• Rutschentag

    June 9, 2025 in France ☀️ 21 °C

    Ich hatte es Elke versprochen und so musste ich meine nicht unbeträchtlichen Ängste überwinden und mich nochmal ins Paddelboot setzen. Schon gestern Nachmittag hatten wir die 13 km Runde von Sampzon bis hinter den Pont d'Arc gebucht. Besonders gut schlief ich nicht. Aber Start war ja auch erst 10:15. Mit einem Mal umsteigen wurden wir an den Stadtrand von Ruoms gebracht wo wir in unser bereitstehendes Boot steigen durften. Kurz vorm einsteigen donnerten noch einige Düsenjäger über uns die einen bunten Steifen der Tricolore über den Himmel malten.
    Da konnte der Tag ja nur gut werden. Bezahlt hatten wir für 3 Rutschen, der Verleiher kam beim durchzählen auf unsere Nachfrage aber auf 4 und da die Einsatzstelle noch weiter hinten war als wir erwartet hatten, waren es am Ende sogar 5 Rutschen. 5 Chancen vor großem Publikum zu kentern.
    Erstaunlicherweise war die erste ganz entspannt und auch die Stromschnellen danach waren wesentlich entspannter als wir das am Donnerstag erlebt hatten. 1m weniger Wasser macht ganz offensichtlich einen Unterschied. Und so hatten wir auf dem folgenden Weg unheimlich viel Spaß. Dazu trug auch bei, dass nicht ganz so viele Leute wie gestern unterwegs waren. Im großen und ganzen klappte auch das Einreihen vor Rutschen und Stromschnellen ganz entspannt. Es gab nur wenige rücksichtslose Paddler und die waren in der Regel schon an der Lautstärke zu erkennen so dass man ihnen einfach ausweichen konnte.
    Schon bald waren wir über die letzte Rutsche hinweg. Es folgte ein etwas ruhigeres Stück bis zum Campingplatz, danach noch ein paar kleinere Stromschnellen, die von weitem ganz eindrucksvoll aussahen uns aber nur mäßig durchschüttelten. Und schließlich tauchten, kurz vorm Pont d'Arc die berühmt-berüchtigten Stromschnellen von Charlemagne auf. Vorsichtshalber gingen wir nach mal an Land und schauten, wie heute so die Strömungsverhältnisse waren...
    Es kam gerade ein ganzer Pulk Paddler durch, alle fuhren erst einmal mitten hinein und hielten sich dann am Rand. Manche kenterten , andere fuhren sich fest aber letztlich kamen alle irgendwie durch. Uns hatte der Herr im Bootsverleih gesagt, wir sollten uns einfach ganz rechts halten, dann könne gar nichts passieren. So hatten wir das auch am Donnerstag gemacht. Aber im Unterschied zu heute schauten damals nicht so viele Felsbrocken und Steininseln heraus. Das sah heute ganz anders aus. Eigentlich sah es aus, als könnte man auch heute ganz rechts ziemlich entspannt davonkommen, nur warum fuhr dann dort niemand? Wir schauten noch eine Weile, bis es endlich jemanden, vermutlich versehentlich, in den ganz rechten Arm trieb. Der kam tatsächlich ohne nennenswerte Probleme durch soweit wir sehen konnten. Daraufhin versuchten es noch ein paar andere, die nicht alle so viel Glück hatten, aber zumindest kenterte keiner von denen. In der Zwischenzeit hatte ich mich noch mit einer deutschen Familie unterhalten, die die Idee, ganz rechts zu bleiben schon aufgrund ihrer Kinder ganz toll fanden. Was sie dann schließlich taten bekamen wir nicht mehr mit, denn wir starteten gleich in eine sich bietende Lücke hinein. Es schaukelte leicht und die Strömung trieb uns exakt in die gewünschte Richtung. Links von uns kippte gerade wieder ein Boot um und wir waren geradezu erschreckend entspannt durch.
    Dann folgte noch ein Stück Genusspaddeln unter dem Torbogen hindurch. Nun legten wir für eine wohlverdiente Pause an und verschlagen unsere Sandwiches. Dann schwammen wir noch eine Runde vor der malerischen Kulisse. Es folgte noch ein weiteres ziemlich unaufregendes Stück mit ein paar vergleichsweise winzigen Stromschnellen, bevor wir am Anleger 7 unser Boot aus dem Wasser zogen.
    Fast zeitgleich mit uns kamen die anderen Leute an, die den 15 Uhr Shuttle gebucht hatten und so mussten wir gar nicht lange warten, bevor es zurück zum Campingplatz ging.
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