• Gambassi Terme

    1. juni 2025, Italien ⋅ ☀️ 25 °C

    Schon um 6.30 Uhr verlassen wir ohne Frühstück das Appartement. Wir hoffen, dass am Sonntag um diese Zeit eine Bar offen hat – auf dem ganzen Weg gibt es kein Dorf und somit auch keine Einkehrmöglichkeit. Wir haben Glück: Nach einem Espresso mit Croissant können wir losgehen. Die Sonne steht noch tief, es ist neblig und dunstig. Da die ersten Kilometer auf Asphalt verlaufen, ist das ganz angenehm.
    Später laufen wir über Kieswege den Hügelkämmen entlang, im stetigen Auf und Ab, dabei aber immer etwa auf gleicher Höhe. Anfangs sorgt der Schatten der Bäume für angenehme Kühle, je näher wir jedoch unserem heutigen Ziel Gambassi Terme kommen, umso spärlicher wird der Baumwuchs – und so fehlt uns auch der erhoffte Schatten.
    Die Landschaft verändert sich merklich. Zu Beginn sind die Hügel noch teilweise bewaldet, später dominieren kahle Felder und Grashügel. Um die weit verstreuten Höfe liegen kleine Rebberge und Olivenhaine. Vielfach säumen die Olivenbäume im Spalier unseren Weg, dahinter die Reben. Leider sind die Olivenbäume eher kleinwüchsig und spenden kaum Schatten.
    Die letzten fünf Kilometer steigen zum Dorf hin an, grösstenteils auf einem schmalen Trampelpfad neben der stark befahrenen Hauptstrasse – ein schweisstreibender Anstieg.
    Auf der Piazza haben wir uns unter der grossen Linde zu den vielen Gästen der Dorfbeiz gesellt. Wir bestellen eine kleine Pizzaschnitte und trinken eine kühle Cola dazu. Die Italiener treffen sich hier zum Sonntagsapéro, palavern im grossen Kreis und hätscheln die Bambini.
    Da wir den Schlüssel fürs Appartement erst um 14.30 Uhr bekommen, verbringen wir die Zeit noch im Dorfpark. Angekommen in der Unterkunft am Dorfrand, heisst es aber gleich wieder zurück ins Dorf – Einchecken. Also gehe ich nochmals zurück, während Karin in der Zwischenzeit unsere Rucksäcke hütet. Es ärgert einen schon etwas – man geht wohl davon aus, dass jeder ein Auto dabei hat.
    Die Dorfbesichtigung gibt leider nicht viel her. Ausser Heilbädern für Entzündungen, Asthma usw. gibt es kaum etwas Sehenswertes, nicht einmal die Kirche direkt im Ort. Da es Sonntag ist, bleibt auch alles geschlossen – einkaufen unmöglich.
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