• Gagausien - Markt und Museum

    8. oktober 2024, Moldavien ⋅ ☀️ 16 °C

    Zum Abschluss des Besuches in Gagausien bummelten wir am Vormittag über den Markt in Comrat, auf dem die Kleinhändler und Kleinbauern ihre Waren für kleines Geld anbieten . Von Obst und Gemüse über Kleidung und Haushaltswaren ist alles dabei. Zur Zeit werden vielfach Nüsse und Honig angeboten.

    Im Anschluss daran fuhren wir ins Dorf Besalma, wo wir im örtlichen Museum neuerlich durch durch die Geschichte Gagausiens geführt wurden. Chronologisch aber ermüdend schritten wir von Exponat zu Exponat und von Bilderwand zu Bilderwand, angefangen bei den ersten Siedlern und der Frage, ob die Gagausen nun Turkstämmige aus dem Altai seien oder türkisierte Bulgarischstämmige.
    Uns wurden Trachten gezeigt, Werkzeuge, Waffen und Haushaltsgegenstände des 19. Jahrhunderts. Zwei lebensgroße Puppen zeigten ein Brautpaar am Hochzeitstag, wobei der Bräutigam erhobenen Hauptes geradeaus blickte und die Braut den Kopf senkte. Auf meine Frage, ob dies so gewollt sei, da die Frau sehr unglücklich aussähe, sagte die Museumsführerin, dass die Frau traditionell nicht forsch oder frech den Menschen direkt ins Gesicht schaut.
    Nach den Utensilien aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Sowjetzeit wurden wir noch mit den Geschehnissen nach 1990 vertraut gemacht. Auch Gagausien gründete eine eigene Republik, welche vier Jahre bestand und keine internationale Anerkennung fand. Seither bildet Gagausien eine autonome Region, welche im Falle eines Anschlusses Moldawiens an Rumänien ihre Unabhängigkeit erklären dürfte - theoretisch.
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