• An der Karibik im Tortuguero

    Feb 6–8, 2025 in Costa Rica ⋅ ☀️ 27 °C

    Jetzt hat es mich doch noch an die Karibikseite verschlagen. Nachdem ich in Sarapiquí schon relativ nah dran war, habe ich es doch noch gewagt, hierher zu fahren, um den Tortuguero-Nationalpark zu sehen, eines der größten und bekanntesten Schutzgebiete Costa Ricas. Hier gibt es eine Jaguarüberpopulation mit über 60 Tieren und manche von ihnen kommen nachts ins Dorf, um die Hunde zu fressen. Um hierher zu fahren, nimmt man ein Boot, das einen in ungefähr einer Stunde über den Fluss in die kleine Ortschaft Tortuguero bringt, an die der Nationalpark angrenzt.

    Auf der einen Seite sind 22 Strandkilometer geschützt, um den Lederschildkröten eine sichere Eiablage zu ermöglichen und auf der anderen Seite gibt es eine riesige Lagunenlandschaft mit vielen Kanälen, die früher von nordamerikanischen Holzfällern zum Abtransport der Tropenhölzer genutzt wurden. Hier war in den 50er Jahren fast alles abgeholzt. Was heute zu erleben ist, ist Sekundärwald, der etwa 450 der 930 Vogelarten Costa Ricas, Seekühe, Affen, Reptilien, Ameisenbären und andere Säugetiere, sowie vier der Raubkatzenarten Costa Ricas beherbergt.

    Über die hier ansässige, recht bekannte Biologin Barbara Hartung, konnte ich bei ihrem Kompagnon Chamba heute frühmorgens eine Tour zu Wasser im Elektrokanu und eine sehr schlammige Wanderung (selbst in die hohen Gummistiefel lief das Wasser rein…) über den bekannten Jaguartrail und einen privaten Trail mit noch drei anderen Naturliebhabern genießen. Erst einmal stutzig machte mich der Hinweis, bitte kein Mückenmittel draußen zu benutzen, sondern sich, wenn, vorher in einem geschlossenen Raum einzusprühen. Laut Guide hat das deethaltige Spray schon zum Aussterben einer Froschart geführt.

    Wir haben viele Tiere gesehen, einen Ameisenbären hoch oben auf dem Baum, Klammeraffen, Brüll- und Kapuzineraffen, Kaimane, Basilisken, ein Krokodil, Schildkröten, die vom Aussterben bedrohten grünen Aras, Pfeilgiftfrösche (der ungefähr 1 cm große Mini-Blujeans-Frosch auf dem Foto hat übrigens genügend tödliches Gift, um 30-100 Menschen töten zu können), wunderschöne Trogonvögel, den schlafenden rotäugigen Regenwaldfrosch und Gott sei Dank wieder keine Fer-de-Lance-Viper und leider keinen Jaguar, die hier wohl des Nächtens sogar relativ leicht gesichtet werden kann.

    Für mich heute keine Option, ich bin schon auf der Landzunge gegenüber des Ortes Tortuguero in meiner Secret Lodge, die heute voll gebucht ist- das heißt, alle vier Zimmer sind belegt. Gestern hingegen war ich ganz alleine hier, kein Mensch weit und breit, was nicht so angenehm war, aber irgendwie habe ich mich wohl schon dran gewöhnt, dass es halt manchmal so ist. Um zum Ort zu kommen, nimmt man einfach ein Wassertaxi und in drei Minuten ist man da.
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