• Camaiore

    May 28, 2025 in Italy ⋅ ☁️ 23 °C

    Ausgeruht machen wir uns auf den Weg nach Camaiore. Die erste kurze Steigung geht in Richtung Castello Massa hinauf, um dann bald wieder hinabzugehen und etwa 3 km auf der stark befahrenen Hauptstrasse im Berufsverkehr weiterzugehen. Der 200 m Höhenanstieg von Prato über den Hügel zieht sich in diversen Kehren wie eine Passstrasse nach oben, um dann vor dem Abstieg plötzlich vor einer komplett gesperrten Strasse zu stehen. Der Bauarbeiter meint, die Strasse sei gesperrt. Nicht mit uns – eine Umkehr ist für uns undenkbar. Also zwängen wir uns durch die Absperrungen und gehen über das gesperrte Strassenstück.
    Unten im Tal angekommen, im Dorf Ripa, genehmigen wir uns einen Espresso in der Dorfbeiz. Ab hier geht der Weg über Quartierstrassen mit schwer umzäunten Einfamilienhäusern weiter. Im Städtchen Pietrasanta staunen wir nicht schlecht. Bereits am Ortseingang sind diverse Kunstobjekte zu sehen. Und erst im Städtchen selbst und in den Kirchen stehen mehrere grosse Skulpturen. Fernando Botero hat hier auch gewirkt. Pietrasanta ist sehr gepflegt und scheint bei Touristen beliebt zu sein. Auf dem Hauptplatz reihen sich Restaurants aneinander, in den Gassen finden sich viele Edelboutiquen.
    Wir laufen aber weiter – vor uns liegen noch 9 km und ein kleiner Pass. Heute setzen uns die Sonne und der Asphalt etwas zu. Es gibt nur wenige Meter Trampelpfade und wenig Schatten auf der Etappe. Wir sind froh, nach 29 km in Camaiore anzukommen. Umgehend beziehen wir unser Hotelzimmer, werden die Rucksäcke los und geniessen die wohltuende Dusche.
    Anschliessend besichtigen wir das Städtchen. Es gibt eine Hauptgasse mit einem Kirchenplatz. Auf dem Hauptplatz am Anfang der Gasse nehmen wir einen Apéro und amüsieren uns am Dorfleben. Es ist wie in einem Film. Die Akteure wechseln laufend. Es ist ein Kommen und Gehen. Die einen verweilen – wie zwei Frauen mit ihren Hunden, eine Jugendschar, die sich wichtig nimmt, ein streitendes Ehepaar, eine schwarze Jungfamilie, die nicht so recht ins Bild passen will und deren Sohn auf einem viel zu kleinen Rad herumkurvt, eine Schar Knaben mit ihren Velos, die imponieren wollen, ein Mann, der immer wieder nach seinem Kind schreit. Andere wiederum radeln mit ihren Velos oder laufen eilig über den Platz.
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