• Saint-Vincent

    5. maj 2025, Italien ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute machen wir das Frühstück selbst und schmieren zwei Sandwiche für unser Mittags-Picknick. Mit Châtillon als Ziel liegt eine lange Etappe mit einigen Höhenmetern vor uns.
    Beim Start regnet es leicht – zum Glück nur kurz. Es bleibt bewölkt, was uns für die lange Strecke ganz recht ist. Wir laufen talauswärts auf der linken Hangseite, meist auf schönen Wanderwegen, Schotter- und kleinen Asphaltsträsschen. Wir passieren einige Dörfer, die teils verlassen wirken. Viele Häuser stehen leer oder sind nur noch Halbruinen. Auffällig: Fast alle Dächer sind mit schweren Granitplatten gedeckt. In der Landschaft verstreut stehen kleine Burgen und Wehrtürme. Die Wiesen sind farbenfroh wie bei uns nur noch selten – selbst auf steinigem Boden blüht es üppig.
    Heute treffen wir erstmals andere Pilger auf der Via Francigena: den Amerikaner Henry und Thomas aus Deutschland. Immer wieder ergeben sich kurze Gespräche, wenn wir uns überholen.
    Nach längerer Zeit finden wir in Chambave endlich eine Bar für einen Espresso. Auch der Pfarrer steht dort an der Theke – auf einen schnellen Kaffee. Später sehen wir ihn wieder in der Kirche, wo er eine Beerdigung vorbereitet. Er erkennt uns als Pilger, freut sich und wünscht uns eine gute Weiterreise.
    Übrigens: Der Espresso kostet hier 1.10 Euro.
    Auf dem nächsten Abschnitt werden wir nicht vom Regen, sondern vom hüfthohen, nassen Gras durchnässt. Das Wasser läuft von den Halmen direkt über die Hosen in die Schuhe – bald steht das Wasser darin, es mantscht bei jedem Schritt.
    In Châtillon angekommen, stellen wir fest: Der Ort klingt schöner als er ist. Wir besuchen noch die Kirche, holen den Pilgerstempel bei der Verwaltung und gehen dann zu unserem etwas ausserhalb gelegenen Hotel.
    Erste Amtshandlung: Schuhe ausleeren, Socken auswringen – und trocknen mit dem Hotelföhn.
    Læs mere