Malakka Tag 1: Gassen und Geschichten.
16. Januar in Malaysia ⋅ ☁️ 31 °C
Melaka, oft auch Malakka geschrieben, thront als älteste malaysische Stadt an der Straße von Malakka. 2008 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt – zu Recht, denn ihre Geschichte liest sich wie ein Actionfilm mit Piraten, Sultanen und Kolonialmächten. Der Legende nach flüchtete Parameswara, der Gründer von Melaka, Ende des 14. Jahrhunderts hierher. Unter einem Baum namens Melaka rastend, sah er ungläubig, wie seine Jagdhunde von einer winzigen Maus in den Fluss gejagt wurden. Amüsiert nannte er den Ort einfach nach dem Baum – eine Lektion: Große Helden fürchten manchmal die Kleinsten. Die Architektur und Kultur spiegeln die Händler und Eroberer wider, die hier ein- und ausgingen. Im frühen 15. Jahrhundert pushte China Melaka als Handels-Hub und Basis für Indische-Ozean-Abenteuer. Arabische, persische und indische Kaufleute strömten herbei. Parameswara konvertierte zum Islam durch seine Ehe mit einer sumatranischen Prinzessin, und voilà: Ein Sultanat entstand. 1511 räumten die Portugiesen die Bühne – bis 1641 die Niederländer übernahmen. Die Holländer regierten bis 1798, dann kamen die Briten (mit Japaner-Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg), die erst 1957 abzogen. 1963 wurde Melaka Teil Malaysias.
Irgendwann wurde es in der Festung zu eng erzählt Guide Imrahn. Die Holländer eröffneten einen neuen Bereich – also die Gebäude um die Herrenstraße. Da die Holländer aber am bis dato größten Hafen beschäftigt waren, bauten die Chinesen alles. Warum gibt's Kreisfenster bei jedem Haus im Eingangsbereich? Der Schuhmacher weiß es natürlich. Es war für die Frauen zum Quatschen – denn sie durften nicht allein auf die Straße. Oder besser gesagt: Sie konnten es gar nicht mehr. Fetisch zur damaligen Zeit waren kleine Füße, Schuhe mit gerade mal 9 cm Länge. Stellt euch vor, wie verstümmelt die Füße dadurch aussahen. Aber hey, so konnten die Frauen nicht weglaufen. Denn was hilft eine Schönheit, wenn sie abhaut? Sie sollte zu Hause bleiben. Dazu kamen die Abgaben: Die wurden nach der Breite der Hausfront berechnet. Deshalb bauten sie tief. Ich hab's selbst im Hotel nachgemessen – über 80 Meter! Verrückt. Aber die Männer hatten ja mehrere Frauen, viele Kinder und noch mehr Enkel usw. In den nächsten zwei Parallelstraßen siedelten sich ärmere Leute an: In Straße 2 die Händler, in Straße 3 das Fußvolk. Viele vom Fußvolk waren opiumabhängig – und direkt danach kamen die Sklaven. Als die Briten kamen, zerstörten sie von der Festung alles bis auf die Kirche am Hügel und ein Eingangsportal. Und so endet wieder mal eine sehr informative Tour.Weiterlesen


























