• Rafting

    March 28 in Costa Rica ⋅ ☁️ 20 °C

    Der Tag begann für uns zu einer Uhrzeit, zu der normale Menschen sich höchstens einmal im Bett umdrehen: um 04:30 Uhr klingelte der Wecker. Der Schlaf flüsterte noch verführerisch: „Bleib liegen...“, und die Bettdecke schmiegte sich so liebevoll an den Körper, als wollte sie uns niemals wieder hergeben. Aber wir blieben standhaft — mehr oder weniger — und bald kam wieder Leben in die Bude.

    Draußen regnete es, der Himmel hing voller dicker grauer Wolken, aber nichts und niemand konnte unsere Vorfreude auf das Rafting trüben. Die Abholung mit dem Reisebus erfolgte dann auch in gewohnt costaricanischer Pünktlichkeit — also nur ungefähr 45 Minuten verspätet. Alles noch im Rahmen der tropischen Gelassenheit.

    Nach gut zwei Stunden Busfahrt erreichten wir die Station, wo wir uns erst einmal für das bevorstehende Abenteuer stärken konnten. Die allgemeine Vorfreude war bei allen ungebrochen, und wenig später ging es weiter zum Ablegesteg.

    Dort gab es schon das erste kleine Highlight: Eine Gruppe Schwedinnen suchte nach einem „reanimator“. Ich war natürlich sofort bereit, heldenhaft einzuspringen — bis sich herausstellte, dass sie gar keinen Reanimator, sondern einen Animator suchten. Nun ja, knapp daneben ist auch international.

    Nach einer kurzen Einweisung und der Ausgabe von Rettungsweste, Helm und Paddel wurde es ernst. Wir teilten uns in 4er-Gruppen auf: Familie Engel in ein Boot, Familie Stoltz ins andere — und dann ging’s endlich los.

    Mit jedem Kilometer wurde die Strömung schneller, die Stromschnellen wilder und der Spaß größer. Der Dschungel zog an uns vorbei: grün, dicht, geheimnisvoll — als würde hinter jedem Busch entweder ein Tukan sitzen oder Tarzan persönlich gleich um die Ecke schwingen.

    Für den spektakulärsten Moment des Tages sorgte allerdings Jenny aus der Engel-Gruppe. Augenzeugen berichten von einem Abflug aus dem Boot, der in seiner Eleganz irgendwo zwischen olympischer Disziplin und kontrolliertem Kontrollverlust lag. Besonders ihr Bauchplatscher soll filmreif gewesen sein, und auch ihr Gesichtsausdruck in diesem historischen Moment wurde von den Zuschauern als „für die Götter“ beschrieben.

    Nach gefühlt endlosen Kilometern, jeder Menge Wasser, Adrenalin und einigen mehr oder weniger freiwilligen Schwimmeinlagen erreichten wir schließlich das Ziel. Die Begeisterung stand wirklich allen ins Gesicht geschrieben — auch denen, die zwischenzeitlich mit dem Fluss persönlich Bekanntschaft gemacht hatten.

    Danach hieß es: schnell duschen, trockene Klamotten anziehen und ordentlich essen. Diese kräftige Mahlzeit brachte unsere verbrauchte Energie ziemlich zuverlässig zurück. Nach kurzer Wartezeit kam dann auch der Bus für die Rückfahrt, und wir fuhren zufrieden, leicht erschöpft und mit einer guten Portion Heldengeschichten im Gepäck zurück nach La Fortuna.

    Fazit des Tages: wenig Schlaf, viel Wasser, große Freude und mindestens ein Bauchplatscher für die Ewigkeit. Genau so muss Abenteuer aussehen. Fotos folgen.....
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