• Berceto

    22. Mai 2025 in Italien ⋅ 🌧 13 °C

    Heute stehen wir um 06.00 Uhr auf, um zeitig loszugehen. Es gilt 21 km mit 1000 m auf- und 300 m abwärts zu machen. Nach einem miserablen Frühstück, es gibt nur abgepacktes Süsses und schlechten Kaffee, gehen wir los. Die erste Steigung erwartet uns vor der Haustür. Die heutige Wegstrecke ist sehr schön. Der Weg führt über viele Waldwege und durch sehr kleine Bergsiedlungen. Wie die da hochkommen und leben, ist uns nicht immer erklärbar. Es gibt nichts als Häuser und eine Kirche. Im kleinen Dorf Cavazzola haben wir an der Strasse eine offene Bar gefunden und waren erfreut, endlich einen guten Espresso und ein Croissant zu bekommen. Für den Wegverzehr lassen wir uns noch ein mit Salami dick belegtes Brötchen machen.
    Die nächste Steigung erwartet uns wieder. Ein Waldweg führt meistens einfach steil nach oben und so steil wieder runter. Italiener kennen keine Kehren. Gewisse Wege ins Dorf sind mit grossen Steinen gepflastert und bei Nässe sehr glitschig, was immer ein Spiessrutenlaufen ist. Die Waldwege stellenweise so matschig durch den Regen, dass man gut überlegen muss, wohin man tritt. Aber wieder mal in der Natur zu laufen mit wenig Strassen ist wohltuend.
    Das Wetter war besser als prognostiziert. Wir wandern zu Beginn immer entlang der Regenfront bei Sonnenschein oder bedecktem Himmel, aber mit richtig viel Wind. Es ist kühl und im Wald wird es einem fast bange vom Blätterrauschen.
    Auf den letzten 6 km hat uns die Regenfront eingeholt. Mit dem Seitenwind bauschten sich unsere Pelerinen heftig und das nasse Gras durchnässte unsere Schuhe komplett.
    Angekommen in Berceto steuern wir die nächste Bar an, um uns zu orientieren. Unser BnB finden wir schnell. Die nassen Schuhe und Kleider sind ebenso schnell ausgezogen und ab unter die heisse Dusche. Was für eine Wohltat.
    In der Küche steht etwa das gleiche Angebot für das Frühstück wie heute Morgen. Also gilt es, einen Einkauf zu tätigen. Die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit dauert, wir suchen das halbe Dorf ab und wurden zum Glück fündig. Das Morgenessen ist gesichert.
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