• Grossen Sankt Bernhard

    May 2, 2025 in Switzerland ⋅ ☀️ 9 °C

    06:15 Uhr raus aus dem Bett, ein kurzes Frühstück – es steht eine herausfordernde Etappe bevor. Bis auf rund 1900 m ist es noch schneefrei.
    Zuerst wie gewohnt: runter zum Bach, dann wieder aufwärts. Viele geknickte Bäume liegen quer – wohl das Resultat des späten Wintereinbruchs vor zwei Wochen.
    Wir passieren die Staumauer Barrages du Toules und folgen dem Lac des Toules auf einem schmalen Pfad, teils noch mit Schneeresten. Am Portal des San-Bernardino-Tunnels vorbei – nun geht’s stetig hoch.
    Eine starke, kalte Bise bläst uns frontal entgegen. Schneewasser rauscht überall talwärts – teilweise direkt über unseren Weg. Wir waten durch.
    Bald erreichen wir geschlossene Schneefelder. Wir sinken knöcheltief ein – also Schneeschuhe montieren. Rund 600 Höhenmeter sind noch zu bewältigen.
    Die Landschaft ist eindrücklich, aber es fordert. Der Schnee ist weich, der Weg zieht sich. Bei jeder Richtungsänderung hoffen wir, das Hospiz zu sehen.
    Dann endlich – hoch oben erscheint es. Wir mobilisieren die letzten Reserven.
    Oben angekommen sind wir erleichtert und stolz: Das Hospice du Grand Saint-Bernard ist erreicht – mit 2473 m der höchste Punkt unserer Pilgerreise und der Via Francigena. Und: Wir stehen nun auf der Grenze Schweiz–Italien.
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