• Carema

    May 7, 2025 in Italy ⋅ 🌧 13 °C

    Beim Aufstehen hören wir heute Morgen den Regen. Wir hoffen, dass er bis zum Ende des Frühstücks nachlässt – und tatsächlich wird es etwas besser. Mit leichtem Nieselregen starten wir unseren Weg Richtung Carema. Die heutige Strecke verläuft bis auf wenige Ausnahmen auf der Talsohle, durch Dörfer und entlang des Flusses Dora Baltea.
    Auf den unbefestigten Wegen gilt es, Pfützen geschickt zu umgehen. Manchmal tasten wir uns an den Zäunen entlang, um keinen Schuh voller Wasser zu bekommen. Schon von weitem sehen wir das mächtige Forte di Bard. Am Fuss des Hügels in Hôhn gönnen wir uns einen Espresso.
    Über eine alte Bogenbrücke gelangen wir ins Dorf Bard und stehen beeindruckt vor der Festung. Über eine schmale Gasse steigen wir zur Kirche hinauf, wo wir Antoine treffen, einen 77-jährigen Pilger aus Holland, der in Aosta gestartet ist.
    Eine asphaltierte Steilstrasse führt uns wieder hinunter, wo wir auf eine in den Felsen gehauene Römerstrasse mit alter Zollstelle treffen. Der Felsen ist glatt abgeschliffen, und die Strasse weist tiefe Karrenspuren auf. Durch das anschliessende Dorf Donnas führt eine stille, unbelebt wirkende Gasse – man hört und sieht kaum etwas.
    Weiter geht es auf einer langen, geraden Strecke entlang der Via Roma nach Pont Saint Martin. Wir überqueren die alte Bogenbrücke und gönnen uns einen Espresso in einer Bar – immer eine gute Wahl!
    Der Weg zu unserer Wohnung in Carema ist nicht mehr weit, doch es geht nochmals über eine steile Naturtreppe, den sogenannten Geissenweg, hinauf und wieder hinunter.
    Angekommen in der Wohnung sind wir begeistert: Für alles ist gesorgt. Das Frühstück wurde von den Eigentümern eingekauft und bereitgestellt, sogar Süssigkeiten liegen auf dem Tisch. Das tröstet Karin über die heute Morgen in Verrès vergessene Schokolade hinweg.
    Die Essensfrage am Abend wird zum kleinen Dilemma: Entweder laufen wir nochmals vier Kilometer, um ein geöffnetes Restaurant zu finden – oder wir gehen in das einzige offene Lokal im Dorf, eine Gelateria. Die Entscheidung fällt schnell: Gelateria. Und tatsächlich haben wir Glück – es gibt Sandwiches und ein Glas Wein. Wir sind fast satt, der Abend ist gerettet.
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