• Die schreckenherrschaft der roten Khmer

    Jul 24–26, 2025 in Cambodia ⋅ ☁️ 33 °C

    In Kambodscha herrscht noch immer eine gedrückte Stimmung aufgrund der dramatischen Vergangenheit. Beim Rundgang durch das Museum fallen mir immer wieder Parallelen zu unserer Landesgeschichte auf.. Aber von Anfang an: die rote Khmer war eine kommunistische Vereinigung welche im April 1975 die macht übernahm und bis Jänner 1979 an der Macht blieb. WARNUNG: im folgenden schreibe ich über das was ich im ehemaligen Gefängnis und den Killing fields gesehen habe! Wer das nicht lesen möchte sollte hier stoppen...Die rote Khmer wollte eine Klassenlose gesellschaft einführen und ermordete beim Versuch dies zu erreichen fast 2 Millionen Menschen (Auch viele ihrer eigenen Leute). Geheimhaltung war oberstes Gebot - lange wussten auch die eigenen Parteimitglieder nicht wer der eigentliche Anführer war. Anfangs wurden intellektuelle und gebildete Menschen (teilweise unter falschen vorwänden) verfolgt und in ein Gefängnisse gebracht und dort unter Folter zu einem Geständnis gezwungen. Danach wurden sie ermordet. Die Städte wurden geräumt und alle Einwohner aufs Land geschickt um dort zu arbeiten. Denn nur durch harte Arbeit wird man rein.. (das kennen wir doch so ähnlich 🫣)
    Ein vier Jahresplan wurde eingerichtet, der verlangte 3 tonnen Reis/Hektar zu ernten. Unabhängig von der Beschaffenheit des Landes. Ein unmöglicher Plan. Kinder wurden gezwungen auf dem Land zu arbeiten sobald sie 5 jahre alt waren. Die Ideologie sagte wenn man nur hart arbeiten würde könne man alles erreichen. Das die vormaligen Stadtbewohner und Kinder keine Ahnung vom reisanbau hatten war dabei unwichtig. Wer es falsch machte oder nicht arbeitete würde bestraft. Die Mitglieder der roten Khmer wussten übrigens auch nicht wie man Reis anbaut... Und alle intelligenten Menschen hatte man bereits umgebracht. ganz abgesehen von der Tatsache das die Menschen hungerten und wenig Kraft hatten. Viele waren krank und schwach und überlebten die Arbeit auf den Feldern nicht. Zudem herrschte ständiges Misstrauen auch innerhalb der roten Khmer und sie verhafteten ihre eigenen Leute.
    Toul Sleng bzw. Office S-21:
    Das Gefängnis zeigt sehr anschauliche Fotos und Videos. Und als wäre es nicht genug ein Foltergefängnis einzurichten, Die Gebäude sind eine ehemalige Schule "Toul Sleng". Die Klassenzimmer wurden als Zellen und "Verhörräume" genutzt. Offenbar war das dokumentieren von Grausamkeiten auch hier allgegenwärtig. Jeder Gefangene wird fotografiert und anschließend in Massen Zellen an fußfesseln angekettet. Sobald die gefangenen verhört werden kommen sie in mini Einzelzellen wo sie ebenfalls am Boden angekettet werden. Anschließend folgen Folterung bis zum Geständnis (wobei sie die Folter überleben müssen sonst gibt's kein geständnis). Überlebt jemand diese Prozedur nicht muss der zuständige Folterer ebenfalls fürchten in einer Zelle zu landen und dasselbe Prozedere zu durchlaufen. Nach geschriebenem Geständnis erfolgt die Exekution. Man hat ja gestanden.. Oftmals werden die Gefangenen dazu mitten in der Nacht auf Transporter geladen und aus der Stadt gebracht. Nach "Choeung Ek" das Killing field außerhalb der Stadt. Das Gefängnis haben übrigens nur 12 Menschen überlebt. Sie waren der roten Khmer von nutzen und erhielten deshalb eine bessere Behandlung. Im Gefängnis treffe ich zwei der überlebenden. Sie verkaufen dort ihre Bücher über das erlebte.
    Danach besuche ich "Choeung Ek".
    Dazu werde ich allerdings nicht viel sagen. Es ist ein sehr berührender Ort an dem viel grausames und unausprechliches passiert ist. Der ehemalige Obstgarten und chinesische Friedhof wurde umfunktioniert zu einem Ort des Sterbens. Mittlerweile befindet sich auch eine Gedenkstupa hier. Außerdem gibt es einen Post ist stand sowie ein Buch in dem man Gefühle und Gedanken hinterlassen kann.
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