Unsere Gastgeber haben uns heute ein Frühstück bereitet, das seinesgleichen sucht – alles, was man sich wünschen kann, stand auf dem Tisch. Nach einem herzlichen Abschied verliessen wir Roppolo und wanderten über das Castello in Richtung Cavaglià. Das Städtchen erreichten wir schnell, ebenso eine Bar für den obligatorischen Espresso und den Pilgerstempel.
Weiter ging es Richtung Santhià. Nun sind wir endgültig im Flachland der Poebene angekommen. Kein Hügel ist mehr zu sehen, stattdessen prägt Ackerbau das Bild. Erste Reisfelder tauchen am Wegrand auf, doch häufig liegt das Land noch brach – was sich mit zunehmender Nähe zu Santhià ändert: Reis-, Mais- und Weizenfelder soweit das Auge reicht, nur vereinzelt durch kleine Hecken unterbrochen. Der Boden wirkt sehr steinig, fast wie ein loses Kiesbett, was erstaunt, da die Pflanzen dennoch gut gedeihen.
Unsere Route führte uns über Landstrassen und Feldwege, durch kleine, oft lieblos wirkende Siedlungen und abgelegene Bauernhöfe. Überall lagern ungenutzte Gegenstände vor den Höfen, verrostet oder verrottet, ein Zeichen von Vernachlässigung.
Kurz nach Mittag erreichten wir Santhià – eine kurze Etappe, denn bis zum nächsten Ort mit Unterkünften wären noch zusätzliche 29 Kilometer zu bewältigen gewesen.
Mario vom Ostello hatte gestern für uns auf einem Hof ein Zimmer vorreserviert. Wegen des Festes der Alpini ist hier alles ausgebucht, doch von dem Fest merkt man kaum etwas – Filzhutträger sind selten, nur Landesflaggen wehen überall.
Am Hof angekommen wird klar: Das Leben hier ist sehr einfach. Wir teilen uns ein Vierbettzimmer mit einer Taiwanesin, die Sanitäranlagen sind wenig einladend. Für eine Nacht wird es reichen, wir arrangieren uns mit der Situation.Read more