• Engelsburg

    March 10, 2024 in Italy ⋅ 🌧 16 °C

    Castel St. Angelo

    Am verregnet angekündigten Sonntag sollte die Engelsburg, im Zentrum meines Interesses stehen.

    Das Bollwerk am Tiber, das in der Dunkelheit besonders eindrucksvoll erstrahlt, war um 130 nach Christus als Grabmal von Kaiser Hadrian erbaut worden.
    Seitdem hat es umfangreiche Umbauten als Befestigungsanlage, Gefängnis und letztlich auch als päpstliche Fluchtburg und zwischenzeitliche Residenz erfahren.

    Davon künden noch prächtige Gemächer und Empfangsräume von Paul III und Clemens VII aber auch der Passetto Borghia, ein überirdischer Fluchtgang auf einer 800m langen Mauerkrone zwischen Vatikan und dem Kastell (den ich bislang jeden Abend auf dem Weg zum Quartier unterquert habe).

    Glücklicherweise hielt sich der Regen ausreichend lange zurück, um alle Außenanlagen in den verschiedenen Ebenen bis hoch zur Engelsterrasse zu inspizieren.
    Auch hier herrschte nicht der übermäßige Andrang wie bei vielen anderen Attraktionen in dieser Stadt. So blieb auch Zeit für ein wenig romantische Ruhe.
    Der Blick hinunter auf den Tiber und hinauf zum Vatikan... mitten in Rom ... das hatte was.

    Unter der namengebenden Statue des Erzengels Michael genoss ich den dritten prächtigen Blick über die ewige Stadt.

    Sogar der Papst ließ sich sehen oder besser erahnen, als zur Mittagszeit ein mit Tüchern ausgehangenes Fenster im Apostolischen Palast erkennbar war, von wo aus er mit den Gläubigen auf dem Petersplatz das Angelus-Gebet sprach.

    Ausstellungsräume und Lapidarien erzählten von kunstvollen Zeiten.
    Verwinkelte Treppen und Gänge, der sichtbare Zugang zum päpstlichen Fluchtweg und die große runde Rampe im Inneren der Festung ließen den Mythos um die Kurie spürbar nah an mich heran.

    Der Rest des verregneten Nachmittags war dringend benötigte Pause und Recherche.
    Read more