• Vetralla

    June 13, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Noch eine halbe Stunde früher aufstehen und die Wahl, einen längeren Weg von zusätzlich 8 km zu nehmen, hat sich gelohnt. Wir hatten viel Schatten, schöne Wege und zwei Dörfer auf der Strecke.
    Der erste Anstieg erfolgt, als wir die Vorstadt von Viterbo verlassen haben. Der Weg führt in längeren Abschnitten durch Eichen- und Kastanienwälder, wo es noch kühl ist. In San Martino al Camino sitzen wir unter alten Männern beim Morgentreff in der Bar und trinken unseren Espresso. Uns ist schon mehrfach aufgefallen, dass sich die Alten am frühen Morgen in den Bars treffen – vermutlich wegen der Kühle und wohl auch wegen des günstigen Preises für einen Espresso (€ 1,30).
    Es gibt noch zwei kleinere Anstiege: Einen vor Tre Croci, wo wir noch eine Cola trinken, und einen anderen nach dem Dorf. Kurz vor unserem Zielort Vetralla besichtigen wir die tausendjährige Chiesa di Santa Maria di Foro Cassio.
    Wir hatten im Vorfeld wegen der Wärme (Tagestemperatur bis 34 Grad), der Wegstrecke von 22 km und dem total etwa 500 Meter Höhenanstieg etwas Bedenken. Diese waren unbegründet. Durch die sehr frühe und relativ kühlere Tageszeit, die abwechslungsreichen Landschaften sowie die Dorf- und Kirchenbesichtigung gab es keinen Durchhänger. Bereits um 11:15 Uhr sind wir in Vetralla eingetroffen. Es ist wieder ein Provinznest der unschönen Art. Zu sehen gibt es eigentlich nichts, ausser den mit Plastik hergestellten Blumendekorationen für das heute Abend stattfindende Dorffest, die das ganze Dorf noch mehr verunstalten. Auffällig ist allerdings, dass die Garagen in die Felsen gehauen wurden und in alten, selbstgemachten Felsennischen ein einfaches „Olivenmuseum“ eingerichtet wurde.
    Also verbringen wir den Nachmittag mit Faulenzen und Herumhängen.

    In den Wäldern treffen wir noch einen älteren Herrn mit Gehstöcken und seinem Hund auf dem Spaziergang. Wir kommen mit ihm ins Gespräch. Er zeigt uns eine Münze, die er auf dem Weg gefunden hatte. Es war ein Schweizer Einfränkler, die ihm sehr gefiel. Wir erzählen ihm in gebrochenem Italienisch, woher wir kommen und welchen Weg wir hinter uns haben. Er sagt uns, dass er schon lange krank sei und trotzdem noch lebe. Es war ein Mensch, mit dem man sich auch ohne oder mit wenig Sprachkenntnissen verständigen konnte.
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