• Kalahari

    April 22, 2021 in Namibia ⋅ ⛅ 26 °C

    Die verbleibenden beiden Nächte wollen wir in der Kalahari verbringen.
    Nach dem Köcherbaumwald in Keetmanshoop sind wir bis Gochas, am Rand der Kalahari gefahren. Kurz, unspektakulär... Wir stellen lediglich fest, dass alles sehr grün ist. Entlang des Auob Flusses reihen sich wieder eine Farm an die Nächste. Wir können daher ein paar Wildtieren entdecken, die dort gezüchtet werden. Wir kommen in einem sehr schönen B&B unter und genießen wieder ein sehr gutes Essen. Verhungern werden wir hier sicher nicht.

    Heute geht es auf die erste und einzige Guest Farm unserer Reise. Wir hatten zuvor die Preise gecheckt aber meistens waren richtige Hotels und Lodges einfach deutlich günstiger, daher wurden bisher immer diese gebucht. Die heutige Farm ist vergleichsweise billig günstig und liegt genau im täglichen Schnitt an Übernachtungskosten.
    Wir bahnen uns also von Gochas unseren Weg Richtung Norden, entlang der Grenze zu Botswana. Doch entgegen aller Erwartungen an roten Dünen und Kerker Landschaft werden wir von saftig grünen Weiden überrascht. Das Gras steht so hoch, dass man die begrenzenden Zäune der Straßen kaum noch erkennt, alles blüht.
    Einige Kilometer vor unserem Tagesziel kommen wir an ein riesiges Tor, dass schon den Namen und das Logo der Guestfarm tragen. Der Zaun, der das Gelände umgibt, ist über 2 Meter hoch und das Gatter wird offensichtlich mit Kameras überwacht. Unsere Erwartungen liegen nicht all zu hoch, da die Farm ja relativ Günstig im vergleich zu Anderen ist. Wir staunen wir nicht schlecht als wir einchecken und unser Zimmer und die Anlage zu sehen bekommen. Hier herrscht offensichtlich Arbeitsteilung. Der Hausherr betreibt die Viehzucht und seine Frau die Unterkunft. Sie hat lediglich eine Angestellte und bereitet das Essen selbst zu. Alles ist in liebevoller Detailarbeit dekoriert und eingerichtet, wir fühlen uns sofort pudelwohl.
    Wir schnappen uns zwei Fat Bikes, die hier ausnahmsweise kostenfrei zur Verfügung stehen, und dürfen auf eigene Faust die 15.000 Hektar Farm erkunden. Neben den Zimmern gibt es auch Campingplätze und Zelte, die man mieten kann. Außerdem kann man bis zu den hauseigenen Dünen radeln und den Roten Sand der Kalahari doch noch ein bisschen erfahren.
    Auf dem Rückweg schrecken wir wohl eine Herde Streifenhörnchen auf, die aufgeregt und lauthals schimpfend zwischen den Rädern umher hüpfen und dann mit mindestens der doppelten Geschwindigkeit einige hundert Meter Vordenker Weg voraus rennen bevor sie in ihrem Erdbau verschwinden.
    Die Hausherrin erklärt uns später, dass die Kalahari noch nie so grün gewesen sei. Zumindest nicht, soweit sie sich erinnern kann. Und dass das nur einmal im Leben vorkommt, diese Gegend so saftig grün zu sehen. Daher gäbe es zum Dinner auch eine ganz besondere Spezialität.

    Nach einer ausgiebigen Dusche und einem kalten Getränk wartet auch schon das Abendessen auf uns.
    Ein kleiner Gruß aus der Küche, Salat... nichts Bewegendes. Es wurde zuvor Oryx Filet angekündigt, dieses aber übertrifft mit ganz großem Abstand alles, was wir bisher an Oryx auf dem Teller hatten. Als ganze Lende in Pfefferrahmsoße gegart und mit kross gebratenen Zwiebeln garniert zerläuft uns das Fleisch auf der Zunge. Dazu gibt es Kartoffelbrei und versprochene namibische Spezialität: Kalahari Trüffel!
    Kalahari Trüffel wachsen nur in besonders regenreichen Jahren und auch nur, wenn es noch sehr spät noch ergiebig regnet und die Temperaturen nicht zu nieder sind. Diese Köstlichkeit genießt also eine gewisse Exklusivität und ist für hiesige Verhältnisse sehr teuer. Dennoch steht der Pilz den uns bekannten Trüffelsorten geschmacklich in nichts nach. Umso größer werden unsere Augen, als wir gleich eine ganze Schale dieses Pilzes als Beilage serviert bekommen als wäre es das natürlichste der Welt. Sie haben die Trüffel auf ihren eigenen Dünen gefunden und man müsse sie schnell verarbeiten, da sie nur wenige Tage halten - so die Begründung.
    Raffel lässt zum ersten Mal, seit wir uns kennen, das Fleisch liegen und macht es sich zum obersten Ziel so viel von der Beilage wie möglich zu essen.
    In der Zwischenzeit hat die Gastgeberin ein Lagerfeuer und eine Flasche Wein im Innenhof vorbereitet. Leider sind Wolken aufgezogen und wir können nicht die erhofften Sternbilder schießen. Dennoch ist es ein sehr schöner Abend und ein gelungener Abschluss unserer Hochzeitsreise.
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