• In der Yatama Rainforest Ecolodge

    2.–6. feb. 2025, Costa Rica ⋅ ☁️ 26 °C

    Die Yatama Lodge stand eigentlich nicht auf meinem Reiseplan, aber nachdem mir dreimal von verschiedenen Leuten genau dieser Ort im Regenwald empfohlen worden war, stornierte ich kurzerhand die Unterkunft in Monteverde (eins der touristischen Highlights) und machte mich mit Taxi, Fähre und zwei verschiedenen Bussen in Richtung Horquetas de Sarapiquí auf. Dort angekommen holte mich Luis, ein Mitarbeiter von Don Pedro, von der Bushaltestelle ab und los ging das Abenteuer: über sehr schmale Hängebrücken und über Stock, Stein, Fels und einen Fluss ging es im 4x4 Jeep rund 8,5 Kilometer nach oben. Ich hätte nie gedacht, dass man mit einem Auto so beträchtliche Unebenheiten überwinden kann. Die Lodge ist einfach und wunderschön: die luftigen Hütten mit Außenbad ohne Fensterglas sind aus Recyclingholz von Pedro und Luis selbst gebaut worden und stehen mitten im Regenwald umgeben von dem Sound von Affen, Vögeln, Zikaden und den Tieren aus dem Wald.

    Pedro, Sohn nicaraguanischer Einwanderer, hatte vor 25 Jahren ursprünglich 32 Hektar Gras-und Weideland in direkter Angrenzung an den großen Braulio Carillo-Nationalpark gekauft und angefangen, alles wieder aufzuforsten. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, sieht man den Übergang zwischen Nationalpark und Pedros Grundstück nicht mehr. Für seinen Einsatz im Schutz des Lebensraums für Wildtiere zahlt er einen hohen Preis. Vor 15 Jahren versuchten Wilderer, ihn zu erschießen und immer noch sind die Wilderer, die nachts in den Park fahren, um zu jagen, eine große Gefahr sowohl für die Tiere, als auch für Pedros Leute. Seine Pistole liegt neben seinem Bett und wenn er allein unterwegs ist, ist sie mit dabei.

    Für mich war der Aufenthalt an diesem besonderen Ort ein Verschmelzen mit der Umgebung: stundenlang sind wir jeden Tag und auch in der Nacht durch den Wald gelaufen, haben Fußspuren der Tiere gesehen und nach Schlangen Ausschau gehalten, denn die Fer de Lance, die giftigste Schlange Costa Ricas ist dort häufig anzutreffen, was für uns hieß, immer nur in hohen Gummistiefeln und mit einem Bambusstock ausgestattet, loszulaufen.

    Es gab wunderbare Kontakte mit Volker und Sabine, Anemie und Kris und ein paar Schweden und Holländern und ich habe mich nirgends so entspannt und geborgen gefühlt wie da, mit Zeit, Raum und dem Wald verschmolzen.
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