Auf dem Lande in Bijagua
9–12 feb. 2025, Costa Rica ⋅ ☁️ 26 °C
La Fortuna, dem Nationalpark rund um den Vulkan Arenal, hatte ich ja sehr schnell den Rücken zugekehrt, um in Bijagua in der Nähe des Vulkans Tenorio und des Vulkans Miravalles drei Nächte zu verbringen.
Erhofft hatte ich mir ein idyllisches, feines Hotel in ländlichem, tropischen Traumambiente und einen Nationalpark jenseits des Massentourismus. Natürlich wollte ich den himmelblauen Río Celeste bewundern, der durch Sedimentablagerung in leuchtendem Blau durch den Nationalpark fließt.
Wahrscheinlich könnt ihr es euch schon vorstellen, dass meine Erwartungen diesmal nicht übertroffen wurden. Ich kam mir ein bisschen vor wie beim Schüleraustausch: man hofft auf eine coole Gastfamilie in schönem Ambiente und findet sich weit außerhalb des Ortes in einem kleinen Zimmer wieder, das ungefähr halb so groß ist wie auf den Fotos und hier auch noch doppelt so viel wie am Strand kostet.
Laute Nachbarn, eine vor sich hin dümpelnde Tico-Familie, Saubermannhäuser mit sterilen Gärten, haufenweise angekettete Hunde in kleinen Käfigen, Veidevieh und ländliche Tristesse- nicht das Costa Rica, das ich bisher kennen gelernt habe, eher so eine Art Fischach von Costa Rica.
Der Nationalpark, für den man den Eintritt mindestens einen Tag vorher online für einen bestimmten Zeitslot reserviert, ist völlig überlaufen und der Río Celeste bei strömenden Regen in dunklem Blau anstelle des ersehnten, leuchtenden Hellblaus; der Effekt funktioniert eben nur mit Sonnenlicht.
Aber ich wollte dem Ort heute noch eine Chance geben und habe eine Kaffee- und Kakaotour gebucht. Das war nett. Wir haben die Kaffepflanzen und Kakoabäume begutachtet und ich habe gelernt, dass die Mini-Kakaoblüten, aus denen riesige Kakoafrüchte heranwachsen, nur von einer bestimmten stechenden Mückenart bestäubt werden können und ich konnte mich davon überzeugen, dass die glitschige Masse, die die Kakaosamen in der Frucht umgibt, genauso schmeckt wie Litschi!
Auch die Kaffeebohnen sind von einem süßen Nektar umschlossen, der in dem Kaffee bei uns ausgewaschen wurde, hier aber dem Kaffee eine einzigartige Süße verleiht. Und je stärker der Kaffee geröstet wird, desto geringer der Koffeingehalt. Meinen Kaffee und Kakao durfte ich selbst rösten und mahlen und die Verköstigung war herrlich. Leider habe ich bei der privaten Führung vor lauter Faszination kein einziges Foto gemacht.
Danach war ich noch auf einer angeblichen Ökofarm, die sich für den Schutz von Faultieren einsetzt. Gesehen habe ich auf kleinstem Terrain auffallend viele Faultiere, die giftigsten Schlangen des Landes und andere Tiere und auf dem Parkplatz sehr viele Minivans, die mit Touristen befüllt waren. Der Eindruck drängte sich auf: Warum sieht man in den Nationalparks vergleichsweise wenige Tiere und hier so viele? Für mich stinkt es zum Himmel: man fängt die Tiere und setzt sie dort aus, um Touristen anzulocken.
Nein, das ländliche Costa Rica ist definitiv keine Empfehlung. Zwar gibt es auch hier sehr nette Menschen und schöne Begegnungen und die Landschaft sieht traumhaft aus, aber die Mentalität unterscheidet sich sehr deutlich von der, der lässigen Tierfreunde in anderen Gefilden.
Morgen geht es weiter ans Meer und auch, wenn die Einblicke in das Leben auf dem Land aufschlussreich waren und ich mich mit meiner ‘Gastfamilie’ dann doch sehr gut verstanden habe, mich fast wie ein Teil der Familie fühlte, wird das definitiv kein Sehnsuchtsort für mich werden.Leer más





















ViajeroDie Umgebung von Fischach ist doch auch ganz schön 😅
ViajeroGenau! Deswegen passt ja auch der Vergleich so gut. 😉
Viajero
❤️
Viajero♥️