• Karsten Weder
  • Karsten Weder

Moldawien 2024

A 8-day adventure by Karsten Read more
  • Trip start
    October 5, 2024

    Von Berlin über Wien nach Chisinau

    October 5, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 7 °C

    „Europas große kleine Unbekannte“ beschreibt das abwechslungsreiche und doch im Vergleich zu anderen Staaten überschaubare Moldawien ganz gut.
    Kurz nach 3 Uhr stand ich heute auf, um meine Reise zu starten, die mich zunächst vom Flughafen Berlin-Brandenburg nach Wien und von dort nach Chisinau führen wird.Read more

  • Chisinau

    October 5, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 24 °C

    Chisinau bedeutet „Ort an der neuen Quelle“ und besteht aus 5 Bezirken.
    Gerade ist Weinfest. In einem Weinland hat das die Bedeutung wie bei uns das Oktoberfest.
    Es wird vermutlich eine sehr weinselige Reise.
    Der Unterschied zwischen moldauischer und rumänischer Sprache ist marginal und eher eine Dialektfrage. Das Moldawische soll weicher sein.
    Auch in Moldawien gab es die Idee einer Wiedervereinigung mit Rumänien. Allerdings wollten die Regierenden ihre Macht nicht verlieren und nicht nur eine rumänische Provinz sein - sagt man. Die Einwohner von Gagausien und Transnistrien waren ohnehin dagegen.
    1436 wurde Chisinau erstmals urkundlich erwähnt. In seiner wechselvollen Geschichte wurde die Stadt mehrfach zerstört. Besonders schwer im letzten Weltkrieg.
    Eine besondere Verehrung erfährt der Bessarabien-Deutsche und ehemalige Bürgermeister Karl Schmidt, der viel für die Entwicklung der Stadt Chisinau getan hat. Held des Landes ist allerdings Stefan cel Mare (Stefan der Große) (1457-1504), der über 30 Kriege mit den Osmanen führte und über 40 Kirchen errichten ließ.
    Wir besuchten die Moldauisch-orthodoxe Kathedrale der Geburt Christi, in welcher wir Zeuge einer Taufe wurden. Der hohe Hintergrundgesang war sehr ergreifend.
    Wir schlenderten vorbei an der Oper, dem Parlament und dem Präsidentenpalast.
    Im Lande gibt es zwei Lager, die sich gegenüberstehen. Befürworter der EU und Befürworter einer guten Verbindung mit Russland. Letztlich sind Moldawier und Rumänen ein Volk, die wirtschaftliche Ausrichtung ist aber gen Russland ausgerichtet.
    In den Parks wird Musik gespielt. Die Menschen tanzen. Zu zweit, getrennt oder im Kreis.
    Der Besuch des Weinfestes war eine tolle Erfahrung. Für 12,50 € bekommt man ein Plastikglas und eine Gutscheinkarte. 11 mal kann man damit irgendwo irgendwas probieren.
    Der Abend endete in einem Lokal mit moldawischer Küche.
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  • Transnistrien - Tighina.Bender.Bendery.

    October 6, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 20 °C

    Das Wort Transnistrien ist in Transnistrien verboten, da es das Wort derer ist, von denen sie sich diskriminiert fühlen. Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika ist der offizielle Name.
    Wir besuchten zunächst die westlich des Dnestr gelegene Burg Tighina in der gleichnamigen Stadt. Tighina ist die ursprüngliche rumänische Bezeichnung der Stadt. Die Türken änderten den Namen in Bender, die Russen in Bendery.
    Auf dem Weg zur Burg schauten wir in eine kleine Kapelle und eine russisch-orthodoxe Kirche hinein. Es war dies der einzige Moment auf der Reise, dass ich einen Regenschirm bemühte.
    Neben der historischen Bedeutung der Festung als Schutz- und Trutzanlage unter wechselnden Herrschern erlangte die Burg Berühmtheit durch die Erzählungen des Barons von Münchhausen, der angeblich auf einer Kanonenkugel über die feindlichen Reihen hinüber- und zurückgeflogen sei, um diese auszukundschaften. Ob sich die Geschichte tatsächlich hier angespielt haben soll oder an einem ganz anderen Ort bleibt dabei ein Geheimnis der Geschichte. Aber warum soll man es bei einer Lügengeschichte mit der Wahrheit auch so genau nehmen.
    Historisch belegt ist allerdings der Umstand, dass die Festung häufig umkämpft war und Anfang des 19. Jahrhunderts vom Osmanischen auf das Russische Reich überging.
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  • Transnistrien - Tiraspol

    October 6, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 21 °C

    Nach der Festung Bendery querten wir die Brücke über den Dnestr und machten einen kurzen Stadtrundgang in Tiraspol mit Gefallenen- und Heldendenkmälern.
    Dass allerorten noch Leninbüsten stehen, war uns bereits im Vorfeld klar.
    An der Grenze kam übrigens der Mannschaftsbus von Sherif Tiraspol vorbei.
    Im Sherif-Stadion finden sogar die Länderspiele der Moldawischen Nationalmannschaft statt.
    Zum Mittag kehrten wir ins Restaurant „Back in USSR“ ein und aßen eine sehr schmackhafte Soljanka.
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  • Gagausien - Comrat

    October 7, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 15 °C

    In Gagausien sind 80 % Gagausier, eine christlich-orthodoxe türkisch-sprachige Volksgruppe. Ansonsten sprechen die Einwohner im Alltag vorwiegend Russisch statt Rumänisch.
    Gagausien ist ein autonomes Gebiet mit einer Präsidentin. Separatistische Bestrebungen gibt es nicht.
    Unterstützt wird die Region von der EU, Russland und der Türkei. Grundsätzlich gilt die Region als östlich orientiert.
    Gagausien ist auch das Land der Bessarabien-Deutschen. Leider ging die erfolgreiche Geschichte dieser deutschen Volksgruppe durch die „Heim-ins-Reich-Politik“ und die Folgen des Zweiten Weltkriegs tragisch zu Ende.
    Eine Tradition ist im Lande geblieben, welche die Hiesigen von den Deutschen übernommen und bis heute beibehalten haben. Zu Weihnachten gibt es eine Gans.
    Im ganzen Land muss man sich zur Zeit übrigens vor fliegenden Walnüssen in Acht nehmen.
    Ganze Geschwader von Krähen lassen die Nüsse vom Himmel auf Straßen, Wege und Plätze fallen. Auf Menschen nehmen sie dabei keine Rücksicht.
    Am späten Vormittag erreichten wir Comrat (Schwarzes Pferd), die Hauptstadt Gagausiens. Wir besuchten eine gagausisch-türkische Bibliothek, gesponsert von der Türkei. Die Türkei fühlt sich wie der ältere Bruder, der dem jüngeren hilft.
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  • Vinuri de Comrat

    October 7, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 16 °C

    Kein Tag ohne Weinkeller oder Weinprobe.
    Vinuri de Comrat ist der größte örtliche Weinproduzent. Nach dem Wegfall der Absatzmärkte in Russland orientiert sich das Unternehmen neu, sucht neue Märkte und experimentiert mit neuen Sorten. Auch der Tourismus wurde in das Angebot aufgenommen. Die Umgestaltung in einen Disneyland-Sowjet-Weinkomplex mit Plasteflamingos und Sowjetfahnen befremdet allerdings ein wenig.
    Die Kellermeisterin führte uns nichtsdestotrotz mit großem Engagement durch ihr Reich.
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  • Gagauz Sofrasi - Hotel Restaurant Museum

    October 7, 2024 in Moldova ⋅ ☀️ 16 °C

    Den Tagesabschluss bildete ein Besuch in einem neu errichteten Landgasthaus, welches die historische Bauweise und Einrichtung von früheren Landhäusern zeigen sollte.
    Eingebettet in Rebreihen und umstanden mit Quitten vermittelt das Anwesen einen Hauch der guten alten bäuerlichen und vorindustriellen Zeit. Wir blieben zum Abendessen - Teigtaschen, Salat und Wein. An den Rotwein kann ich mich gewöhnen.Read more

  • Gagausien - Markt und Museum

    October 8, 2024 in Moldova ⋅ ☀️ 16 °C

    Zum Abschluss des Besuches in Gagausien bummelten wir am Vormittag über den Markt in Comrat, auf dem die Kleinhändler und Kleinbauern ihre Waren für kleines Geld anbieten . Von Obst und Gemüse über Kleidung und Haushaltswaren ist alles dabei. Zur Zeit werden vielfach Nüsse und Honig angeboten.

    Im Anschluss daran fuhren wir ins Dorf Besalma, wo wir im örtlichen Museum neuerlich durch durch die Geschichte Gagausiens geführt wurden. Chronologisch aber ermüdend schritten wir von Exponat zu Exponat und von Bilderwand zu Bilderwand, angefangen bei den ersten Siedlern und der Frage, ob die Gagausen nun Turkstämmige aus dem Altai seien oder türkisierte Bulgarischstämmige.
    Uns wurden Trachten gezeigt, Werkzeuge, Waffen und Haushaltsgegenstände des 19. Jahrhunderts. Zwei lebensgroße Puppen zeigten ein Brautpaar am Hochzeitstag, wobei der Bräutigam erhobenen Hauptes geradeaus blickte und die Braut den Kopf senkte. Auf meine Frage, ob dies so gewollt sei, da die Frau sehr unglücklich aussähe, sagte die Museumsführerin, dass die Frau traditionell nicht forsch oder frech den Menschen direkt ins Gesicht schaut.
    Nach den Utensilien aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Sowjetzeit wurden wir noch mit den Geschehnissen nach 1990 vertraut gemacht. Auch Gagausien gründete eine eigene Republik, welche vier Jahre bestand und keine internationale Anerkennung fand. Seither bildet Gagausien eine autonome Region, welche im Falle eines Anschlusses Moldawiens an Rumänien ihre Unabhängigkeit erklären dürfte - theoretisch.
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  • Der größte Weinkeller der Welt

    October 8, 2024 in Moldova ⋅ ☀️ 19 °C

    Ein unterirdisches Wegenetz von 200 km macht Milestii Mici zum größten Weinkeller der Welt. Davon werden 50 km für die Zwecke als Weinkeller und davon 5 km für die Besichtigung für Touristen genutzt. Die gelagerten Weine ruhen in einer Tiefe von 35 - 80 m unter der Erde.
    1969 wurde dieser gigantische Weinkeller gegründet und in einem ehemaligen Kalksteinbergwerk eingerichtet.
    Die Umgebung ist bei 12-14 Grad und bei ca. 80 - 90 % Luftfeuchtigkeit ideal geeignet für die Lagerung von Weinen. Eigene Quellen und unterschiedliche Wasserläufe sorgen für das perfekte Klima unter der Erde.
    50 bis 200 Literfässer, welche inzwischen die alten Holzfässer abgelöst haben, beherbergen heutzutage das edle Traubenprodukt.
    Mehr als 1,5 Millionen Flaschen sorgten für einen Eintrag in Guinness Buch der Rekorde.
    Auch Private können eine Casa, ein Lagerfach für 500 € im Jahr mieten.
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  • Soroc - Festung Soroca

    October 9, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Name der Elster lautet auf Russisch Soroka. Ein Schelm, der einen Zusammenhang zur Zigeunerhauptstadt Soroc vermutet. Eine andere Herleitung bezieht sich auf das russische Sorok = 40. Soviele Tage hätte einst ein Kommandeur Zeit bekommen, um eine Festung zu errichten.
    Die Stadt liegt am Dnjestr. Auf der anderen Seite befindet sich nur etwa hundert Meter entfernt die Ukraine.
    Auch in Soroc gibt es eine Festungsanlage, die sich zu besichtigen lohnte. Geführt wurden wir von Viktor, dem Museumsdirektor, der in Köln promoviert hat und der sehr gut Deutsch spricht.
    Während Tinghina in Bender als türkischer Bau gilt, zählt Soroca zu den originär moldawischen Anlagen.
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  • Soroc - Zigeunerhügel

    October 9, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 21 °C

    Soroc gilt als Zigeunerhauptstadt. Hier haben die wohlhabenden Zigeuner ihre Villen.
    Als wir den Hügel erreichen, werden wir von einem Hunderudel angekläfft. Urli aus der Schweiz wird mir später auch noch einen Textilschaden zeigen, den ein Hundegebiss verursacht hat.
    Die Zigeuner selbst waren wesentlich freundlicher. Kinder winkten uns zu und scheuten sich nicht, fotografiert zu werden. Eine Frau winkte mir zu und rief in den Innenhof „Tourist“, zu mir rief sie „Baron“.
    Aus dem Innenhof kam der weißbärtige Zigeunerbaron heraus. Ich gab ihm die Hand und machte ein Foto von ihm.
    Er lebt mit seiner Familie in einem prächtigen roten Klinkerbau. Im Hof standen mehrere Limousinen aus sowjetischer Produktion. Die Atmosphäre war freundlich entspannt. Das sei nicht immer so, versicherte uns unsere Reiseleiterin Ludmilla alias Mila.
    Wir gingen umher und fotografierten die Phantasiegebäude, u.a. eine Nachbildung des Bolschoitheaters und eine Möchtegernkopie des Capitols.
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  • Nonnenkloster Rudi

    October 9, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 20 °C

    Zwei Brüder aus dem nahegelegenen Dorf hätten einst die Grundsteine für das Kloster gelegt, in dem heute 29 Nonnen leben und arbeiten. Die Regeln sind streng. Besucher müssen die Anzugsordnung beachten. Männer nur in langen Hosen, Frauen in langen Röcken und mit Kopftuch. Die Empfangsnonne stattet diejenigen von uns mit den notwendigen Utensilien aus, die den Kleidervorschriften nicht genügten.
    Zu Sowjetzeiten wurde das Kloster als Tuberkulose-Krankenhaus für Kinder genutzt. Anwohner retteten unter großer persönlicher Gefahr die Heiligenbilder, die Ikonen.
    Das Anwesen umfasst nicht mehr die großen Ländereien früherer Zeiten, dennoch geben Häuser und Gärten den Frauen genug Aufgaben zur täglichen Beschäftigung. Ich sehe Frauen, die Eimer und Kannen tragen, eine Schubkarre mit Steinen schieben oder gärtnern.
    Die Hauptkirche befindet sich in Renovierung. Noch ist sie ausschließlich weiß im Inneren wie im Äußeren. Doch schon bald sollen innen neue Fresken alte Ikonen umrahmen. Zur Zeit werden die Gottesdienste daher in einem Saal des Gemeinschaftshauses abgehalten.
    Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem Denkmal für einen Messpunkt, mittels dessen der deutsche Wissenschaftler Struve nachwies, dass die Erde keine kugelförmige sondern eine elliptische Gestalt hat.
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  • Felsenklöster am Dnjestr

    October 10, 2024 in Moldova ⋅ ☁️ 16 °C

    Zuerst besuchten wir heute das Kloster Saharna, in welchem mal Nonnen und mal Mönche zu Hause waren. Aktuell leben hier Mönche.
    In der blau gestrichenen Winterkirche fand sich ein Schrein mit Gebeinen Verstorbener als Ort der Andacht und Verehrung.
    Eine Ikone in der gelb gestrichenen Sommerkirche beherbergt 7 Dolche, welche den Eingang und das Haus beschützen.

    Der Klosterkomplex von Tipova beherbergt die ältesten und malerischsten Felsenklöster im Tal des Dnjestr. Die erste urkundliche Erwähnung einer Klostergemeinschaft datiert auf das Jahr 1699.
    Aus einer Urkunde von 1809 geht hervor, dass hier 11 Menschen lebten, davon 6 Mönche.
    Die Fragmente der in den Fels gehauenen Klausen kann man auf zwei Etagen noch besichtigen. Ein Ort, der mit dem herrlichen Dnjestrblick wahrhaftig zum Meditieren einlädt.
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  • Orheiul Vechi und Dorf Butuceni

    October 11, 2024 in Moldova ⋅ ⛅ 24 °C

    Zum Abschluss der Reise begaben wir uns in das Gebiet vom Orheiul Vechi (Alt-Orhei) in welchem die Mäander des Flusses Raut verschiedene Talkessel ausgespült haben und den Menschen seit Alters her sehr gute Siedlungsmöglichkeiten bescherten.
    Die Steilwände der Prallhänge bieten mit ihrem Gemisch aus verschiedenen Sedimentgesteinen hervorragende Bedingungen für natürliche Höhlen oder die einfache Möglichkeit, diese künstlich zu erschaffen.
    Die Täler sind fruchtbar. Auf den flachen Ufern der Gleithänge gedeihen Gemüse und Obst. Ziegen, Schafe und Rinder grasen auf den satten Weiden. Die ländliche Idylle manifestiert sich schließlich in einem Museumsdorf mit restaurierten Bauernhäusern, in welchen wir speisten und nächtigten.
    Ein kleiner Spaziergang führte uns zu einem Kloster auf dem Bergrücken einer Flusshalbinsel, weitere Abstecher zu einem Museum und zu Resten alter Siedlungsanlagen, welche uns die wechselhafte Geschichte der Gegend vor Augen führten.
    Am späten Abend saß noch ein Teil der Gruppe zum fröhlichen Zechen bei Wein und Gespräch lange zusammen, um über Gott, die Welt und unsere Moldawien-Reise zu palavern.
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    Trip end
    October 12, 2024