Zhangjiajie 🇨🇳
November 14, 2024 in China ⋅ ☁️ 23 °C
Was soll ich hierzu schon groß sagen… das schwarze Schaf meiner Reise, eine graue Erinnerung an eine verschwendete Zeit. Zhangjiajie war der eigentliche Grund meiner Einreise nach China gewesen und ein weiterer Traum, dem ich nachjagte - die Avatarberge und die Treppe zum Himmel. Womit ich nicht gerechnet hatte, war der dichte Nebel, der die Stadt umgab und jeden Besuch sinnlos machte. Zu dieser Zeit war ich alleine in einem kleinen Hotelzimmer und die Einsamkeit, in dem Wissen auch in den kommenden Tagen mit niemandem sprechen zu können, gepaart mit der sehr großen Enttäuschung, eingehüllt in einen grauen Nebelschleier, machten mir das Leben so schwer wie meine Gedanken. Die Zeitverschiebung kam mal wieder sehr ungelegen und so war es mir auch nicht möglich irgendjemanden in der Heimat zu kontaktieren. Ich steckte fest und zugegeben steckte ich nicht nur fest in dieser ätzenden Stadt, dem kleinen Hotelzimmer und dem Nebel, ich steckte fest in meinem eigenen Kopf und war drauf und dran durchzudrehen. Ich kämpfte mich raus auf die lärmenden und stinkenden Straßen und hoffte mich etwas ablenken zu können. Die Hoffnung einen Menschen anzutreffen, mit dem ich sprechen könnte, hatte ich im Hotel zurückgelassen. Ich lief einfach vor mich hin, was bereits etwas gut tat und suchte mir ein kleines Restaurant. Wie ich schließlich so Trübsal blasend über meiner Wan Tan-Suppe hing, fiel mein Blick plötzlich auf einen Gast, der nach mir im Restaurant angekommen sein musste. Eine Europäerin! Ich konnte mein Glück kaum fassen und zum ersten Mal auf dieser Reise musste ich mir einen Grund ausdenken, um jemanden bewusst anzusprechen (normalerweise passiert mir das immer einfach so). Unter dem Vorwand ich habe zu viel bestellt, bot ich meinem Gegenüber eine meiner gefüllten Teigtaschen an. Sie lachte nur und sagte: „Du kommst auch aus Deutschland?“ Ich konnte mein Glück erneut kaum fassen und ich glaube ich war noch nie so froh, jemanden aus Deutschland zu sprechen! Es forderte teilweise Konzentration in meiner Muttersprache zu kommunizieren, war es doch die vergangenen zwei Monate zum Automatismus geworden sich mit Fremden auf Englisch zu unterhalten. Ein merkwürdiges Gefühl.
Wir saßen eine gefühlte Ewigkeit in dem kleinen Restaurant und tauschten uns über unsere Reisen aus und ich erzählte ihr von meiner heutigen Begleitung, der Einsamkeit und meinem Dilemma mit dem Nebel. Sie zeigte mir Bilder von ihrem Ausflug die nur bestätigten, dass jegliche Versuche zwecklos gewesen wären.
Ich fasse es ab hier mal zusammen: wir schlenderten noch einige Zeit durch die Stadt, aßen später noch Abendessen zusammen und trennten uns dann an einem Massagestudio. Sie musste weiter und ich dachte ich könnte mir wenigstens noch etwas gutes tun und dem Tag „einen Sinn geben“ mit einer der wirklich unfassbar billigen Behandlungen. Tja, das sollte meine einzige Massage bleiben und die definitiv schmerzhafteste aller Zeiten… Ich hatte nichts ahnend „Gua Sha“ dazu gebucht in dem Glauben, es handle sich um eine Gesichtsbehandlung. Irrtum!😂 Ich war zunächst völlig perplex, als die Masseuse mit einem Horn schmerzhaft über meinen Rücken schabte und mir kurze Zeit später stolz ein Foto meiner bläulichen Haut präsentierte. Ich sei zu schmerzempfindlich gewesen, erklärte sie mir, daher konnte sie es nicht richtig machen. Nicht richtig machen?!?! Mein Rücken war noch tagelang blau und so fühlte er sich auch an. Den restlichen Abend brannte und zwickte er merkwürdig und war heiß. Ich hatte versehentlich eine Behandlung aus der traditionellen chinesischen Medizin gebucht, welche der Entgiftung dienen soll. Wieder was dazu gelernt😂😂
Trotzdem enttäuscht über die verlorene Zeit und den geplatzten Traum zog ich schließlich weiter.
Was ich da noch nicht wusste: meine nachfolgende Reise sollte maßgeblich geprägt werden von meiner kurzen und unvergesslichen Begegnung im Restaurant und auch noch Tage später tauschten wir uns per WhatsApp aus und gaben uns gegenseitig Tipps und Ratschläge. Eine der besten Inspirationen war mein nächstes Ziel „Chengdu“, welches ich nur dank ihr aufsuchte und auch mein letztes Land auf meiner Reise, von welchem aus ich diese Einträge rückwirkend abtippe 🤭Read more








Traveler
😰😨😱🤯🥺😩
Traveler😂❤️
TravelerOma Heudrun: Ich bedauere dich sehr. Hoffe, daß du noch einige schöne Erlebnisse hast!
TravelerIch nehme es mit Humor!😊