• Erdbeben, Art déco, Wein und Obst

    November 1, 2024 in New Zealand ⋅ ☁️ 19 °C

    Das Erdbeben in der Hawke’s Bay am 3. Februar 1931 war laut Erzählungen das stärkste Erdbeben in der Geschichte Neuseelands. 258 Menschen kamen ums Leben, die meisten Gebäude wurden zerstört. Viele der Holzhäuser hatten jedoch, mit Ausnahme der eingestürzten Schornsteine, überlebt. Allerdings wurden die meisten im Anschluss von den unkontrolliert wütenden Bränden zerstört. 300 Quadratkilometer Land erhoben sich aus dem Meer, Gelegenheit um die Stadt zu erweitern und einen Flughafen zu bauen. Dem damaligen Architekturströmungen entsprechend wurde die Stadt nach dem Erdbeben durchgehend nach den Ideen der Art-déco-Bewegung aufgebaut und gestaltet, was ihr heute ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Tatsächlich hatte in der westlichen Welt die dekorative Art-déco Epoche Ende der 1920er Jahre, iim Rahmen der Weltwirtschaftskrise, ihre Blütezeit schon hinter sich. Wir unternehmen eine guided Tour durch die Innenstadt. Die Tourleiterin, eine pensionierte Lehrerin, ist bisweilen etwas konfus, aber begeisternde Anhängerin der Stilrichtung.

    Die Hawke’s Bay ist eine der größten und meistgelobten Weinanbaugebiete Neuseelands. 1851 pflanzten erstmals französische Maristen-Missionare Rebstöcke am East Cape in die Erde. Ursprünglich wurden Chardonnay und Merlot angebaut, heute gedeihen auch Syrah und Sauvignon Blanc. Aber Klima und Boden eignen sich auch für die Obstanbau; Äpfel, Zitrusfrüchte werden geerntet.

    Wir fahren mit Uber zur Mission Estate Winery, das älteste Weingut in der Hawke’s Bay. In dem damaligen Priesterseminar wurde Messwein produziert. Das Weingut Church Road besticht durch ein sehr exklusives Ambiente und hat auch „exklusive“ Preise. Der Chardonnay ist allerdings herausragend.

    Zum Abendessen fahren wir zum Weingut Elephant Hill - tolle Lage in der Nähe der Bucht. Der Koch hat laut Reiseführer einen Michelinstern, die Lammschultet schmeckt fantastisch gut, die Preise sind erschwinglich.
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