• Day 2 Monaco

    January 1 in Monaco ⋅ ☁️ 10 °C

    Der Vergleich zu Monaco bei Nacht ist wirklich unglaublich selten haben wir einen solch drastischen Unterschied festgestellt. Bereits bei der Anfahrt spürt man das mediterrane Gefühl auch wird das durch den Fakt unterstützt, dass es 13 Grad warm ist. Die Cote dAzure ist auch im Winter durchaus sehenswert.

    Heute schlendern wir gemütlich durch die Stadt und lassen genau diesen Unterschied zu gestern und der Nacht wirken. Es ist auch durchaus immer wieder witzig gewesen zu sagen, dass wir kurz ans andere Ende des Landes gehen müssen um unser Auto zu holen.

    Zum Einfluss und der Geschichte von Monaco:

    Monaco ist bereits seit der Zeit der Phönizier also noch vor dem antiken Griechenland (frühe Bronzezeit) ca. 3200 v.Chr. gegründet worden. Logischerweise kriegt es erst ab Beginn des Geschichtsschreibung einen nachweisbaren Namen und das von den Massilianischen Griechen (heute Marseille), Monoikos war dieser Name was so viel bedeutet wie der Einzelgänger. Nicht etwa weil Monaco geographisch oder politisch abgeschirmt war, sondern weil die Stadt sich als einzige der massilianischen Städte dem Gott Herakles verschrieben hatte. Die anderen hatten alle den Patron Artemis und oder Apollo. Für die Römer war Monaco dann zwar ein lokal wichtiger Handels und Marinestützpunkt stand aber weit im Schatten von Marseille und Genova. Auch im Mittelalter ändert sich nicht gerade viel an dieser Position.

    1215 baut die Republik Genova auf dem Felsen dann das Fort, welches nun die Altstadt von Monaco bildet. Militärisch hatte das Fort wenig bis gar keinen strategischen Sinn so sollte es einfach die Macht Genuas gegenüber vor allem Piemont aber auch Frankreich demonstrieren. Ironischerweise verlieren die Genuesen das Fort keine 50 Jahre später an einen Franzosen der es wortwörtlich ganz alleine einnimmt. Dies ist möglich durch eine List und seine Verkleidung als Franziskanermönch. Er behauptete einfach hier Truppen für den aufkommenden Kreuzzug zu versammeln wodurch die Garnison Genuas sich aus Logistikgründen dann aus dem Fort zurückzog (zu wenig essen für eine Kreuzzugsarmee und die Garnison) diese Kreuzzugsarmee kam aber nie und der Franzose der nun dieses Fort besetzt hielt ernannte sich selbst zum "Prince de Monaco", in Latein "Principe de Monaco" das heisst so viel wie "der Erste von Monaco" zu verstehen als "der Oberste" somit gründet er "la principalité monaco" oder in dt. "Das Fürstentum Monaco" btw Fürst kann man genauso ableiten wie Prince nur aus dem altdeutschen. Da hiess der Häuptling "der First" diese Verbindung sieht man in den germanischen Sprachen in englisch am deutlichsten wo "the first" immer noch "der erste" bedeutet...

    Vielleicht sagt dem einen oder anderen der Name "Grimaldi" etwas. Dieser erste Fürst von Monaco hiess so. Genauso wie auch der heutige Fürst so heisst, denn diese Familie regiert Monaco seit nun über 700 Jahren... Man stelle sich das mal vor... Die selbe Familie hat es geschafft die Regierung eines Landes zu bilden noch bevor Schwarzpulver überhaupt erfunden wurde bis Napoleon und sogar durch den zweiten Weltkrieg und den kalten Krieg hindurch bis heute.

    Über Jahrhunderte stand das Fürstentum immer wieder unter wechselndem Einfluss zwischen den Franzosen, Genua, Piemont und Spanien. Bis 1860 Garibaldi Italien gründen wollte und Monaco auch in diesem neuen Land haben wollte. Monaco selbst war Frankreich zwar relativ egal aber nicht Savoyen, welches Garibaldi auch Italien zugehörig machen wollte. Im Kompromiss, dass Italien gegründet werden durfte ging Garibaldi ein, dass Savoyen und Monaco an Frankreich gehen würden. Savoyen akzeptierte dies doch Monaco wollte eigenständig bleiben. Sie traten daraufhin Menton und Roquebrune (den Ort an dem wir unser AirBnB haben) an Frankreich ab wenn Frankreich ihnen die Unabhängigkeit zusichert. Auch Italien unterschrieb diesen Vertrag, weshalb Monaco im zweiten Weltkrieg auch relativ unversehrt blieb.

    Durch fehlende Loyalität der Grimaldis gegenüber einer bestimmten Regierung konnten sie sich immer an der Macht in Monaco halten. Genauso wurde das Land auch geführt. Denn der erste Wohlstand kam aus dem Fakt, dass fremde Händler in Monaco nicht besteuert wurden, so verkaufen die umliegenden Franzosen steuerfrei ihre Qualitätsprodukte wie Wein in Monaco an hauptsächlich italienische Händler. Dies kostet Frankreich ein Vermögen und machte Monaco erstmals ziemlich einflussreich. Als diese Exporte dann aufgrund der politischen Lage in Europa zur Gründung Italiens abflachten ging Monaco beinahe daran bankrott. Erst als man das Casino eröffnete (illegal in Frankreich und Italien zu diesem Zeitpunkt) und die Einkommenssteuer komplett strich wurde das Land zum Magneten für die Reichen. Erst aus der Umgebung und durch das französische Marketing rund um die Cote dAzure dann auch für die Welt. So ist es bis heute eine absolute Steueroase und Treffpunkt der Ultrareichen.

    Heute ist Monaco zwar bekannter für den GrandPrix als für das Casino, aber das Image des Wohlstandes bleibt bestehen.

    Auch wir sind heute, zwar leider nur mit 30kmh, auf der Rennstrecke des GPs in Monaco gefahren. Durchaus ein Eindrückliches Gefühl vor allem, weil es eine ganz normale Strasse ist...
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