis Lüderitz, Namibia 🇳🇦.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 51

    March 1 in South Africa ⋅ 🌬 16 °C

    Der angekündigte Seegang hat sich über Nacht eingestellt. Beim Frühstück ist es heute deutlich ruhiger, viele Plätze bleiben leer, während draußen Windstärke 10 und fünf bis sechs Meter hohe Wellen das Schiff ordentlich durchschaukeln. Deck 5 ist auf einer Seite gesperrt, und wir bewegen uns automatisch etwas vorsichtiger durch den Tag.

    Um 10:00 Uhr heißt es in der Hafen Lounge „Land in Sicht“ – AIDA Scout Finja und Lektor Michael Cornély stimmen uns auf Lüderitz ein. Später geht es in der Ocean Lounge weiter mit seinem Vortrag „Eine Meile ist keine Meile“, spannend erzählt und wie immer mit vielen interessanten Geschichten rund um Lüderitz.

    Zwischendurch drehen wir immer wieder ein paar Runden auf Deck 5, gut eingepackt und mit ordentlich Wind um die Nase. Gegen 19:00 Uhr passieren wir Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas. Der Sonnenuntergang zeigt sich wegen Sturm und Wolken nur kurz, bevor wir den Abend beim Essen ruhig ausklingen lassen.
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  • Port Elizabeth, Südafrika

    February 28 in South Africa ⋅ 🌙 18 °C

    Heute starten wir ohne großen Plan in den Tag. Nach dem Frühstück machen wir uns trotz aller Warnungen gegen 9:00 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Altstadt von Port Elizabeth.

    Schnell merken wir: Alles wirkt deutlich entspannter als erwartet. Überall sind Sicherheitskräfte in Warnwesten unterwegs, präsent und aufmerksam – und wir fühlen uns zu keiner Zeit unwohl.
    Am Donkin-Bereich folgen wir ein Stück des Donkin Heritage Trail, auch wenn wir längst nicht alles davon schaffen. Gesehen haben wir immerhin die markante Pyramide mit dem kleinen Leuchtturm, die hoch über der Stadt steht.

    Rund um das Donkin Reserve spazieren wir weiter zwischen historischen Gebäuden und Aussichtspunkten entlang.

    Ein besonderer Höhepunkt ist das Athenaeum Theatre Complex – mit Stahlskulpturen und Bronzefiguren im Gebäude und Graffitis im Innenhof – bevor wir weiter zum Fort Frederick laufen und von dort den Blick über Stadt und Hafen schweifen lassen.

    Vom Fort Frederick nehmen wir ein Uber und fahren hinaus nach Summerstrand zur Mall. Wind, Wellen und das endlose Meer am Shark Rock Pier – genau der richtige Ort, um einfach ein bisschen stehen zu bleiben und zu schauen. Danach gibt es Kaffee in der Mall, bevor wir fürs Erste aufs Schiff zurückkehren und eine kleine Mittagspause einlegen.

    Lange hält uns die Ruhe allerdings nicht: Also wieder ein Uber, wieder zur Mall – noch ein Kaffee, ein wenig Bummeln, ein Spaziergang am Strand. So vergeht der Nachmittag angenehm unaufgeregt, bevor wir schließlich zurück an Bord fahren.

    Am Abend wartet das Essen, später sorgen lokale Gastkünstler auf dem Pooldeck für Stimmung und einen schönen Ausklang dieses überraschend abwechslungsreichen Tages. Um 23:00 Uhr heißt es dann Leinen los – Kurs auf Kapstadt. Ein Seetag liegt vor uns, und die nächste Etappe umfasst 444 Seemeilen, rund 823 Kilometer entlang der südafrikanischen Küste.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 50

    February 27 in South Africa ⋅ 🌙 23 °C

    Zwischen Durban und Port Elizabeth

    Nach einem entspannten Frühstück mit Blick aufs Meer starten wir in unseren 50. Seetag. Heute fahren wir dicht unter Land entlang. Der Kapitän hat Sturm angekündigt, deshalb werden vorsichtshalber in Kapstadt die vorderen Balkonkabinen gesichert.

    Vormittags gibt es in der Hafen Lounge die Vorstellung der Kapstadt-Ausflüge. Michael Cornély erzählt mit spürbarer Leidenschaft und kleinen Anekdoten, sodass sofort die Lust wächst, die Stadt wieder selbst zu erkunden. Mittags vertiefen wir das Ganze in der Ocean Lounge: Sehenswürdigkeiten, besondere Ecken und die schönsten Plätze für den Sonnenuntergang – perfekt, um gedanklich schon einmal durch Kapstadt zu schlendern.

    Dazwischen und danach gehört der Blick nach draußen der Wild Coast: zerklüftete Klippen, sattgrüne Hügel direkt am Meer, tiefe Flusstäler und kleine Xhosa-Dörfer ziehen an uns vorbei – weit, ursprünglich und fast unberührt.

    Sogar eine Delfinschule zeigt sich kurz neben dem Schiff und verschwindet genauso schnell wieder in den Wellen.

    Den Abend lassen wir mit Gastkünstlerin Elke Winter im Theater ausklingen. Ein 50. Seetag, der einmal mehr zeigt, wie abwechslungsreich Tage auf See sein können.

    Aktuelle Etappe: 399 Seemeilen (739 km) bis Port Elizabeth, Südafrika 🇿🇦

    Ahoichen 🚢
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  • Durban, Südafrika

    February 26 in South Africa ⋅ ⛅ 24 °C

    Auf den Spuren von Nelson Mandela 

    Heute lassen wir das Meer hinter uns und fahren ins grüne Hinterland – und sind ehrlich gesagt positiv überrascht. Statt weiter, trockener Landschaft erwartet uns sattes Grün, sanfte Hügel und weite Felder. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Allgäu und Toskana – nur mit afrikanischer Sonne darüber. Damit hätten wir nicht gerechnet.

    Mit dabei ist Bongo, unsere Reiseleiterin. Sie ist Zulu, herzlich und wunderbar geerdet. Auf den Märkten kennt man sie als Mrs. Tagoma – dort erklärt sie mit beeindruckender Selbstverständlichkeit die Geheimnisse der Naturmedizin. Michael Cornèly übersetzt, ergänzt und verwebt ihre Geschichten mit historischen Hintergründen.
    So bekommt die Landschaft auf unserer Fahrt gleich eine zweite Ebene.

    Wir rollen durch diese unerwartet sanfte Gegend, vorbei an Farmhäusern und kleinen Orten. Auch Pietermaritzburg liegt auf unserem Weg – die Hauptstadt der Provinz KwaZulu-Natal. Viel Grün, alte Gebäude, eine Atmosphäre, die angenehm unaufgeregt wirkt.

    Am Nelson Mandela Capture Site Museum wird es stiller. Hier wurde Mandela 1962 verhaftet. Wir gehen den Weg entlang, lesen Tafeln, bleiben stehen.

    Besonders beeindruckt uns die Skulptur aus Stahlstreben. Zunächst sehen wir nur Linien – bis wir den richtigen Standpunkt finden. Ein paar Schritte zur Seite, noch ein kleines Stück – und plötzlich erscheint Mandelas Gesicht.

    Weiter geht es zu den Howick Falls.

    Das Wasser stürzt ruhig und kraftvoll in die Tiefe, und in der feinen Gischt bildet sich tatsächlich ein Regenbogen. Fast ein bisschen kitschig – aber wunderschön.

    Wir versuchen, ihn einzufangen, doch wie so oft ist die Wirklichkeit eindrucksvoller als jedes Foto.

    Zurück am Schiff spazieren wir später noch an der Goldenen Mile von Durban entlang.

    Ein Tag voller unerwarteter Landschaften, bewegender Geschichte und einem Regenbogen, der sich genau im richtigen Moment gezeigt hat.

    Nächste Etappe: 399 Seemeilen, 739 km bis nach Port Elizabeth, Südafrika 🇿🇦.

    Ahoichen 🇿🇦
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  • Seetag 49

    February 25, Indischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C

    Mittendrin und dankbar

    Heute, an Seetag 49, spüren wir besonders deutlich, wie sehr dieses Schiff zu einem kleinen Zuhause geworden ist. Während draußen das Meer ruhig vorbeizieht, denken wir an die vielen Menschen aus aller Welt, die hier Tag für Tag alles möglich machen.

    Unterschiedliche Sprachen, verschiedene Kulturen, junge Gesichter und erfahrene Hände – und wir dürfen ein Teil davon sein.

    Wenn uns das jemand vor ein paar Wochen gesagt hätte, hätten wir wahrscheinlich nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Und nun sitzen wir hier, schauen aufs Meer und stellen fest: Dieses Schiff ist längst ein kleines Zuhause geworden.

    Unsere Crew ist im Durchschnitt 34,6 Jahre alt, von 20 bis 67 ist alles vertreten. Eine schöne Mischung aus Energie und Erfahrung.

    Wir staunen oft, wie selbstverständlich hier gearbeitet und gelächelt wird – selbst an langen Tagen.

    Auch bei den Namen entdecken wir kleine Häufungen: Lea, Vanessa, Maria – John, Christian, Muhammad. Wir überlegen schon, ob wir eine Strichliste führen sollten, rein aus Neugier natürlich.

    Die Herkunftsländer sind so vielfältig wie das Meer weit ist: Philippinen, Indien, Deutschland, Italien, Kroatien und viele mehr. Ein kleines Stück Weltgemeinschaft auf großer Fahrt.

    Der Tag führt uns gedanklich nach Südafrika: „Land in Sicht“ mit Blick auf Port Elizabeth, später Geschichten von Shaka Zulu bis Mandela. Beim Poolbrunch duftet es nach afrikanischen Gewürzen, am Nachmittag gibt es noch mehr Einblicke bei Kaffee und Gesprächen.

    So treiben wir zwischen Meer und Vorfreude dahin – dankbar, mittendrin und ein kleines bisschen zuhause.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 48

    February 24, Indischer Ozean ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute zeigt sich das Meer von seiner gemächlichen Seite. Kaum Wind, doch das Schiff hebt und senkt sich stetig. Ohne große Absprache passen wir unseren Schritt diesem sanften Auf und Ab an – von außen betrachtet vermutlich eine Mischung aus Balanceakt und elegantem Schlingern.

    Um 10:30 Uhr steht die Seenotrettungsübung an. Diesmal ohne Rettungsweste, was sich fast ungewohnt anfühlt. Wir lauschen aufmerksam den Erklärungen und sind uns still einig, dass wir dieses Wissen lieber nie praktisch anwenden müssen.

    Später sorgen die Gästefakten für Gesprächsstoff: Durchschnittsalter 61 – wir liegen gut im Mittelfeld. Maria, Elisabeth und Ursula führen bei den Damen, Peter, Hans und Michael bei den Herren. Ein lautes „Hans!“ dürfte also halbe Deckreihen in Bewegung setzen. Die meisten kommen aus Deutschland, gefolgt von Österreich und der Schweiz.

    Zwischendurch schießen fliegende Fische wie silbrige Pfeile über das Wasser. Natürlich zücken wir die Kamera – in der Hoffnung, wenigstens einen davon zu erwischen.

    In der Hafenlounge geht der Blick schon voraus nach Durban. AIDA Scout Sandra und Lektor Michael Cornély stimmen uns auf das Ziel ein. Noch 1.432 Seemeilen liegen vor uns – eine ordentliche Strecke.

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 47

    February 23, Indischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C

    Seetag zwischen Zeitreise und Tanzbeinen

    Heute wachen wir mit einem kleinen Trick auf: Die Nacht hat uns eine Stunde geschenkt. Irgendwann zwischen drei und zwei Uhr haben wir heimlich an der Uhr gedreht – willkommen in der Zeitzone von Doha. Ein Seetag mit Bonuszeit also. Wenn das kein guter Anfang ist.

    Draußen liegen 25 Grad über dem Meer, und irgendwo vor uns warten noch 1.432 Seemeilen bis Durban. Eine Zahl, die groß klingt – aber hier draußen fühlt sich alles angenehm weit weg an. Das Meer zieht ruhig vorbei, als hätte es alle Zeit der Welt. Und wir? Offenbar auch.

    Im Theatrium hören wir später bei der Ocean Lounge Spannendes über die Voortrekker. Geschichte auf See hat ihren eigenen Klang – irgendwo zwischen Fernweh und Klassenzimmer, nur mit deutlich besserer Aussicht.

    Am Nachmittag duftet es nach Kaffee und Eierschecke – allerdings nicht auf dem Pooldeck, sondern auf Deck 9. Alles wurde nach drinnen verlegt, denn draußen ziehen immer wieder Regenschauer vorbei. Also sitzen wir gemütlich im Trockenen, während draußen das Wasser von oben und unten gleichzeitig unterwegs ist.

    Zwischendurch ein Blick ins Bordportal auf dem Handy: Restaurantzeiten, Shows, kleine Verlockungen in der Shoppingwelt. Praktisch ist das ja. Doch am schönsten bleibt der Moment, wenn wir einfach an der Reling stehen oder über das Deck laufen und beobachten, wie die Sonne langsam tiefer sinkt und das Meer in goldenes Licht taucht.

    Ein Seetag ist kein Tag voller spektakulärer Landgänge. Es ist eher ein Innehalten zwischen zwei Welten. Eine schwimmende Auszeit, in der wir uns ausruhen.

    Ahoichen 🚢
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  • Le Port, La Réunion

    February 22 in Réunion ⋅ ☀️ 26 °C

    Ein Tag in Saint-Gilles-les-Bains – Sonne, Meer und ein leicht verwirrter Busfahrer

    Gemütlich beginnt der Morgen – Kaffee, keine Eile. Seit über 130 Tagen begleitet uns das Meer, heute darf es einfach nur Hintergrund sein. Eigentlich wollten wir entspannt nach Saint-Gilles-les-Bains, doch weder Taxi noch privater Shuttle waren aufzutreiben. Also nehmen wir den Transfer von AIDA Cruises – in der Hoffnung auf eine unkomplizierte Fahrt.

    Um 9:30 Uhr geht es vom Hafen in Le Port los. Unser Busfahrer scheint die Route allerdings eher als unverbindlichen Vorschlag zu sehen. Mehrfach biegt er entschlossen in schmale Seitenstraßen ein, nur um kurz darauf wieder rückwärts herauszukurbeln. So kommen wir zu einer zusätzlichen Stadtrundfahrt .

    Schließlich erreichen wir Saint-Gilles. Die Sonne meint es ernst, das Meer leuchtet, und der Ort zeigt sich angenehm gelassen. Wir schlendern durch den Hafen, entdecken im klaren Wasser kleine bunte Fische und testen später selbst die Temperatur des Ozeans. Erfrischung ist anders – aber immerhin sind wir einmal komplett eingetaucht.

    Ein schattiges Plätzchen in einer Strandbar an der Esplanade des Roches Noires wird unser Tagesquartier. Kaffee, kühle Getränke, salzige Luft – und wir beobachten die Surfer, die tapfer versuchen, auf ihren Brettern zu bleiben. Unterhaltung mit Wellengarantie.

    Am Nachmittag bringt uns der Shuttle diesmal ohne kreative Abkürzungen zurück zum Schiff. Die Hitze hängt uns noch in den Knochen, als wir uns um 18 Uhr langsam aus dem Hafen hinausmanövrieren.

    1.432 Seemeilen liegen vor uns, Kurs auf Durban in Südafrika.🇿🇦

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 46

    February 21, Indischer Ozean ⋅ ⛅ 27 °C

    Schwestern auf dem Meer

    Manche Tage beginnen ganz ruhig – mit Frühstück, Meerblick und dem guten Gefühl, dass nichts drängt. Wir lassen uns Zeit, bringen die Kabine wieder in einen halbwegs vorzeigbaren Zustand und machen uns später auf den Weg in die Ocean Lounge.

    Dort nimmt uns Lektor Michael Cornély mit auf eine gedankliche Reise nach La Réunion: Vulkane, kreolische Einflüsse, ein Hauch französisches Lebensgefühl – lebendig erzählt und genau richtig für einen entspannten Vormittag.

    Gegen Mittag schauen wir bei der angekündigten Küchen- und Bar-Aktion vorbei. Es duftet verheißungsvoll, doch die Hitze ist kaum auszuhalten. Die Sonne steht hoch und zeigt keine Gnade. Nach einem kurzen Blick sind wir uns einig: Heute lieber ins angenehm temperierte Marktrestaurant, statt draußen langsam zu zerfließen. Gesagt, getan.

    Und dann kommt dieser Moment um 13:00 Uhr. Auf offener See begegnet unsere AIDAdiva ihrer Schwester, der AIDAstella. Erst sieht man nur einen Punkt, dann wird daraus ein Schiff – und plötzlich liegen sie sich gegenüber, mitten auf dem Indischen Ozean.

    Das Besondere: Beide Schiffe drehen sich gleichzeitig um die eigene Achse, ganz langsam und eindrucksvoll, als würden sie eine maritime Choreografie aufführen. Ein Gänsehautmoment, selbst bei tropischen Temperaturen.

    Drinnen, in der Kühle, lassen wir das Schauspiel nachwirken. Zwei große Schwestern, die sich mitten auf weiter See begegnen und dann wieder ihrer eigenen Route folgen. Ein kurzer, aber besonderer Augenblick unserer Weltreise.

    Am Abend heißt es noch einmal: Bühne frei. Um 20:30 Uhr sitzen wir im Theatrium und schauen die Show „80’s Forever“. Schulterpolster, Neonfarben, große Gesten – und Songs, bei denen wir automatisch im Takt mitwippen. Erstaunlich viele Texte sind noch irgendwo im Hinterkopf gespeichert. Ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Mitklatschen – und am Ende gehen wir beschwingt zum Abendessen und lassen den Tag ruhig ausklingen, bevor wir morgen in Le Port auf La Réunion 🇫🇷ankommen.

    Aktuelle Etappe: 1.004 Seemeilen (1.860 km).

    Ahoichen 🚢
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  • Seetag 45

    February 20, Indischer Ozean ⋅ 🌙 27 °C

    Zwischen Leinenwäsche und Piratengeschichten

    Ausgeschlafen. Und zwar richtig. Keine Uhr, kein Klopfen, kein „Wir müssten mal …“. Wir blinzeln ins Tageslicht, drehen uns noch einmal um und stellen fest: So darf ein Seetag gern anfangen.

    Bevor wir uns großen Themen widmen, stehen erst einmal die kleinen an. Handwäsche. Mit Wasser, Waschpulver und erstaunlich viel Körpereinsatz wird gespült, gedrückt und ausgewrungen.

    Unsere Kabine verwandelt sich kurzzeitig in eine Mini-Waschküche, überall hängen später sorgfältig platzierte Kleidungsstücke. Improvisation gehört eben auch zur Kreuzfahrt.

    In der Ocean Lounge hören wir Lektor Michael Cornély mit seinem Vortrag „Die Piraten des Kaisers“. Keine Augenklappe, kein Holzbein – dafür Geschichten, Hintergründe und Zusammenhänge, die Geschichte greifbar machen. Wir sitzen da, hören aufmerksam zu und merken, wie schnell eine Stunde vergeht, wenn jemand sein Thema beherrscht.

    Nach dem Mittagessen wird es stiller um uns herum. Wir sortieren Fotos, vergleichen Perspektiven, löschen großzügig (meistens jedenfalls) und staunen, wie viele Eindrücke sich schon angesammelt haben. Danach wandern die Gedanken direkt in den Blog. Schreiben ordnet – und hält fest, was sonst irgendwann im Kopf durcheinandergeraten würde.

    Ein Tag ohne Landgang, ohne Programmpunkte im Minutentakt. Stattdessen ein bisschen Alltag auf See, ein bisschen Kultur und viel Zeit für uns.

    Aktuelle Etappe: 1.004 Seemeilen (1.860 km).

    Ahoichen 🚢
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  • Victoria, Seychellen

    February 19 on the Seychelles ⋅ 🌧 27 °C

    Zwischen Regen und Sonne – Ein Tag auf Mahé, der sich langsam ins Licht lächelt.

    Als wir um 8 Uhr in Victoria anlegen, schenkt uns die Insel einen tropischen Regenguss – keine sanfte Brise, sondern ein ehrliches Waschprogramm, das alles in kürzester Zeit frisch glänzen lässt. Der Gedanke, den Tag lieber an Bord zu verbringen, liegt nahe, doch um 9 Uhr wagen wir den Neustart.

    Kenneth von Henderson Taxi steht pünktlich bereit, freundlich und mit einem kühlen Van, der sich als echter Glücksfall erweist.

    Kaum verlassen wir die Stadt, lässt der Regen nach, der Himmel hellt sich auf – kein strahlendes Postkartenwetter, aber zunehmend freundlich, mit sattem Grün, das bei jedem Kilometer intensiver leuchtet.

    Erster Halt: das Val de Prés Estate, das „First Creole Village“ der Seychelles Heritage Foundation. Zwischen alten Holzhäusern, Veranden und Handwerksständen atmet die Geschichte noch spürbar.

    Im umzäunten Gehege ruhen mehrere Aldabra-Riesenschildkröten, stoisch und gelassen, als diktierten sie das Tempo des Tages.

    Nur wenige Schritte weiter öffnet sich die Welt der Coco de Mer: Diese riesige Doppelkokosnuss beeindruckt mit Form, Gewicht und Einzigartigkeit – weltweit nur hier zu Hause. Ein Getränk daraus probieren wir: mild im Geschmack, aber ein echtes Erlebnis.

    Im Le Jardin du Roi – Spice Garden herrscht keine Gewürzluft, sondern feuchte Tropenluft mit Vogelgezwitscher und üppigem Grün.

    Große Farnwedel, Palmen und Meerblick laden zum Verweilen ein, während Schildkröten hinter einer schlichten Holzumrandung gemächlich ihr Dasein fristen.
    Es ist jener Ort, an dem man langsamer wird, tiefer atmet und die Ruhe einfach aufsaugt.

    Entlang der Küste wird’s heller: Anse Boileau liegt ruhig und einladend da, Grand Anse Plage lockt mit feinem Sand. Auf der Cap Ternay Road, bei der großen Bank, lugt erstmals blauer Himmel durch – eine kleine Belohnung.

    Nach Anse Royale führt der Weg zum Port Launay Beach: klares, warmes Wasser, Sonne pur – perfekt zum Baden und unserer obligatorischen Kaffeepause.

    Der Rückweg meistert den Morne Seychellois Nationalpark, mit Stopp am Tee-Museum und grandiosem Blick über Hügel und Meer.

    In Victoria beenden wir unsere Tour am Botanischer Garten. Von dort aus ist es nur ein kleiner Spaziergang an der Seychelles National Library, St. Paul’s Cathedral sowie dem Clock Tower zurück zum Schiff.
    Gerade als alles friedlich wirkt, regnet es erneut – aus Kannen, wie am Morgen. Victoria nimmt Abschied mit Stil.

    Aktuelle Etappe: 1.004 Seemeilen (1.860 km) bis nach Le Port, La Réunion 🇫🇷.

    Ahoichen 🚢
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