Piacenza
17. maj 2025, Italien ⋅ ☀️ 22 °C
Heute ist eine etwas leichtere Tour vorgesehen, trotzdem müssen wir fast die ganze Strecke auf asphaltierten Haupt- und Nebenstrassen laufen. Das grosse Ereignis am Morgen ist die Po-Überquerung mit dem Boot. Danielo Parisi holt uns zusammen mit fünf weiteren Pilgern am Steg in Corte S. Andrea ab und bringt uns etwa eine halbe Stunde über den Po ans andere Ufer nach Soprarivo. Damit sind wir in der Emilia-Romagna angekommen.
Nach der Landung erzählt er uns auf dem Weg zu seinem Haus die Geschichte der Via Francigena und erklärt, dass diese Passage bereits vor hunderten von Jahren von Pilgern und Handelsleuten genutzt wurde. Er zeigt uns auch die Verfärbungen an den Baumstämmen in etwa drei Metern Höhe und erklärt, dass das Wasser vor fünf Jahren bis auf diese Höhe stieg.
Anschliessend führt er uns in seinen Garten, um den Stempeleintrag und die Eintragung in sein rund 15 cm dickes Fährbuch vorzunehmen, in dem alle Personen verzeichnet sind, die er überführt hat. Stolz zeigt er uns ein Foto von sich und seinen bereits fünf vollen Büchern.
Die Stempel sind riesig und an grossen Holzkeulen befestigt. Er zelebriert das Stempeln richtig – danach muss man sich im Buch selbst eintragen. Er will wissen, wer du bist, woher du kommst, wo deine Pilgerreise begann und bis wohin du gehst. Zum Abschied gibt es eine herzliche Umarmung, und die Frauen bekommen noch ein Küsschen.
Anschliessend beginnt die Wanderung auf den nahezu schattenlosen Strassen nach Piacenza.
In der Stadt angekommen beziehen wir das Appartement. Der Eingang ist so schmal und eng, dass man mit dem Rucksack auf dem Rücken fast nicht durchkommt.
Nach der Dusche geht es zur Stadtbesichtigung und der obligaten Stempelsuche.
Die Stadt hat wieder viele kleine und grosse Kirchen. Man bekommt langsam einen Sturm im Kopf von all den Heiligtümern, die es zu besichtigen gibt.
Dafür muss man aber durch die ganze Stadt laufen, um etwas Essbares einkaufen zu können – der Wahnsinn.Læs mere




