• Acquapendente

    June 9, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute steht uns gegenüber gestern eine leichte Tour bevor. Das, was wir gestern hochgewandert sind, haben wir heute als Abstieg vor uns.
    Ausgeruht machen wir uns heute etwas später auf den Weg. Die bereits bekannten Kiesstrassen führen uns ins Tal zur Hauptstrasse. Der Weg verläuft wellenförmig entlang der Hügel: erst abwärts, dann mit leichtem Anstieg wieder hoch, doch insgesamt geht es stetig ins Tal hinunter. Die Hügel zeigen sich heute vielfach vernarbt von Bächen, die den Boden ausgewaschen haben.
    An der Hauptstrasse angekommen, geht es zunächst auf einem Trampelpfad neben der Strasse weiter. Kurz vor der Abzweigung nach Aquapendente müssen wir jedoch etwa 4,5 km auf der schmalen, vielbefahrenen Hauptstrasse laufen. Die Italiener rasen mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei. Wir fragen uns, ob wir – und die anderen via Francigena-Pilger – lebensmüde sind. Aber wir müssen da durch, also Augen und Ohren jederzeit offenhalten war die Devise. Einmal, als zwei Lastwagen gleichzeitig auf unserer Höhe waren und sich nicht ausweichen konnten, mussten wir uns ins Gebüsch retten. Glück gehabt – das war mehr als knapp.
    Bei einer geschäftstüchtigen Italienerin, die auf einer Brache in der Industriezone eine Bar für Pilger geöffnet hatte, trinken wir eine Cola. Es ist die erste Verpflegungsmöglichkeit nach 20 km. Unterwegs gibt es sonst keine Restaurants, oder sie waren geschlossen oder mit „Vendesi“ angeschrieben.
    Der steile Aufstieg zum Zielort ist glücklicherweise in einem Waldstück. Bereits am Mittag treffen wir in Aquapendente ein. Es ist ein Provinznest mit sieben Kirchen, das etwas auf Kunst macht. Unserem Empfinden nach hinterlässt das Städtchen jedoch einen etwas ungepflegten Eindruck.
    Heute haben wir die Toscana verlassen und sind jetzt in der Provinz Lazio.
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