• Brazzaville - Stadtrundfahrt

    20 gennaio, Congo ⋅ ☁️ 26 °C

    Nach dem Frühstück im zum Hotel Brazza gehörenden Restaurant fahren wir zu einem entfernten Markt. Die Stimmung ist uns gegenüber distanziert. Fotografieren bitte nur, wenn man was kauft. Ich kaufe nichts und fotografiere nicht. Einem Kind schenke ich ein kleines Plüschtier. Normalerweise entlockt das jedem Kind ein Lächeln. Doch dieses Kind betrachtet den Stoffhasen wie eine Voodoo-Puppe, auf der ein Fluch lastet. Die Mutter ist mit der Gesamtsituation gleichfalls überfordert. Anstatt das Kind mit einem Lächeln abzuholen und etwas Nettes zu ihm zu sagen, starrt sie das Kind und dann wieder das Plüschtier an. Irgendwie haben die Menschen eine andere, eigene Welt des Zusammenseins entwickelt, in der es nicht vorkommt, dass man ein in einer Plastikfolie verpacktes Plüschtier bekommt. Sei‘s drum. Der Hase wurde zumindest nicht gleich auf dem benachbarten Müllhaufen am Straßenrand entsorgt. Wer weiß, ob der Hase sich dann nicht rächt. Soviel Risiko wollte man dann wieder auch nicht eingehen.
    Was New York einst hatte und Kuala Lumpur immer noch hat, kann auch Brazzaville bieten: Zwillingstürme.
    Diese bilden auf der einen Seite das Hilton-Hotel und auf der anderen Seite ein Büro- und Apartment-Haus. Im such drehenden Restaurant in der obersten Etage hat man einen großartigen Blick auf Brazzaville, auf den Kongo und nach Kinshasa. Im Erdgeschoss sind zahlreiche Gemälde ausgestellt. Ein durchaus lohnenswerter Besuch.
    Der Bahnhof von Brazzaville wird nur noch für den Güterverkehr genutzt. Der Schalterraum ist verweist. Wir schlendern herum und machen Fotos. Der Gendarmerie gefällt das auf Dauer nicht. Wir werden eingefangen und durch die Polizeistation nach draußen geschleust. Unsere beiden lokalen Reiseleiter bleiben hängen. Man möchte sie um einiges Geld erleichtern. Wenn sie nicht zahlen, müssen wir unsere Fotos wieder löschen. Sie zahlen nicht. Die bakschisch-enttäuschte Ordnungsmacht lässt sich jedes Smartphone und die Bilder zeigen und weist an, welche Fotos gelöscht werden sollen. Als der Kontrolletti bei mir ankam, hatte ich fast alle Fotos ausgeblendet.
    Ohne Bestechungsgeld aber im guten Gefühl , es uns heimgezahlt zu haben stapften die beiden Einfaltspinsel wieder davon und wir verschwanden im Bus. In Windeseile hatten alle ihre „gelöschten“ Fotos wiederhergestellt 🙂
    Wir besuchen zwei Kirchen. Die Sainte Anne Basilika weiß durch eine faszinierende Spitzbogenarchitektur zu beeindrucken.
    Das Programm führt uns zum Denkmal des Begründers der französischen Kolonie am Kongo. Monsieur Brazza. Die Unabhängigkeitsbrücke daneben gehört gleichfalls zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.
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