• San Josecito

    Mar 10–13, 2025 in Costa Rica ⋅ ☁️ 29 °C

    In Montezuma bin ich gleich am nächsten Morgen mit dem Boot, in das man barfuß am Strand einsteigt, während die Crew das Boot gegen die Wellen stemmt, Richtung Jacó gefahren. Auf der Fahrt sahen wir große Delfine, immer paarweise schwimmend, auf und abtauchen.

    Kaum angekommen an der Playa Herradura hat mir Helen, die Tourbegleiterin, sofort einen Fahrer besorgt, der mich von Jacó ins 30 km entfernte Esterillos brachte, um dort an der Bushaltestelle den Bus nach Sierpe zu bekommen, der nur einmal am Tag fährt. Das war eine knappe Nummer, hat aber alles super geklappt.

    In Sierpe kommen die Leute an, die über den Krokodilfluss aufs offene Meer und dann in die Bahía Drake gelangen wollen, um von dort aus Touren in den wiederum nur mit Boot erreichbaren Nationalpark Corcovado zu machen.

    Je näher ich dem Ziel kam, umso glücklicher war ich, ich habe mich einfach so darauf gefreut, hier wieder herzukommen.

    Für die ersten drei Nächte hatte ich mir ein Walk-in-Backpacker-Hostel gebucht, so richtig schön weit abgelegen von allem und ganz nah am Corcovado. So war ich dann auch die einzige auf dem Boot, die dem Abendrot entgegen, nach San Josecito wollte und wurde von Jorge Luis am Strand abgeholt und auf einem kleinen Dschungelpfad ging es schon mit dem letzten Tageslicht Richtung Hostel. Ich fand das schon total aufregend.

    Was soll ich euch sagen? Einfachste Unterkunft, junge Leute und auch ein paar einzelne Angegraute in meinem Alter, die dort gleich monatelang bleiben, eine super lockere und sehr familiäre Atmosphäre, direkt am Strand mit Sonnenuntergang, einsam und paradiesisch.

    Der häufigste Vogel ist dort der scharlachrote Ara, man sieht große Gruppen des vom Aussterben bedrohten Klammeraffen, spielende Kapuzineraffen, Nasen-,Ameisenbären, Tapire, Krokodile, auf die man per Zufall beim Spazierengehen trifft.

    Abends sitzen die Gäste gemeinsam am Tisch und es gibt Austausch über Reisepläne und man erzählt sich, wie es einen hierher verschlagen hat.

    Mary Ann aus Canada musste ihren Van in El Salvador zurücklassen, weil sie für die UN die Katastrophenhilfe organisiert und damit als NGO-Mitarbeiterin nicht nach Nicaragua einreisen durfte und wohl auch ihren Job los ist, weil Trump die Gelder für die UN drastisch gedrosselt hat.

    Die beiden coolen Mädels aus Ulm waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg in eine weitere abgelegene Unterkunft im Regenwald, in die man sein ganzes Essen selbst mitbringen muss und in der FKK optional ist.

    Aber am meisten haben es mir die Ticos angetan: eine warme, natürliche, gelebte Herzlichkeit, die Lebensfreude strahlt einem förmlich entgegen - pura vida eben- und sie kümmern sich, wollen, dass es dir gut geht, ohne dafür etwas zu erwarten.

    Und so sind Maili, Jorge Luis, Chepe, Ricardo, Romi, Manuel, die Crew vor Ort, in drei Tagen fast zu einer Art Familie geworden, sodass ich heute gar nicht weg wollte, aber sich alle riesig gefreut haben, als ich gesagt habe, dass ich kurz vor meiner Heimreise nochmal für ein paar Tage wiederkomme- wo gibt es denn so was? Na, in Costa Rica natürlich!
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