• Vercelli

    May 11, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 21 °C

    Gestern sind wir extra sehr früh ins Bett gegangen, um am Morgen zeitig aufzustehen. Vor uns liegen 29 km durch die Weiten der unbeschatteten Po-Ebene. Unsere Zimmergenossin, die Taiwanesin, hat uns in der Nacht mit ihrem Schnarchen keine erholsame Ruhe gegönnt, sodass wir wohl weniger erholt waren, als wir wollten. Nach einem kurzen, improvisierten Frühstück ging es schon knapp nach 7 Uhr los. Wir wanderten über Feldstrassen, viele Reisfelddämme, Bewirtschaftungswege und entlang von Bewässerungskanälen.
    Es ist wie ein Weglabyrinth: zwei Felder vor, vier seitlich, diagonal nach vorne, wieder drei seitlich, um schliesslich vier Felder weiterzukommen. Von der schnurgeraden Hauptstrasse zur schnurgeraden Bahnlinie, über die Überführungen dieser und wieder zurück. Viele Umwege über Höfe, da die grösseren Kanäle keine Brücken haben. Auf der Strasse wären es von Santhià nach Vercelli 21 km, wir sind also das 1,5-Fache gelaufen.
    Im einzigen Dorf auf der Route, San Germano, haben wir doch noch eine offene Bar gefunden – fast ein Wunder, denn das Dorf war totenstill. Auf dem Land sieht man außer Vögeln, Bisamratten und Feldhasen kaum Tiere und schon gar keine Menschen (wohl dem Sonntag geschuldet?). Aus jedem Kanal hört man das Quaken, aber man sieht die Frösche kaum, nur wenn man sich dem Gequake nähert, hört man ein Platschen.
    Von weitem sieht man dann endlich die Zielstadt Vercelli und denkt, es ist nicht mehr weit. Aber es zieht sich hin in diesem Labyrinth. Am Stadtrand freut man sich, angekommen zu sein, doch es geht nochmals auf einer schnurgeraden Strasse 2 bis 3 km bis ins Zentrum der Altstadt weiter.
    Wir trinken noch einen Eistee in der Altstadt und gehen dann zu unserem 100 m² grossen Appartement, wo wir herzlich empfangen werden. Als erstes kommt die ganze gebrauchte Wäsche in die Waschmaschine und wir unter die Dusche.
    Die anschliessende Altstadtbesichtigung zeigt ein ruhiges, beschauliches, reizvolles und schönes Städtchen mit vielen Kirchen und sogar einer Synagoge. Die Leute sitzen in der Sonne auf dem großen Platz, geniessen das Restaurant und unterhalten sich.
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