• Erster Tag Spanien, Richtung Sevilla

    Today in Spain ☀️ 9 °C

    Recht entspannt, vor 9.30 gibt es keine Fähre... Zeitverschiebung! Recht frisch ist es in der Früh am Wasser.
    Nach ca 20 Minuten bin ich in Spanien. Strahlend blau und kühl. Verheißungsvoll startet der Tag 18 Kilometer auf einem Single trail entlang einer wunderschönen Flusslandschaft. Bald wird das Vergnügen zwischen den Plastikfolienhäusern wo unsere Beeren und Früchte für den Winter gedeihen unfahrbar. Tiefer Sand. Unsere superbilligen Früchte von Hofer, Lidl und Co wachsen, wie alles andere im Sand. Es ist total anstrengend und ich muss in die harte Nuss beißen.

    Als sich die Gelegenheit ergibt, wechsel ich vom Eurovelo 1 auf die Straße. Einmal angelegt, Förderungen kassiert, nie mehr gewartet! So empfinde ich das hier. Lieber den breiten- wie in Portugal- autobreiten Seitenstreifen nutzen und den Glassplittern gekonnt ausweichen. Das beherrschen vermutlich alle Radreisenden in den Ländern wo Entsorgung noch immer übers Autofenster passiert. Meine Erfahrung ist, dass Flaschen am Liebsten auf echten Radwegen entsorgt werden und ich daher immer eher die Straßen benutze. Was für Idioten die Welt gebiert! Ich denke es ist die totale abgefuckte Ignoranz!

    So neben den Autos- heute ist es ja ruhig- es ist Samstag- dahinzukurbeln, entlastet auch ungemein. Augen und Ohren zu und einfach treten. Das hat was. Ein bisschen was von Meditation. Musik. Meine geliebten Bands oder Hörbücher kürzen meine Kilometer auf Weniges zusammen. Wie schnell 20 und 30 km vergehen, wenn die Orientierung und Verantwortung für den Weg auf das Straßennetz abgegeben ist. Gefühlt nach wenigen Kilometern erreiche ich Huelva. Auf den Plätzen und vor den Lokalen sitzen überall Menschen die das gemeinsame Mittagessen genießen und das Wochenende.

    Ich verweile ein wenig vor einer wunderschönen Kirche, ich habe nur mehr 15 Kilometer vor mir. Leider sind sowohl Kathedrale als auch diese geschlossen.

    Auf maps versuche ich einen Weg zum berühmten Rio Tinto zu finden. Knallrot, Orange, oft lila ist der Fluss durch extensiven Bergbau. Leider ist das praktisch nicht möglich, ausser mit Megaumweg und dafür ist es zu heiß.

    Also radle ich weiter an mein Tagesziel. San Juan de Puerto. Ein Dorf am Ende der Welt.
    Am Weg entlang der eintönigen Straße entscheide ich, wenn es einen Zug nach Sevilla gibt, mache ich das. Ich habe keine Lust auf 100 Kilometer Bundesstraße. Das hebe ich mir für später auf.

    Wieder voll staubig und schwitzig erreiche ich mein Ziel. Schnell ist es klar. Der Zug nimmt mir morgen einen Teil meiner Reise ab. Fahrräder sind kostenlos! Yeahhh...
    Dann dreh ich eine Runde und jetzt sitze ich beim 2. Bier. Heute ist Feiertag. Morgen muss ich nicht arbeiten 🤣🤣🤣...
    Prost!
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