• Wilder Atlantik- von Sines nach Odeceixe

    October 18 in Portugal ☁️ 16 °C

    Ein bisschen Nebel. Ganz wenig. Aber kühl. So geht's los heute. Gut erholt.

    Ich folge lange brav der Route am EV1. Bis mir die Hutschnur reißt. Ich grabe mich schon seit gefühlt Stunden durch Sand. Die Riute,unglaublich malerisch und nicht zu überbieten von den Ausblicken her ist für mich reifentechnisch nicht zu fahren. Ich weiß nicht, ob dicke Stollenreifen knöcheltiefen Sand schaffen. Ich tu es nicht und es reicht mir.
    Flucht auf Asphalt. Nur. Dazwischen immer wieder schieben, einmal- ich will es einfach wissen- schwimme ich bis zum Umfallen. Jetzt bin ich von oben bis unten dreckig. Na gut. Dann habe ich es irgendwie doch geschafft. Ich bin auf einer Straße, die maps mir als Zentimeter 1.0 irgendwas ansagt! 🤣🤣🤣 Die Straßen ha en hier Abkürzungen z.b. NR oder ER und eben CM...

    Aber. Ich kann wieder weiter. Mangels Frühstück und meine Kartoffeln aus dem Sack sind auch schon verbrannt, freue ich mich ein einheimisches Gasthaus mit Prato de dia zu sehen. Flugs kehre ich ein und genieße mein Mittagessen.

    Dann sause ich weiter. Natürlich sticht mich wieder der Hafer und ich hab schon den größten Teil des Abschnitts geschafft und ich fahre wieder an die Klippen. Diesmal ist es herrlich fester Untergrund und ich freue mich so über die Ausblicke!

    Ich fahre heute durch große, aber schöne Landwirtschaften. Sie werden von vielen, vielen Migranten bearbeitet. Indigene, Asiaten, Farbige tummeln sich in harter Arbeit auf den Feldern.
    In Gewächshäusern wachsen Beeren- ich vermute Himbeeren von den Blättern und Blüten her. Die Felder sind allesamt im Sand angelegt. Mir kommt es wie ein Wunder vor, dass das wachsen kann. Unglaublich!
    Natürlich gibt es sehr viele Hecken um den Wind aufzuhalten, das wird auch in Bezug zur Bewässerung etwas ausmachen. Da könnten sich die Burgenlandler und Megaoptimierer bei uns in OÖ was abschauen, die aus Profitgewinn alles aus dem Traktorweg geräumt haben!

    Kurz vorm Ziel ereilt mich ein ordentlicher Regenguss, den ich glücklicherweise in einem warmen, trockenen, sauberen Unterstand- eigentlich ein Minigastgarten bzw. quasi Wintergarten eines geschlossenen Restaurants abwarte. Sobald es fast nicht mehr regnet lasse ich mir von Google die schnellste Route suchen- natürlich wieder durch Sand und Elend, aber tatsächlich nach gut 20 Minuten komme ich völlig verdreckt in meinen Zielort an.
    So wie ich bin kaufe ich ein paar Kleinigkeiten zum Naschen und viel zu trinken. Mich bringt gestern keiner mehr hinaus.

    Die dreckigen Taschen dusche ich ab und mit meinem Wunderhandschuh- 2 für 1 Euro in Peniche- bekomme ich meinen Dreck auch schnell herunter. Also es ist einfach nasser Sand. Brrrrr.

    86 wunderschöne Kilometer und 645 leichte Höhenmeter... Inzwischen merke ich deutlich, dass mir kein Hügel mehr etwas ausmacht. Subjektiv. Und objektiv zeigt meine Uhr, dass als ich gestartet bin, die Leistungsspitzen immer rot und Orange waren. Jetzt sind sie max. gelb und vorwiegend blau.
    Und technisch bin ich grad Vollprofi. Sogar schwimmen kann mit dem Rad schon... 🤣🤣🤣

    Die Einfahrt in Odeceixe (keine Ahnung wie man das ausspricht) ist übrigens super hübsch. Ein urlanges Wandgemälde empfängt einen mit bunten Bildern...
    Read more