• Manuel Antonio

    April 6 in Costa Rica ⋅ ⛅ 26 °C

    Die Truppe ist wirklich top – heute sogar in der seltenen Disziplin „pünktlich um 06:00 Uhr abfahrbereit“. Also ging es geschniegelt und geschniegelt in Richtung Nationalpark Manuel Antonio, den wir nach gerade mal 35 Minuten erreichten. Da wir unsere Tickets schon brav online organisiert hatten, kamen wir nach der Taschenkontrolle schnell hinein. Dort gilt nämlich: Essen bleibt draußen – was rückblickend auch wirklich seine Gründe hat.

    Kaum im Park, machte die Gruppe das, was sie inzwischen perfekt beherrscht: Die eine Hälfte zog magisch Richtung Wasser, während die andere Hälfte sich auf den hervorragend ausgebauten Rundweg über die Halbinsel begab. Der Weg ist selbst für weniger geübte Wanderer bestens geeignet und belohnt unterwegs mit mehreren tollen Aussichtspunkten. Eine Zeit lang wurden wir dabei noch von ein paar Kapuzineräffchen begleitet, bis wir offenbar doch nicht spannend genug waren.

    Am Ende des Rundwegs wartete der Strand – und da gab es natürlich keine Diskussion mehr: Klamotten runter, ab ins Wasser. Während wir also friedlich badeten und das einfache, schöne Leben genossen, lief am Strand bereits eine hochprofessionelle Spezialoperation der lokalen Affenbande. Der glücklose Runar hatte nämlich noch Bonbons im Rucksack. Ein besonders frecher Kapuziner entdeckte die Beute, öffnete mit erstaunlich geübten Fingern den Reißverschluss und verteilte den Inhalt in feinster Affenmanier großzügig über den ganzen Strand. Ziel der Gepäckkontrolle war eindeutig: Zucker, sofort und ohne Verhandlung.

    Nach einer kurzen Verfolgungsjagd schien der Fall fast geklärt. Runar, als Geschädigter und selbst ernannter starker Mann des Tages, wollte Haltung bewahren – wurde jedoch von dem kleinen Räuber mit lautem Kreischen und einer wahrhaft filmreifen Gegenattacke in die defensive Ehrenrunde geschickt. Spätestens da war klar: Im Manuel Antonio hat der Affe nicht nur Vorfahrt, sondern auch Hausrecht.

    Der Rest des Tages verlief deutlich friedlicher – gemeinsames Chillen im Wasser, am Strand liegen, Sonne tanken und einfach das Leben genießen. Und ganz ehrlich: Viel mehr braucht es manchmal gar nicht. Das Leben kann so herrlich einfach sein.
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