Im Zug irgendwo in Afrika
13 januari, Gabon ⋅ ☁️ 25 °C
Alles, was ich an Kleidung finden konnte, trage ich an mir. Vier Hemden übereinander, eine Mütze, ein Schal über den Beinen. Es ist höllisch kalt.
Es ist Mitternacht. Der Zug steht seit einer Stunde. Der Grund lässt sich nicht herausfinden. Weit gekommen sind wir noch nicht. Gefühlt sind wir Gehgeschwindigkeit gefahren. Ein Eilzug ist es nicht.
Weil ich die Kälte in der teuersten Sitzplatzkategorie nicht aushalte, schlendere ich durch den Zug. Umso billiger es wird, um so wärmer wird es. Dann wieder ein Waggon, der genauso kalt ist wie unserer. Ein System gibt es also nicht. In einer geöffneten Tür schnappe ich warme Tropenluft auf. Ich gehe ein paar Schritte außerhalb des Zuges, um mich aufzuwärmen. Dann schlendere wieder durch die Gänge. Manche Reisende sind unter Decken mumifiziert oder ähneln im Schlaf einer Ganzkörperburka. Der Mensch darunter ist nur zu erahnen. Dann begegnen mir auf meinem Weg durch die Gänge wieder nackte Füße auf dem Boden oder Sitzen, bloße, unbedeckte Oberarme. Mich fröstelt es schon beim Hinsehen.
Neuerlich stehe ich in einer geöffneten Tür und strecke Kopf und Hände ins Freie, um mich ein wenig zu wärmen. Warmer Dampf steigt vom Boden auf und erinnert in seinem Duft, dass eben an dieser Stelle schon so manch menschliches Geschäft seinen Weg in den Boden fand. Es ist eine Mischung aus Sauna und Herrentoilette, wie ein Saunaaufguss auf dem Klosett oder eine Urinladung als Aufguss in der Sauna. Es ist nun zwischen Gestank und Kälte zu wählen. Wohlwissend, dass noch niemand erstunken aber schon so mancher erfroren ist, gehe ich zurück auf meinen Platz, lege das Tuch über meine Beine und stelle erleichtert fest, dass der Zug mit ein paar Rucklern wieder Fahrt aufnimmt.
Nun weiß ich auch, warum die Fahrtdauer für ca. 250 km etwa 9 Stunden betragen soll.
Das wären nun noch 4-5 Stunden. Ich bin skeptisch, dass wir das schaffen.
Wir schaffen es… gegen 5 Uhr erreichen wir den Bahnhof von Lopé. Nein, am Bahnsteig steigen wir natürlich nicht aus. Der ist noch weit entfernt. Wir springen ins Gleisbett. Mit Gepäck stolpern wir in der Dunkelheit und bei Regen über zwei weitere Gleise. Halleluja. Rein in den Jeep. Ab zur Lodge. Ich schmeiß mich auf das Bett im Bungalow mit dem Namen Ogooué und genieße genau eine Stunde Schlaf 😴
So geht Erholungsurlaub 😄Meer informatie










ReizigerErholung hast du nicht gebucht 🤷♀️🤣
Reiziger😄🙌
Reiziger😂