• Nicorvo

    May 12, 2025 in Italy ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute stehen wir wieder etwas früher auf. Den Espresso und das Croissant haben wir in einer Bar auf dem Hauptplatz eingenommen. Bald verlassen wir die Stadt, und ein scheinbar endloser Wasserschutzdamm erwartet uns. Auf dem Damm geht es gefühlt ewig weiter bis nach Palestro. Im Dorf treffen wir lediglich eine Frau mit zwei Kindern und eine Dreiergruppe schwatzender Frauen, ansonsten herrscht Stille, und alles ist – wie so oft – geschlossen. Wir hoffen auf einen offenen Laden für die Zwischenverpflegung, doch auch dieser wurde wohl wegen zu geringer Frequentierung zugemacht. Also raus aus dem Dorf und weiter über Feldwege, vorbei an wenigen Bauern auf großen Traktoren. Sie schenken uns kaum Beachtung, die Feldarbeit ist wichtiger.
    Auffällig ist, dass wir außer Krähen und vereinzelten Froschlauten kaum andere Tiere sehen oder hören. Heute ist es wärmer, und der Himmel ist klar. Über die spärlichen, Schatten spendenden Bäume waren wir froh.
    In Robbio angekommen, suchen wir schnellstmöglich eine Bar. Wir sind durstig und etwas hungrig. Wir bestellen 2 Espresso, 2 Cola und ein Gebäck und staunen nicht schlecht über den Preis – 5 Euro!
    Gestärkt machen wir uns an die letzten 7 km nach Nicorvo, da der Barbesitzer uns noch drei Croissants gratis eingepackt hat. Er schloss wohl nach uns die Bar.
    Nicorvo ist ein kleines Nest, aber in der Umgebung gibt es weit und breit keine weiteren Unterkünfte. Wir finden eine private Lösung im Casa Stella. Blöd nur, dass das Ospitale (die Gratisunterkunft) denselben Namen trägt. Prompt landen wir zuerst im falschen Haus. Uns verwundert die Ausstattung und die Tafel „Sie leben von Spenden“, und wir hatten doch 70 Euro vorbezahlt! Als wir das bemerkten, wechseln wir sofort zur richtigen Adresse und werden – ach Schreck – von drei teilweise bellenden Hunden begrüsst.
    Die Appartementvermieterin ist sehr freundlich und wird zum Glück für uns das Abendessen kochen, denn im Dorf gibt es heute keine weiteren Verpflegungsmöglichkeiten.
    Beim Apéro in der Dorfbar beobachten wir, dass die Männer in der Bar sind, während die Frauen wohl in der Maiandacht in der Kirche sitzen. Sobald die Frauen zurückkommen, steigen die Männer ins Auto.
    Heute sind wir in der Lombardei angekommen.
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