• Kōbe/Kyoto/Kōbe

    18. januar, Japan ⋅ 🌙 8 °C

    Wenn Kyoto erwacht – Fushimi Inari im Morgenlicht

    Noch ist es dunkel, als wir um 5:00 Uhr direkt vor dem Schiff in den Bus steigen. Die einstündige Fahrt lässt uns langsam in den Tag finden. Unser Reiseleiter, Herr Gay, erzählt kleine Details und verteilt Taschenlampen, damit niemand im Dunkeln stolpert.

    Beim Fushimi Inari Taisha tauchen die Torii-Tore in warmes Licht, werfen lange Schatten und schaffen eine fast geheimnisvolle Stimmung. Mehr als tausend zinnoberrote Tore reihen sich den Berg hinauf, Füchse wachen über Reis und Wohlstand, und jeder Durchgang eröffnet neue Lichtspiele.

    Rund 1.300 Stufen und knapp 200 Höhenmeter liegen vor uns – etwa 8 Kilometer in gut zwei Stunden. Der Berg fordert uns, doch die frühe Stunde schenkt Ruhe. Kein Gedränge, nur das leise Atmen, das feste Steinpflaster unter den Füßen und dieses Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

    Auf dem Rückweg beginnt die Morgendämmerung. Kleine Tempel, Gärten und Wege tauchen auf, während der Berg langsam belebt wird.

    Anschließend geht es weiter zum Yasaka-Schrein und durch das Geisha-Viertel Gion. Die schmalen Gassen sind noch ruhig, das Pflaster leicht feucht, die Holzhäuser wirken, als hätten sie gerade erst den Tag aufgeschlagen.

    Zurück am Schiff legen wir eine kurze Mittagspause ein, bevor wir erneut in die Stadt fahren. Über die Motomachi-Einkaufsmeile erreichen wir Kōbes Hafenviertel. Der Port Tower ragt über dem Wasser, als würde er uns zuwinken.

    Wir schlendern durch die belebten Straßen bis nach Chinatown – bunt, lebendig, ein deutlicher Kontrast zum stillen Morgen in Kyoto.

    Zum Abschluss in Kobe probiere ich noch Kalligrafie im Terminal aus. Strich für Strich entsteht „Kobe“ auf Japanisch, ergänzt um meinen Namen. Kein Schnickschnack, nur Konzentration und Tinte bevor wir um 20:00 Uhr ablegen.

    Vor uns liegen 499 Seemeilen, rund 925 Kilometer, ein Seetag bis Amami-Ōshima, Japan 🇯🇵.

    Ahoichen 🚢
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