Maggi Piec

Joined April 2018
  • Day186

    Ein typisches Städtchen in Tanzania

    September 17 in Tanzania

    Bevor es in die Serengeti geht, müssen wir uns noch mit einer SIM Karte für Tanzania versorgen, da die Strassen im NP noch schlechter/ holpriger sein sollen als bisher. Ausserdem hat die Serengeti eine Fläche wie die Niederlande und da grad die meisten Touris wie auch Tiere in der Masai Mara sind, kann es wohl passieren, dass man stundenlang im Park auf keine Menschenseele trifft. Da wäre eine Autopanne ohne Handy Empfang natürlich suboptimal. Ausserdem ist Maggi schon ganz gespannt auf ihre Geburtstagspost. ☺️
    Also holen wir noch „schnell“ eine SIM im Städtchen ums Eck. Daraus werden dann schnell mal 3 Stunden, wenn „der eine“ Handy Verkäufer der Stadt seine Vertriebskette spontan über zwanzig Ecken anstoßen muss. Sowieso geil in Afrika: Wenn immer wir fragen, wo es dies und das gibt, kriegen wir die Antwort: „Fahrt einfach in die Stadt und fragt nach xyz, man kennt ihn, man wird euch zu ihm führen!“ Und so funktioniert es auch tatsächlich! 😅👍🏼 Afrika, irgendwie klappt‘s schon immer!
    Doch wenn man stundenlang auf etwas wartet, das man bei uns daheim einfach sofort von der Stange kriegen würde, hat es auch etwas Positives: man wird nicht nur entschleunigt, sondern hat auch die einmalige Gelegenheit, das bunte Treiben in einem „ganz normalen“ Städtchen in Tanzania zu beobachten und mit allen Sinnen aufzusaugen. Wir lassen hier gern die Bilder für sich sprechen.
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  • Day184

    Den Tag vor Maggis Geburtstag verbrachten wir in unserem wunderschönen Mara West Camp. Beim Frühstück auf der Wiese bei bestem Wetter von Zebras und Giraffen besucht zu werden, war schon das 1. Highlight, und der Blick über das Tal des Masai Mara Triangle sowieso immer wieder atemberaubend 🌄. Zur Feier des Tages stutzte Séb sogar seinen Vollbartbart für Maggi. 🧔🏽😃
    Abends hatten wir einen Tisch reserviert und liessen uns mit jedem Gang auf‘s Neue verwöhnen. Ein Gaumenfeuerwerk! Die Liebe des Chefkochs steckte dabei nicht nur im Essen und im Detail, sondern auch in der Geburtstagsüberraschung, die sich das ganze Personal spontan für Maggi ausgedacht hatte. Da muss Séb ihnen wohl was zugeflüstert haben. ☺️ Danke Sebski! 😘👸🏼
    Auf einmal ging das Licht aus, es wurde ganz still. Die Küchentür ging auf und eine Mannschaft von 10 Mitarbeitern - teilweise in traditionellen Kleidern/ Masken - tanzte in einer Polonäse um unseren Tisch herum. In der Hand hielten sie den kitschigsten und gleichzeitig leckersten rosafarbenen Kuchen mit leuchtenden Kerzen oben drauf, den wir jemals gegessen hatten! 🎂 Dazu sangen sie das afrikanische Geburtstagslied, dessen Refrain uns als Dauerohrwurm begleitete: „Jambo, Jambo Juaiaaa, Hakuna Matataaaaaa....!“ Maggi kamen die Tränen, so gerührt war sie von der Gastfreundschaft und Mühe der Masai hier. 🙏🏼 Auch als wir am nächsten Morgen abreisen mussten, kullerten fast die Tränen. So schwer fiel der Abschied auf unserer Reise selten!
    Ein gaaaaanz grosses Dankeschön gilt dem Hotelmanager Obadiah und seinem Team, die es uns seeehr leicht machten, uns dort mehr als zuhause, willkommen und sicher zu fühlen (nach all dem Stress, den Davis dort auch gemacht hatte). Séb versprach, wir kommen wieder. Mit Kind und Kegel. 🤣

    An Maggis Geburtstag selbst saßen wir die meiste Zeit im Auto, da am 16.9. unsere Überfahrt nach Tansania 🇹🇿 in die Serengeti anstand. Wir lernten, dass die kürzeste Strecke bei GoogleMaps/ MapsMe nicht immer die schnellste ist. Über Stock und Stein und durch die kleinsten Masai Dörfer ging es in Richtung Victoria Lake. Der Grenzübergang von Kenia nach Tansania in Isibania verlief zwar reibungslos, aber dauerte mit allen Papieren für das Auto und Visum immerhin 2 Stunden. Dabei gilt unser großer Dank den 2 fleissigen Helfern unseres Autovermieters, die auf beiden Landesgrenzen auf uns warteten und die Behördengänge für uns managten. Als uns der eine auf der kenianischen Seite empfing, rutschte uns zwar kurzzeitig das Herz in die Hose als er uns allein anhand unseres Kennzeichens rausfischte und sagte „er hätte einen Anruf bekommen, dass wir das Land verlassen wollen“. Unser Puls stieg in dem Moment durch die Decke. 🤯 Wir hatten nämlich erst Davis vermutet, der uns heute noch versucht hatte anzurufen und glaubten nun, er würde uns nicht erlauben das Land zu verlassen, ohne die Rechnung bei ihm beglichen zu haben. Aber dem war zum Glück nicht so. Der Kollege an unserem Fenster wurde von unserer Mietwagenagentur gesandt, um uns beim Überqueren der Grenze zu helfen. 😅

    Abends im Camp am Rande der Serengeti angekommen, wurde das Geburtstagskind von Séb sogar nochmal verwöhnt. Mit Kuchen, zuckersüßen Geburtstagswünschen/ -worten und wunderschönen, von den Masai selbstgemachten Andenken an eine unvergessliche Zeit in Kenia. 😘 Nur die vielen Geburtstagsgrüße aus der Ferne konnte Maggi nicht empfangen, da wir schon/noch eine Weile ohne Empfang waren. Dennoch, ein mehr als gelungener 2-Tages-Geburtstag an den schönsten und warmherzigsten Orten der Welt ging zu Ende. 🙏🏼❤
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  • Day183

    Heutiges (unfreiwilliges) Programm: Einmal quer durch die Masai Mara und wieder zurück. Um 6:30h öffneten sich die Tore in den NP. Wir standen schon vor Sonnenaufgang 🌄 da, hell wach, um uns unserer Mission Impossible „Bargeld besorgen“ anzunehmen. Wir mussten schliesslich um 10h am südlichsten Punkt des Nationalparks sein, an einem der zwei wenigen Brücken, die den West- und Ostteil des Reservats, das durch einen Fluss separiert ist, verbinden. Zwischendurch wollten wir uns noch genügend Zeit für unsere Game Drive Self-Safari lassen. Wir konnten wieder so viele Wildkatzen beobachten, die sich wirklich angsteinflössend unbemerkt auf Samtpfoten anpirschen können. Manchmal war unsere ganze Aufmerksamkeit einem auffälligen Löwen gewidmet, dabei übersahen wir völlig den zweiten Löwen, der auf einmal aus dem meterhohen Gras direkt neben unserem Fenster auftauchte. 🦁😳😅 Wir fuhren auch nochmals am gestrigen Schauplatz der „Migration“ der Zebras versus Krokodile vorbei, doch diese schienen sich wohl für den Rückzug entschieden zu haben. Wir genossen es einfach, die vielen unterschiedlichen Tiere zu dieser noch kühleren Tageszeit viel aktiver als sonst zu beobachten, wie z.B. Hippos und Krokodile, die aus ihren Wasserpools an Land spazierten; Löwinnen, die auf Jagd gingen; Geparden, die noch nicht im Fresskoma unter schattenspendenden Bäumen lagen, sondern noch nach Beute Ausschau hielten; oder auch Touristen, die beim FRÜHstück mitten in der Wildnis an einer weiß gedeckten Tafel saßen (total verrückt) oder sich einen Heißluftballonflug gönnten, um die Masai Mara aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen.

    Um 9:55h kamen wir ziemlich punktgenau am Stützpunkt an der besagten Brücke an. Wir versuchen die Story so kurz wie möglich zu halten: Anders als gestern mit Davis besprochen, waren die Ranger hier nicht über unsere Situation informiert und wollten somit auch nicht kooperieren. 😡 Den Freifahrtschein durch den Ostpark zum Geldautomaten in Talek wollten sie uns nicht ausstellen. Stattdessen sollten wir ein neues Ganztagesticket für 160 USD kaufen, um weiterfahren zu dürfen. Als wir Davis anriefen, der heute aus Urlaubsgründen nur noch dieses eine Mal unsere Anrufe entgegennahm, wollte er sich an keine gestrige Absprache erinnern. Er liess uns ins offene Messer laufen und wir sollten allein mit den Rangern an diesem Stützpunkt klar kommen. 🤬 Diese waren uns nicht wirklich geheuer. Sie redeten und lachten in ihrer Landessprache über uns, waren schwer bewaffnet und wir fühlten uns insgesamt sehr verarscht/unwohl. Maggi wurde sichtlich nervös, vor allem als einer der Ranger mit Séb mal kurz hinter‘s Auto wollte. Séb kam kurz darauf mit aufgerissenen Augen zurück und sagte nur: „Die versuchen es nun mit Bestechung“. Darauf ließen wir uns nicht ein. Die Situation schien ziemlich verbissen, denn wir durften die Schranke/ Brücke ohne gültiges Tagesticket ODER Freifahrtschein weder in die West-, noch Ostseite passieren. Die Ranger, die hier Geld witterten, wollten zudem unsere Strafe selbst einkassieren. Davis, der Penner, war nicht mehr erreichbar. Wir saßen fest. 😨

    Auf einmal tauchte wohl der ranghöchste Ranger auf, der wissen wollte, was hier los sei. Er gab uns die Möglichkeit uns zu erklären und wir schilderten ausführlich was geschah und wie Davis uns seit gestern schikaniert hatte. Er hörte einfach nur ruhig zu und sagte überhaupt nichts. Als wir fertig waren mit all unseren Ausführungen sagte er immer noch nichts, sondern zückte nur sein Handy und rief jemanden an. Wir wussten nun nicht, ob es NOCH schlimmer für uns kommen konnte, und waren anscheinend voll und ganz von seiner (Un-)Gunst bzw. Laune abhängig. ⏳
    Wie sich nach einer gefühlten Ewigkeit herausstellte, als er uns dann endlich aufklärte, rief er seinen Vorgesetzten an und holte sich sein OK ab, uns die Strafe i.H.v. 100 USD zu erlassen. Zu unserem Glück war er wohl einer der korrekten Sorte „mit weißer Weste“, denn er sah den Fehler, den wir gestern begangen hatten, als nicht strafwürdig an, denn wir waren ja in der Tat immer noch auf dem kürzesten Wege in Richtung Gate gewesen, um das Eintrittsticket zu kaufen. Auch wenn uns tausend Steine vom Herzen fielen als er uns dies so erklärte, bestanden wir dennoch darauf, dass er den Strafzettel durchstreicht und unterschreibt, was wir dann auch zur doppelten Sicherheit per Foto festhielten. Sicher ist sicher, bei all den korrupten Geiern hier. 🤥 Er bat uns, nun alternativ „nur“ die neuen (und ja noch viel teureren) Tagestickets zu kaufen, damit wir uns wieder frei im gesamten Park bewegen dürften. Doch da kam sein HiWi um die Ecke, der zuvor versuchte hatte Séb zu bestechen. Er zeigte seinem Boss von sich aus den Freifahrtschein, den er uns zuvor ausgestellt hatte, denn anscheinend bekam er Panik, dass wir ihn für seinen Bestechungsversuch bei seinem Chef anschwärzen könnten.
    Tja, dumm gelaufen für sie, da wir nun folglich den Tagespreis doch nicht bezahlen mussten, und sogar die Strafe wegfiel. Sie hatten also bisher rein gar nichts an uns „verdient“. Sie bemerkten ihren Fehler schnell und baten uns, als Dank für ihre Kulanz wieder hierher zurückzukommen nachdem wir Geld getankt hatten, damit wir hier die Tagestickets erwerben. Ja ja, bla bla. Wir hauten so schnell wie nur möglich ab, als die Schranke hochging. Der Pass war nur 1,5 Std. gültig für eine Dirt Road Strecke, die eigentlich mind. 2 Std. forderte. Für Game Drive blieb da also keine Zeit. Wir flitzten wie Speedy Gonzales durch das Reservat, in der Hoffnung, dass wir jetzt nicht noch ein weiteres Knöllchen für Geschwindigkeitsüberschreitung kassieren würden. 😅 Unterwegs sahen wir natürlich noch viele interessante Tiere und eine abwechslungsreiche Landschaft, doch Stehenbleiben war nicht drin.
    🚐💨🌪☄

    Beim Parkausgang in Talek wussten die Ranger tatsächlich schon bescheid, ließen uns Geld holen (was nicht ganz einfach war, weil ja fast all unsere Kreditkarten in Nairobi aus Sicherheitsgründen gesperrt worden waren) 🙈 und gaben uns den nächsten Freifahrtschein mit, um es ans nächste Gate im Norden zu schaffen. Wieder sehr knapp kalkuliert. Der Weg dorthin mit sehr ungenauem Navi wurde echt zum Hindernisparkours. Die uns angezeigte Brücke, um den Fluss zu überqueren, fanden wir nicht. Wir standen vor einem Wasserloch, das zu tief zum Überqueren schien. Maggi stieg aus, um - leichtsinnig wie immer - Steine ins Wasser zu werfen, um die Tiefe abschätzen zu können. Wir fühlten uns wie die zögerlichen Zebras gestern und brachen ab. Wir fuhren den Fluss entlang auf der Suche nach einer anderen Möglichkeit zur Überquerung. Dabei stellten wir zu unserem Schrecken fest, wie viele Hippos immer versteckt an den Flussufern badeten/ lauerten. 😳 Als wir uns an der nächsten flacheren Flussstelle endlich durch die tiefen Pfützen trauten, sahen wir auf der sicheren anderen Seite angekommen, dass 2 Löwinnen hier grad auf der Pirsch waren. Jetzt verstanden wir auch, was uns der wild mit seinen Armen fuchtelnde Fahrer am anderen Ufer zu sagen versucht hatte. 🦁😅 Von nun an unterließ Maggi das blauäugige Verlassen des Autos und ihr Steineschmeissen. ☺️

    Wir waren spät dran. Séb düste wie der Road Runner („Beep Beep“) durch den restlichen Teil der Steppe. Die grossen Tierherden machten respektvoll Platz, wenn sich unsere Staubwolke näherte. 🚐💨🌪 Es wurde eine PUNKTLANDUNG! Auf die Minute genau um 14:00h, als unser Freifahrtschein ablief, fuhren wir am nördlichen Gate vor. Wären wir nur 1 Minute drüber gewesen, hätten wir 2 neue 24h-Tagestickets kaufen müssen. Hier trafen wir auch unsere beiden Masai Mitfahrerinnen von gestern wieder und schnackten noch ein wenig mit bekannten, netten Rangern am Eingang. Als wir die Schranke passierten, feierten wir uns so unglaublich! 🎊🎉 Alle hatten uns unterwegs abziehen, ausnehmen, bestechen wollen. Doch wir haben diesen „Wildpark“ überstanden und am Ende hatte keiner an uns verdient (2 zu 1 Endstand für uns). 😜Die Strafe wurde annulliert, die Tageseintritte umgingen wir mit Freifahrten. Wir hatten an einem Tag die kompletten beiden Hälften des Masai Mara Triangles durchquert - zwar im Schnelldurchlauf doch wir haben dabei genug sehen können -, und nun noch genügend Zeit für ein Picknick irgendwo im wunderschönen Nirgendwo und den ganzen Nachmittag zur Verfügung, um das Bonnie & Clyde Abenteuer der letzten 2 Tage zu verarbeiten. Dafür hatten wir uns unser „Ankerbier“ in Form eines guten Rotweins im Mara West Camp wahrlich verdient und den Abend bei wunderschönem Sonnenuntergang ausklingen lassen. 🌅😍🍷
    🎵 „All I need in this life of sin, is me and my girlfriend. 😎 Down to ride to the very end, is me and my boyfriend!“ 👸🏼🎶
    Davis, das hier ist für dich: 🖕🏼🖕🏽
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  • Day182

    Masai Mara National Reserve II/II

    September 13 in Tanzania

    Maggi fluchte zwar noch öfter über die Situation und den unzurechenbaren Ranger. Trotzdem liessen wir uns den Tag nicht vermiesen. Unsere Tickets waren 24 Stunden lang gültig, d.h. bis 10 Uhr morgens des nächsten Tages. Wir cruisten lässig durch den Park, denn hier brauchte man keine Sorge zu haben, keine Tiere zu Gesicht zu bekommen. Die „große Wanderung“ der Tiere fand vor Kurzem von Tansanias trockener Serengeti in Richtung Kenias üppigerer Masai Mara statt. Das bedeutete hier aktuell Tiere aller Art soweit das Auge reichte. Unsere Ausbeute in der Mara war der Knüller: furchteinflößende und sich so unheimlich leise anschleichende Löwen (nicht nur die, die uns in Schwierigkeiten brachten) und Löwinnen in Gruppen beim Fressen ihrer Beuten (wobei man sich nochmal besonders glücklich schätzen darf, wenn man Wildtiere auf ihren Raubzügen zu sehen bekommt), majestätische Geparden (die ebenfalls immer im Fresskoma unter schattigen Bäumen wie für uns auf dem Präsentierteller lagen), immer wieder Familien von Elefanten mit ihren verspielten Babyelefanten (Big Five #4 ✅), ständig mampfende Giraffen, tollpatschige Pumbas, in Wasserpools „röhrende“ und neckisch kämpfende Nilpferde, lustige Erdmännchen, schüchterne Hyänen, listige Affen, unzählige Vogelarten wie u.a. Strausse, Adler und Geier, sowie hunderte von Gnus, Topis, Gazellen und Antilopen in riesigen Scharen. Stundenlang beobachteten wir eine Gruppe hunderter tapferer Zebras wie sie sich zu überwinden versuchten einen Fluss zu überqueren, in dem zig harmlose Nilpferde badeten. Doch an den Ufern lauerten immer mehr Krokodile, die geduldig auf einen dummen Schachzug der Zebras warteten. Immer wieder traute sich ein Zebra ans Ufer, checkte die Lage, schaute einem Krokodil tief in die Augen und drehte wieder um. Und so ging es über Stunden zu. Wir fühlten uns wie im Autokino.
    🦁🐒🦅🐗🦗🐊🐆🦓🐘🦛🦒🐃🦌🐾🌾☀

    Gegen Dämmerung steuerten wir den Seiteneingang von heute Morgen an, um in unser Camp zurückzukehren. Doch der Ausgang blieb uns verwehrt. Ein netter Wächter an der Schranke gab uns zu verstehen, dass hier etwas faul sei. Schnell kam der „Hiwi Wachhund“ von Davis angefahren, der uns in unsere Unterkunft begleiteten solle (nur einen Steinwurf entfernt), weil man befürchtete wir könnten den Park ohne Begleichung unserer Strafe verlassen. Nun setzte man noch den Manager unserer Unterkunft unter Druck, er solle uns das Bargeld aus der Kasse zahlen, was wir via Kreditkarte begleichen würden. Doch er weigerte sich, weil auch ihm das Verhalten der Ranger dubios schien. Der „Anstandswauwau“ rief ratlos den Bad Cop Davis an. Er kam mit folgendem Deal um die Ecke: Wir haben bis 10h morgens Zeit (Ablauffrist unseres Tagestickets) uns an einem ca. 3-Sunden entfernten Stützpunkt am südlichsten Punkt des NP zu melden (unser Camp war im Nordwesten). Dort würde man uns einen Freifahrtschein erteilen, um den Nationalpark auf direktem Wege (d.h. ohne Game Drive) zu einem wiederum 2 Std. entfernten Ausgang am nordöstlichsten Punkt des Parks zu kreuzen. Dort, im Dorf namens Talek, gäbe es den einzigen Geldautomaten weit und breit. So könnten wir unsere Schulden endlich begleichen und wären die Ranger los. Die Wächter an allen Stützpunkten seien über unseren Fall instruiert und würden kooperieren.

    Mit diesem Deal verabschiedeten wir uns, und gingen mit einem guten Bauchgefühl ins Bett. Was für eine Gefühlsachterbahn dieser Tag doch war! Doch der Thriller sollte sich am nächsten Tag verschärfen. Bonnie & Clyde on the run.. to be continued...! 😎👸🏼
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  • Day182

    Masai Mara Triangle I/II

    September 13 in Kenya

    Neben unserem Mara West Camp gab es einen Seiteneingang in den Masai NP, den man eigentlich nur passieren darf, wenn man bereits ein Eintrittsticket besitzt. Wir 2 schlauen Füchse 🦊 nutzten natürlich diese Abkürzung, also anstatt außenherum gleich in den Park rein in Richtung Haupteingang und Kassenhäuschen. Als wir jedoch auf dem Weg mehrere Geländewagen mitten im Nirgendwo sahen, vermuteten wir Wildkatzen. Und in der Tat waren wir keine 2 Minuten im Nationalpark und da lagen 2 Löwenmännchen mit ihrem frisch erbeuteten Warzenschwein im Gras. 🦁🦁 (Big Five #3 ✅) Sie ließen sich vom Blitzgewitter der Paparazzi nicht ablenken. Unsere Fotos von ihnen haben wir im letzten Beitrag geteilt, mit dem Hinweis, dass uns dieses Bild zum Verhängnis wurde. Denn unter dieser Autotraube befand sich auch ein Jeep mit 2 Rangern - der vorlaute Davis und sein kleinlauter Assistent. Da wir 2 Vollpfosten ja noch nicht am Haupteingang und somit noch nicht mit den „Benimmregeln“ im Park vertraut waren, fielen wir den beiden natürlich sofort auf als wir zunächst ein paar Autos, die geduldig zum Big Game Watching in Reih und Glied standen, überholten, und sich Séb dann auch noch zu sehr aus dem Fenster lehnte, um gute Fotos zu machen. 🙈 Als sie langsam zu uns vorfuhren und nach unseren Tickets fragten, stieg die Röte in uns auf. Alles Erklären, Scherzen und Betteln half nichts. Wir kassierten ein 100 USD Knöllchen, das wir an Ort und Stelle bezahlen sollten. So viel Bargeld hatten wir jedoch nicht bei uns. Doch das schien Davis uns nicht zu glauben. Er schwärzte uns telefonisch mit Namen und Kennzeichen bei allen Rangern im gesamten Park an und kündigte uns beim Haupteingang an, dass wir gleich kämen und nicht nur den Eintrittspreis von ca. 160 USD, sondern auch noch eine saftige Strafe zahlen würden.

    Doch dort ließ sich das Problem auch weiterhin nicht lösen, weil wir zwar die Tickets mit Kreditkarte verrechnen durften, nicht jedoch das Bußgeld. Geldautomaten gab es weder im Park, noch meilenweit in der Pampa um uns herum. Wir mussten in einem Büro Platz nehmen und hatten das unangenehme Gefühl auf unsere Hinrichtung zu warten. Unser „Bad Cop“ Davis kam nun auch wütend nachgereist und setzte uns unter Druck das Geld nun endlich rüberwachsen zu lassen, denn er dachte wir bluffen. Er wurde sehr ungeduldig und war nicht zu Scherzen aufgelegt. Doch wir kamen hier nicht weiter. Unsere letzte Hoffnung war, dass uns vielleicht eines der wenigen Lodges innerhalb des Parks Bargeld auszahlen könnte, wenn wir dort etwas konsumierten. Davis‘ Anruf dort ergab aber leider keinen Treffer. Er entließ uns schließlich mit den drohenden Worten, dass wir nun gern unseren Tag im Park verbringen dürfen, doch mit ihm seien wir noch nicht fertig. Es sei ihm egal, wie wir es hinkriegen das Geld aufzutreiben. Wir würden wieder auf ihn treffen und dann wolle er eine Lösung sehen. Im Park gab es jedoch kein Geld, aus dem Park herauslassen, wollten sie uns auch nicht. Ein unlösbares Rätsel und wir machten uns wirklich Sorgen, wozu dieser Typ fähig war. 😨
    Fortsetzung folgt sogleich...
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  • Day181

    Roadtrip zum Mara West Camp

    September 12 in Kenya

    Der Weg ist das Ziel? Diesmal führte er jedenfalls über die krassesten Schotter- und Offroadwege, die sich eeeewig lang hinzogen, vom Hell‘s Gate über einen kurzen Supermarkt Stop in Narok bis hin zum lang ersehnten Masai Mara Reservat. Die eigentlich nur ca. 200 km lange Strecke wurde zur Tagesodyssee. Obwohl dies offiziell ausgewiesene HAUPTstraßen waren, glichen sie eher steinigen Wanderwegen, wie man sie sonst nur von Bergwanderungen kennt. Doch die traditionellen Masai und ihre Dörfer nun auch endlich mal live unterwegs beobachten zu können, war alle Anstrengungen wert. Die Masai sind meist in markante, rot-schwarz-karierte Gewänder gehüllt, mit viel buntem Schmuck behangen sowie mit den unterschiedlichsten, imposanten Waffen zur Selbstverteidigung vor Raubtieren ausgerüstet. Zugleich düsen sie jedoch auch auf Motorrädern oder mit einem Handy in der Hand an einem vorbei. 😳😀 (Tele)Kommunikation und Mobilität sind halt mit das Wichtigste egal wo auf der Welt 🌍 ...auch wenn man das eigentlich weiß, dennoch für uns ein krasses Bild und Beispiel wie URtraditionelle, arme Gegebenheiten auf die hochmoderne Welt treffen.

    Als wir am Nachmittag eeeendlich am Masai Mara Gate ankamen, wurden wir leider von den Park Rangern am Tor darauf hingewiesen, dass dies nicht der Haupteingang sei, den wir eigentlich angepeilt hatten. Doch wir könnten zwei nette, alte Masai Damen ins Auto packen - die selben beiden penetranten Frauen, die Maggi schon die ganze Zeit Souvenirs anzudrehen versuchten. Sie würden uns ihr Dorf zeigen, und wir könnten uns überlegen, ob wir dort übernachten möchten.
    Ein Masai Dorf besteht aus kleinen Hütten, die ringsum von Holzstöcken umzäunt sind, um das Dorf zu schützen. Alle Bewohner und auch die Nutztiere halten sich in diesem Kreis auf, der nachts von tapferen Männern vor Raubtieren bewacht wird.
    Der Dorfhäuptling begrüsste uns sehr freundlich. Doch uns fielen die Augen aus dem Kopf als er 120 USD dafür wollte, dass wir im Auto (!) ausserhalb (!) des Dorfkreises schlafen dürften. 😳😆 Da hatten wir 2 alleinreisenden Touris wohl wieder Geldscheine in einigen Augen ausgelöst. 🤑 Wir verzichteten also dankend! 😆 Aber es kam noch besser: die 2 Damen, die wir hierhin heim gefahren hatten, verlangten von uns nun auch noch Geld für die Vermittlung an den Dorfältesten und dafür, dass sie uns den 10 Min. Weg zu ihrem Dorf zeigten. Séb war so geil und erklärte ihnen mal wie „Taxi fahren“ in unseren Breitengraden so funktioniert, drehte den Spiess um und verlangte kurzerhand Geld von IHNEN. 🤣 Natürlich nur zum Spass. Aber sie wollten unseren Humor nicht verstehen obgleich sie kurz schmunzeln mussten.

    So setzten wir unsere Reise in Richtung Oloololo Gate fort. Dank „iOverlander“ - diese geniale App, die uns 2 Australier in Mexiko empfahlen, hat uns schon soo oft auf dieser Weltreise den Arsch gerettet, wenn wir auf den letzten Drücker 'nen Schlaf-/Parkplatz brauchten - peilten wir spontan das „Mara West Camp“ an... und fanden hier das afrikanische Paradies auf Erden vor!! 😍 Wir blieben vom 12.-16.9. hier, weil wir uns so pudelwohl fühlten, und ehrlich gesagt auch gern noch den ganzen Rest des Sabbaticals hier hätten bleiben können. Fotos zu diesem Traumort folgen im Reisebericht zu Maggis Geburtstagsfeier. Zunächst einmal möchten wir an dieser Stelle ein paar „tierisch schöne“ Eindrücke vom Masai Mara Reservat festhalten. Auch zum NP werden wir noch ein paar (viele) faszinierte Worte im nächsten Beitrag verlieren. Genauso wie zu unserer „Straftat“ im NP und dem daraus resultierenden Thriller über 2 volle Tage. Bonnie & Clyde auf der Flucht. 😎👸🏼
    To be continued...
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  • Day180

    Auf dem Weg vom Nakuru Nationalpark (NP) in die Masai Mara legten wir noch einen Zwischenstop im „Hell‘s Gate NP“ ein, um den Tag nicht nur im Auto zu verbringen, sondern die zweite Hälfte dieses schönen, sonnigen Tages noch etwas auskosten zu können. Das Besondere an diesem Park ist, dass man ihn auf dem Mountainbike erkunden kann und nicht wie bei den meisten Parks ausschließlich im Auto. Dies heisst natürlich auch, dass man dort keine gefährlichen Raubtiere vorfinden wird... hoffentlich! 😅 Nach der ganzen Rumsitzerei im Geländewagen war Abstrampeln auf‘m Fahrrad jedenfalls eine uns sehr willkommene Abwechslung. 🚵🏼‍♀🚵🏽‍♂

    Die Felsformationen, die hier die Landschaft prägen, waren sehr beeindruckend. Der Park liegt auf 1500m im sogenannten großen afrikanischen Rift Valley und versprüht dadurch das Gefühl als wäre man in einem Valley/ Canyon, wie man es aus den USA kennt. 🏞 🏜🌋 Zwei erloschene Vulkane - Ol Karia und Hobley’s - sowie Obsidian-Formationen aus abgekühlter Lava sind im Park zu sehen. Doch das Highlight ist sicher die Hell’s-Gate-Schlucht. Wir schnappten uns einen ortskundigen, recht jungen Masai, der uns durch die Schlucht bis in den „Devil‘s Bedroom“ und die „Devil’s Shower“ navigieren sollte. Und das war auch bitter nötig! Einerseits, weil sich in diesem Teil des Parks wohl doch diverse Wildkatzen (Leoparden, Geparden, Löwen) aufhalten können, denen man besser nicht OHNE Masai... bzw. am besten GAR nicht... begegnet. Anderseits, weil wir uns ohne ihn an unserer Seite auch sicher nicht durch diesen anspruchsvollen Parcours aus Treibsand, schmalen Felsschluchten (die man z.T. nur abgeseilt erklimmen konnte) und Bächen getraut hätten. Immer wieder mal hieß es „Schuhe aus, Augen zu und durch!“.

    Eine weitere Besonderheit dieser Schlucht waren die geothermischen Aktivitäten, was auch die schwarze Erde und Vulkanlandschaft erklärte. So waren wir auch dank unseres Guides gewarnt vor brüllend heissen Wasserquellen, die die Felswände hinabflossen, was uns sehr an die heißen Quellen im Yellowstone NP erinnerte.
    Zudem war es auch wieder eine dieser unheimlichen Bereicherungen uns mit diesem einheimischen Masai auszutauschen. Nicht nur über z.B. die Region und das staatliche Energieunternehmen, das sich hier angesiedelt hatte, um Energie aus Geothermik zu gewinnen, was die Hauptenergiequelle des gesamten Landes ist. Noch viel mehr Freude bereitete es uns über seinen Werdegang zu hören: dass er in einem Masai Dorf nähe der Masai Mara aufwuchs, es nun an die Universität geschafft hat, sich hier als Tour Guide etwas dazu verdient, und das grosse Ziel verfolgt, in ein paar Jahren mal für einen dieser großen, gut zahlenden Energieversorger zu arbeiten.

    Da führt man einerseits hochintelligente Gespräche über effiziente, profitbringende und umweltschonende Energiegewinnung. Andererseits erfährt man dann wiederum von urtraditionellen Masai Riten, die er praktiziert. So fragte er uns z.B., ob wir schon mal Fisch oder Hühnchen gegessen hätten? Denn in seiner Kultur assoziiert man mit ersterem Schlangen und mit letzterem Fledermäuse. 😳 Außerdem ist es normal, dass sie im Dorf Tierblut trinken, am besten mit frischer Milch vermischt. Oder die Eingeweide und ganz besonders gern das frische Herz eines Tieres essen, was aber meist eine dem Dorfältesten überlassene Ehre ist. Und um ein richtiger Mann zu werden, musste er 3 Monate lang ohne jegliche Überlebensausrüstung in der unbewohnten Wildnis wandern und überleben. Waffen zum Jagen, die Jagdtechnik selbst als auch die Verteidigung gegenüber Raubtieren bis hin zum Werkzeug für Feuer und einfache Unterkünfte für die Nacht wurde alles zwangsweise zum Überleben erlernt. So wird man hier also nach erfolgter Überlebensprobe vom Jungen zum Mann. 😧

    Er war wirklich sehr gebildet, nett und hilfsbereit und während unseres 2-stündigen Felsschluchtparcours lauschten wir gespannt jedem erzählten Wort und löcherten ihn neugierig mit vielen Fragen. Obwohl er auch viel über die Welt da draussen wusste, hatte er Kenia noch nie verlassen. Auf unsere Frage hin, welches Land er am Liebsten mal bereisen würde, antwortete er etwas zögerlich, weil ihm der Name des Landes nicht einfallen wollte: „...in das Land, wo Borussia Dortmund herkommt!“ Auf einmal schauten sich beide Männer verdutzt an und beiden ging sichtlich das Herz auf. Da hatten sich anscheinend am Ende der Welt 2 Ruhrpottler-im-Herzen gefunden. ❤
    Und natürlich konnte man keinen besseren Moment finden als auf einer Lava-Felsformation beim Sonnenuntergang 🌅 über den deutschen Fussball zu plaudern... sogar zu Özils Benehmen während der diesjährigen WM hatte er eine Meinung. ...und das alles irgendwo im Nirgendwo in Afrika. Wahnsinn! ⚽😍

    Das sind schlicht die schönsten Momente einer solchen Weltreise. Erleben zu dürfen, dass es keine Rolle spielt, woher man kommt, wie man lebt, welche Sprache man spricht, welche Hautfarbe man hat. Es gibt immer etwas - sei es eine Leidenschaft wie Sport, irgendeine Kleinigkeit - das uns allen ein Funkeln in die Augen zaubert, uns auf einmal verbindet. Zusammen über etwas zu lachen, sagt mehr als tausend Worte, und ein Lächeln wiederum öffnet unsere Herzen und lässt alle Vorurteile und Berührungsängste schwinden. Es braucht wohl schlicht mehr solcher „Hindernisparcours“, wo sich Menschen aus aller Welt die Hände reichen, um sich gegenseitig über „Schluchten“ zu helfen, die sie bisher trennten. (Amen! Unser Wort zum Sonntag.) 🙏🏼 😇
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  • Day179

    Nakuru Nationalpark

    September 10 in Kenya

    Der Nakuru Nationalpark, schön an einem Wasserloch bzw. recht großen See gelegen, ist besonders beliebt wegen seiner vielen Nashörner und Flamingoscharen. Zusätzlich zu den gestern beobachteten Tieren hatten wir heute und am darauffolgenden Tag (der Nationalparkeintritt gilt immer für punktgenau 24 Stunden) das große Glück folgende Tiere zu erspähen: niedliche „Pumba“ Wildschweine, einen Schakal, zig neue Vogelarten (kennen uns mit denen allerdings leider nicht so gut aus wie Tante und Onkel M&F), farbenprächtige Eidechsen, und große Büffelherden (1. Tier von Big 5;). 🐃✅
    Das größte Highlight war jedoch als wir am Wasser als auch in der Steppe ein paar Breitmaulnashörner (White Rhino) inkl. Nachwuchs sahen. Getoppt wurde dies noch als uns auf einmal die noch selteneren Spitzmaulnashörner (Black Rhino) mitten im Nirgendwo plötzlich vor‘s Auto liefen (2. Tier von den Big 5). Natürlich hielten wir an und machten unsere Fotos, doch dann begleitete uns diese Mutter mit ihrem Nachwuchs noch ein paar hundert Meter entlang der Straße durch‘s Gebüsch und wir wussten zwischendurch nicht, ob sie vor uns weglaufen oder uns aus Neugier noch ein Stück begleiten. 🦏✅

    Die Spiegelreflexkamera und GoPro waren stets für den perfekten Schnappschuss bereit. 📸📹 Bei einem dieser Blitzgewitter der Tier-Paparazzi stellten wir fest, dass wir das kleinste Objektiv unter allen Touris mit Profi-Safari-Ausrüstung hatten. 😊 Ein einheimischer Reiseleiter schien dies wohl auch zu merken und hatte entweder Mitleid mit uns oder wollte uns einfach eine Freude machen, schnappte sich kurzerhand Sébs Kamera und schraubte sein FETTES 500mm Tele-Objektiv dran. Alle Tieren schienen auf einmal zum Greifen nah. 😍 Grundsätzlich stellten wir eine hohe Hilfsbereitschaft unter allen Safari Autos / Gruppen fest, sich gegenseitig Tipps zu geben, wo welche Tiere aufzuspüren waren. 👍🏼

    Am Abend zelteten wir erstmalig INNERHALB eines Nationalparks. Wir wurden davor gewarnt, dass man bei Anbruch der Dunkelheit sein Schneckenhaus aufgebaut, gegessen und geduscht haben müsste, das Lagerfeuer zum Abschrecken der Tiere solle brennen, und alle Essensreste sollten beseitigt worden sein. Wir fanden zum Glück eine noch leicht glühende Feuerstelle vor, so dass Séb nicht lang anfachen musste während Maggi in der schleichenden Dämmerung hastig Hölzchen und Stöckchen sammelte.
    Im Dunkeln habe man jedenfalls draussen nichts mehr verloren. Maggi musste sich also eine Pipi Strategie für die Nacht ausdenken. 🙈 Ein paar Park Ranger behielten uns jedoch stets aus sicherer Ferne im Auge, denn schliesslich waren wir die EINZIGEN Camper hier in dieser Nacht und erst gestern wurden am Wasserfall direkt neben uns noch Löwen gesichtet. 🦁😳 Adrenalin pur! Vor allem, wenn man mit der Taschenlampe um sich leuchtete und von kleinen, grünen Augen aus dem dunklen Nichts angestarrt wurde. 😅 Hoffentlich sahen die Ranger nicht, wie Seb mit einer Stirnlampe bewaffnet im Klohäuschen 7-Minutes-Sportübungen machte, da es draussen dafür schon zu dunkel geworden war. 😅🤣

    Ob und wie Maggi sich in dieser Nacht “erleichtert“ hat, bleibt eine dieser Geschichten, die man einfach nur „live“, in Farbe und persönlich erzählen muss... 🥺😝🤣
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  • Day178

    Wir haben unsere erste Nacht im Dachzelt gut überstanden. Es war sogar viel gemütlicher als angenommen. Wir wachen mit dem Singen der Vögel und Brüllen der Affen pünktlich zum Sonnenaufgang in einem Camp am Naivasha See auf, der für seine großen Hippo Kolonien und hunderte von Vogelarten bekannt ist. Als wir das dumpfe Schnaufen der Flusspferde im Wasser hören, wissen wir auch wonach wir im Morgengrauen mit unserer Spiegelreflexkamera Ausschau halten müssen. Dass wir genügend Sicherheitsabstand zu Hippos halten müssen, wurde uns nicht erst klar als wir hörten, dass es hier am See sogar erst vor einem Monat 2 tödliche Unfälle beim Aufeinandertreffen von Mensch auf Hippo-Mamas mit ihrem Nachwuchs gab. Weniger attraktiv als die kleinen, aus dem Wasser wedelnden Öhrchen der moppeligen Flusspferde sind die abgemarterten Geier, die den See mit uns vom Ufer aus beobachten. Aber auch diese Geschöpfe waren interessant zu beobachten, denn so nah haben wir sie bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. 🏕

    Den restlichen Tag verbringen wir auf „Crescent Island“ inmitten des Sees, an dem wir gecampt haben. Dies ist einer von nur wenigen Parks (und zugleich auch eine Privatinsel) in Kenia, den man zu Fuß erkunden darf. Folglich gibt es dort auch keine der gefährlichen Raubtiere. Die spanische Besitzerin hat auf dem besten Platz der Insel, einer kleinen Anhöhe, ihr Domizil errichtet und blickt quasi aus allen Seiten ihrer Villa auf den See oder die wilden Tiere. Selbst eine kleine Landebahn inkl. Propellermaschine entdecken wir in der Nähe der Villa. Unglaublich, dieses kleine Paradies in Afrika! 😍

    Der Anblick aus nächster Nähe von graziösen Giraffen, tollpatschig wirkenden Zebras, schreckhaften Gnus, wunderhübschen Gazellen, Antilopen und Topis, einem rosafarbenen Horizont aus Flamingos, Adlern auf Beutejagd, sowie einer atemberaubenden, teils trockenen, teils üppigen Landschaft vor dem Hintergrund eines blaufunkelnden Sees ist unbeschreiblich beeindruckend. Zu Fuß anstatt im Auto die Insel und die darauf lebenden wilden Tiere zu erkunden, ist ein besonderes Gefühl der Freiheit und Naturverbundenheit. Speziell die Flusspferde könnten wir stundenlang beobachten. Interessant wird es auch immer dann, wenn man ein Tier erstmalig Geräusche machen hört. Oder habt ihr etwa schon mal ein Zebra „wiehern“ hören?!? 😃

    Diese Mini-Safari auf den eigenen 2 Beinen wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben, da wir so etwas vorher (z.B. auf Reisen in Südafrika) noch nicht erlebt haben. Ein toller erster Safari Tag mit guter Tier-„Ausbeute“ geht zu Ende und wir sind überglücklich unseren Traum zu leben. 🤩🐒🦅🦓🦒🐐🦌😍
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  • Day177

    In Nairobi beherbergt uns die kleine, 27-Jahre junge, quirlige und sehr liebenswerte Gastgeberin „Jackline“ in ihrem Zuhause. Dieses hatten wir wegen der besonderen Lage direkt am Rande des Nairobi Nationalparks gewählt. Beim Frühstück oder vom Balkon aus können wir aus der Ferne schon die ersten Tiere wie Zebras, Strausse und Antilopen/Gazellen beobachten. Besser kann man doch gar nicht in den Tag starten. Bei ihr fühlen wir uns wirklich heimelig und bleiben länger als geplant. Es bereitet viel Freude uns mit ihr ganz unverblümt über Kenias Land und Leute, Politik und wirtschaftliche Situation, sowie ihre Familie, Beziehung, Ziele und ihr Leben als Zwillingsschwester auszutauschen. Doch am meisten geniesst Maggi einfach Girly Talk mit ihr auf der Couch. Ein Moment bleibt dabei besonders in Erinnerung: als wir über Frisuren sprachen und Maggi die HaarKUNST der hiesigen Frauen, die sie in den Strassen immer bestaunt, lobte, fasste Jackline Maggi ganz schüchtern und mit immer größer werdenden Augen ins Haar als hätte sie nie zuvor blonde, weiche Haare gespürt. Irgendwie ein „Bonding Moment“ zwischen den Mädels. 👯‍♀

    Gleich am Tag unserer Ankunft wagten wir uns - nach einem kurzen Jetlag Nickerchen - ins einheimische Getümmel und besuchten ein lokales Einkaufscenter. Touristen, die offensichtlich sofort Dollar Scheine in den Augen der Einheimischen 🤑auslösen, scheinen sich nicht häufig hierhin zu verirren. Denn als wir zum Essen einkehren möchten, werden wir plötzlich von 5 Kellnern gleichzeitig belagert, die sich gegenseitig übertönen während sie uns von ihrem eigenen Menü zu überzeugen versuchen. Dieser Überfall und das damit verbundene schlechte Gewissen sich für einen entscheiden und die anderen enttäuschen zu müssen, verschlägt uns in die Flucht. Wir essen später dennoch in einem typisch afrikanischen Lokal, wo nicht ganz so viel Trubel um uns gemacht wird.

    Kein Wort beschreibt die Millionenmetropole Nairobi besser als „GroßstadtDSCHUNGEL“!! Nirgends ging es bisher so chaotisch auf den Strassen zu wie hier. Es wird gehupt, geschrien, auf die Autos geklopft, Spuren nicht eingehalten, Sand der ungeteerten Strassen aufgewirbelt, man wird in die lokalen „Matatu“ Busse reingezogen, um darin dann mit Musik und Bass so zugedröhnt zu werden, als würde man grad zwischen 2 startenden Flugzeugen stehen. Kein anderer Touri scheint sich in die lokalen Busse zu verirren ausser uns (grundsätzlich sah man nur sehr wenige Fremde in dieser Großstadt). Egal um welche Uhrzeit wir auf den Matatu aufsprangen, wir entgingen immer knapp einem Hörsturz. 😅🙉

    Der Großstadtdschungel barg auch andere „Gefahren“, wie solche, die von den „Aasgeiern“ ausgingen - wie wir die Laufburschen der vielen Reiseveranstalter nannten, die uns in den chaotischen Strassen immer wieder auflauerten. Das schon auf eine erschreckende Art und Weise. Auf der Suche nach einem geeigneten 4x4 Geländewagen für unsere Self-Drive-Safari hatten wir einen dieser Laufburschen auf der Strasse angesprochen bzw. fing er uns vor einem Büro ab, das wir angesteuert hatten. Und plötzlich schien die ganze Stadt zu wissen, dass die 2 weissen Kartoffeln Interesse an einer Safari haben. Manchmal verliessen wir erst nach Stunden ein Restaurant, Geschäft oder Reisebüro und die selben Laufburschen standen am Ausgang, um uns wieder abzufangen. Das wurde schon echt gruselig. Jeden Tag. Sobald wir die Stadt betraten, schien es wie ein Lauffeuer umzugehen, dass das „Frischfleisch“ wieder da war. Auch in einer >3-Millionenstadt können 2 vermeintlich unscheinbare (weiße;) Personen SO sehr auffallen.

    Was uns sonst noch schmerzhaft auffiel, waren die vielen bettelnden Kinder zu jeder Zeit des Tages. Manchmal hatten sie sogar ihre Säuglingsgeschwister auf den Rücken geschnallt, um noch mehr Mitleid zu erzeugen. In den Parks hingen viele benommene/ narkotisierte Menschen ab. Arbeitslose lungerten hier den ganzen Tag herum. Wirklich sehr traurige und berührende Bilder von vielen Opfern eines schicksalhaften Lebens. Insgesamt keine allzu ansehnliche Stadt. Dennoch war diese, auf dieser Reise erste, Begegnung mit Afrika eine Erfahrung für sich.

    Zum Glück haben wir mit 4x4-Kenya.com letztendlich eine vertrauenswürdige Autovermietung gefunden. Unser Traum, Ostafrika auf eigene Faust mit einem 4x4 inkl. Zeltdach (!) zu bereisen, wurde mit unserem „Toyota Hilux“ Wirklichkeit. Wir tauschten uns noch ausgiebig mit unseren Vorgängern - die Deutsch-Polen Waldemar, Eva und Sohnemann aus’m Ruhrpott, die ihrer 85-jährigen Großmutter mit ihrer Safari einen Lebenstraum ermöglichten - aus. Diese haben uns noch ein paar wichtige Safari Überlebensweißheiten mit auf den Weg gegeben. Im Anschluss fehlten nur noch ein paar letzte Reparaturen am Auto inkl. der nötigen Notfall- und Camping-Ausstattung, bevor es dann heute nach 4 Tagen Nairobi endlich mit der Self-Drive-Safari losging. 🤪

    Ein kleines Maleure musste natürlich noch passieren: Da die Autovermietung am heutigen Tag der Schlüsselübergabe den kompletten Geldbetrag in Bar sehen wollte (die Geldübergabe fand auch wie im Hollywood Thriller in einer Seitenstrasse in einem Lieferwagen statt), 😅 liefen wir von einem zum nächsten Bankautomaten, um die Scheine in den maximal möglichen Auszahlungsmengen abzuheben. Ein Automat spuckte zwar zum Glück unsere Karte aus, aber dafür nicht den vollen gewünschten Betrag. Die Hälfte fehlte. 😨 Eine Bankmitarbeiterin drückte ein Auge zu und verzichtete auf einen wochenlangen Prozess, um die fehlende Summe nachzuvollziehen, vertraute uns einfach und zahlte die Differenz kulanter Weise aus. Irgendwie klappt‘s am Ende dann doch immer in Afrika. 😅 Als wir danach unsere Geldbezüge fortsetzten, wurde jedoch unsere Kreditkarte gesperrt, weil unsere Bank daheim nach den zig Abhebungen einen Betrugsfall vermutete, wie wir später erfuhren. So hatten wir von nun an für den Rest der Weltreise keinen Zugriff mehr auf unser Gemeinschaftskonto (die 2. Karte war ja bereits in Mexiko vom Automaten verschluckt worden). Shit happens! 💩 Aber auch das würden wir noch irgendwie auf den letzten Metern der Reise meistern. 😅 Anyway, Safari wir kommen! 🤪🚐🗺
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