• Pavia

    May 14, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 21 °C

    Mit je zwei Espresso und einem Croissant sowie leichtem Regen starten wir in den Tag. Schnell verlassen wir das Dorf Tromello und folgen den Feldwegen. Lange geht es entlang eines grösseren Kanals. Danach erreichen wir die Kleinstadt Garlasco, wo wir auf dem Hauptplatz einen Kaffee trinken und in etwa zehn Bars vergeblich nach einem Pilgerstempel fragen.
    Weiter geht es über Felder, immer wieder entlang von Kanälen und durch kleinere Bauerndörfer.
    In Gropello Cairoli angekommen fällt uns auf, dass sich an jedem Ende der Hauptstrasse eine Kirche gegenübersteht – um eine der Kirchen ist sogar ein Kreisel gebaut. Man muss fast den Kopf einziehen und etwa 1,5 Meter hinabsteigen, um in die Kirche zu gelangen. Offenbar ist sie beim Bau des Kreisels „abgesoffen“.
    An einem grossen Friedhof machen wir Halt und besichtigen die Anlage. Rundherum sind schmale, hohe Grabhäuschen angeordnet, innen Gräber wie bei uns. Es gibt sogar ein Kellergeschoss mit Wandgräbern.
    Heute ist die Landschaft abwechslungsreicher mit mehr Baum- und Heckenbestand. Sogar ein Reh kam über das Reisfeld durchs Wasser auf uns zu, sprang direkt vor unserer Nase über die Strassenhecke, über die Strasse und verschwand in den Landhecken.
    Bevor wir endlich zum Ticino gelangen, müssen wir eine gefühlt endlose Strecke auf einer asphaltierten Nebenstrasse zurücklegen, was uns zu schaffen macht. Umso mehr freuen wir uns auf den Waldstreifen entlang des Ticinos, auch weil inzwischen die Sonne brennt und wir im Schatten der Bäume etwas Kühle erhoffen. Doch die Freude hält nicht lange: Mückenschwärme stürzen sich hungrig auf uns. Stehenbleiben ist nahezu unmöglich, ohne von den Mücken gefressen zu werden. Die Devise lautet: Immer in Bewegung bleiben und mit den Armen fuchteln – die einzige Lösung, um die lästigen Viecher abzuwehren.
    Der Weg kurz vor Pavia ist offiziell gesperrt wegen einer fehlenden Fussgängerbrücke. Um weitere stark befahrene Strassenabschnitte zu vermeiden, ignorieren wir die Sperrung. Bis auf je einen Schuh voll Wasser können wir den Bach trotz fehlender Brücke problemlos queren. Bald darauf liegt Pavia mit den drei hintereinander angeordneten Brücken über den Ticino vor uns. Nach 32 Kilometern freuen wir uns, herrlich über die alte gedeckte Brücke in die Stadt einzulaufen. Mit dem Rucksack auf dem Rücken fühlt man sich in der Innenstadt zwischen Touristen und Einheimischen schon etwas ausserirdisch.
    Mit dem Appartement haben wir es auch wieder einmal gut getroffen. Morgen, nach 30 Tagen Aufbruch, steht ein Ruhetag zur Erholung und Stadtbesichtigung an.
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