Jürgen Grieschat

Joined July 2019Living in: Pinneberg, Deutschland
  • Day16

    Rückkehr nach Jerewan

    October 13 in Armenia ⋅ 🌙 10 °C

    Das Ende unserer Reise durch Armenien naht. Noch einmal 250 Straßenkilometer sind es bis Jerewan. Nach einem kleinen morgendlichen Sonnenstrahl zieht es sich bei unserer Abfahrt aus Goris zu, es wird nebelig und frisch. Aber schon nach einer Weile reißt es auf. Spätestens nachdem wir durch eine karge Landschaft den 2.344 m hohen Worotan-Pass am monumentalen Tor von Syunik überquert haben, wird es zunehmend wärmer. Armenien ist hier nur 40 km breit zwischen der Grenze von Aserbaidschan und der seiner Exklave Nachitschewan. Die M2 führt hinunter nach und Vayk in die Schlucht von Jeghegnadsor.
    Wir machen noch einen Abstecher durch einen eindrucksvollen Canyon zur bedeutenden Klosteranlage von Noravank. Dann passieren wir das Weindorf Areni und fahren über die vielbefahrene M2 weiter zurück Richtung Hauptstadt Jerewan. Mit einem kleinen Schlenker cruisen wir auf der sichtlich schöneren Strecke über Vedi zur Klosteranlage von Khor Virap, immer den Berg Ararat im Blick. Die Besichtigung des Klosters sparen wir uns aber, denn an diesem Sonntagnachmittag ist es hier besonders voll. Außerdem wollen wir noch etwas Zeit in Jerewan haben. Wir bringen die Motorräder zurück und lassen und zum Hotel fahren. Dann packen unsere Sachen für den Rückflug und werden dann noch zum Abschiedsessen abgeholt. Sehr schön ist es, dass Arsens Mutter Susanne dabei ist, ebenso wie mein „alter“ Freund Vahe Galstyan. Ein großartiger Abschiedsabend von einer ganz besonderen Reise.
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day15

    1000 Kurven und mehr

    October 12 in Armenia ⋅ 🌧 12 °C

    Gleich bei der Ortsausfahrt von Kapan aus geht es los. Die Straße ist in nahezu hervorragendem Zustand und überhaupt nicht befahren. Bis wir an die Grenze zum Iran erreichen, kommen uns auf 80 Kilometer nur drei Autos entgegen. Das macht Spaß,mehr als in den überfüllten Alpen. Wir schwingen uns durch das Shikahogh-Reservat, es ist schon fast meditativ.
    Wir sind immer in Höhenlagen zwischen 700 und 2.400 m unterwegs. Laubwälder herrschen als Lebensraum vor. Wir machen einen Abstecher in den Platanen-/Ahorn Park bei Hand und passieren eine Brücke, über die die Seidenstraße führte. Im Grenzbereich zu Aserbeidschan stoßen wir auf Überbleibsel der Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern, bis hin zu Tafeln, die vor noch vorhandenen Landminen warnen.
    Durch das „goldene Tal“ erreichen wir den Aras, den Grenzfluss zum Iran. Eine merkwürdige Grenze. Vieles erinnert an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Vor allem der letze Streckenabschnitt ist vom Straßenbelag eine kleine Herausforderung, da sich hier alle Lastwagen durchquälen, die vom Iran nach Jerewan fahren. Neben einigen schönen Ausblicken sind aber besonders stark die menschlichen Eingriffe in die Natur zu sehen. Dann geht es über Kapan zurück nach Goris.
    Read more

  • Day14

    Armenien von oben

    October 11 in Armenia ⋅ 🌙 17 °C

    Nur gute 20 Kilometer sind es von Goris zur Wings of Tatev Seilbahn Station. Wir hatten uns vorgenommen, die Fahrt zum Kloster Tatew zweimal zu machen, einmal durch die Luft und einmal über die Straße. Die Anreise ist schon eindrucksvoll. Glücklicherweise ist es nicht sehr voll. Seit dem 16. Oktober 2010 ist das Kloster durch die Seilbahn Tatew über die Worotan-Schlucht mit dem Ort Halidsor verbunden. In elf Minuten können Besucher nun das ganze Jahr über das Kloster erreichen. Die Seilbahn ist mit 5.750 Metern die längste, in einer Sektion mit einem durchgehenden Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt. Also - hin und zurück. Anschließend gibt es das zweite eindrucksvolle Erlebnis über die Straße. Inzwischen ist bis auf wenige hundert Meter auch die letzte Strecke zum Kloster geteert. Mit Stopp im Tal an der Schlucht des Bazarcay sind es weitere eindrucksvolle 15 Kilometer. Wir lassen die Motorräder am Tatew Restaurant und sehen uns das Kloster auf der Felsnase an.
    Tatew ist ein im Jahr 895 gegründetes armenisch-apostolisches Kloster, das im 9. Jahrhundert am Ort eines alten Heiligtums erbaut worden ist. In vielerlei Hinsicht eindrucksvoll.
    Nach einem wunderbaren Mittagessen fahren wir auf einer wenig befahrenen Erdstraße um das Kloster herum und erreichen durch verschiedene Bergdörfer die Bergbaustadt Kapan.
    Read more

  • Day13

    Aktuell und prähistorisch, Armenien live

    October 10 in Armenia ⋅ ⛅ 11 °C

    In unmittelbarer Nähe des Kurortes Dschermuk / Jermuk befindet sich der Berg Amulsar, an dem das Konsortium Lydian International Gold, Uran und verschiedene andere Metalle gefunden hat. Es erwirkte von der letzten Regierung Armeniens eine Genehmigung für für eine Goldmine. Gegen den Abbau hat sich vor Ort und im ganzen Land eine große Bürgerbewegung von Einheimischen und Umweltaktivisten gebildet, die seit Mitte letzten Jahres die Zufahrt zur Mine blockiert, um ihren Auf- und Abbau zu verhindern. Das Minengebiet befindet sich über einem Tunnel, der sowohl den Sevan-See als auch Jerewan mit Wasser versorgt. Wissenschaftler haben gewarnt, dass Abwässer aus der Mine in den See eindringen und das armenische Wassersystem gefährden würden. Gegner der Mine behaupten zudem, der Staub vom Bau würde Besucher davon abhalten, nach Dschermuk zur Kur zu fahren. Außerdem hätte er schon Ernten und Weiden beeinflusst. Seit Baubeginn würden Rinder sich weigern, Trinkwasser aus den Bächen des Berges zu trinken, was sich auf die Lebensgrundlage der Bevölkerung auswirkt.
    Bei den Protesten gab es Auseinandersetzungen mit der Polizei, die angeblich Lydian die freie Durchfahrt zum Minengelände sichern sollte. Daran waren mein Freund Artur und sein Bruder beteiligt und hatten deswegen heute eine gerichtliche Anhörung. Mal sehen, wie das ausgeht.
    In Dschermuk spazieren wir zu den Kuranlagen und sehen uns den größten Wasserfall Armeniens an. Dann fahren wir mit interessanten Begegnungen weiter nach „Karahunj“, dem „armenischen Stonehenge“. Karahunj, die Steine mit Stimmen, ist ein Höhepunkt unserer Reise durch Armenien. Es gibt einen Kreis aus mächtigen Steinen, die Landschaft ist atemberaubend, nichts behindert den Ausblick.
    Der Name Karahunj weist zumindest sprachlich auf Zusammenhänge mit Stonehenge hin. Kar bedeutet Stein auf Armenisch und Hunj ist vom Klang her dem henge sehr ähnlich und hat im Englischen keine Bedeutung. Auf dem Gebiet von sieben Hektar stehen 223 große vertikale Steine, einige mit Löchern im oberen Bereich. Es wird angenommen, die Anlage datiere auf das 1. bzw. 2. Jahrtausend vor Christus, vielleicht sogar auf das 6. Jahrtausend v. Chr. Damit wäre es 3.500 Jahre vor Stonehenge entstanden. Hier konnten Beobachtungen der Sonne, des Mondes und der Sterne ausgeführt werden.
    Östlich von Goris gibt es beim Dorf Khndzoresk bizarre Felsformationen und zahlreichen Höhlen. Die letzten Höhlenbewohner verließen ihre Behausungen in den 1980-er Jahren. Während des Konflikts um Bergkarabach Anfang der 1990-er Jahre flüchteten die Bewohner des neuen Dorfes in die Höhlen, um sich vor Artilleriebeschuss zu schützen. Heute ist die Anlage eine Besucherattraktion, die meisten stehen aber leer. Zur Übernachtung fahren wir nach Goris.
    Read more

  • Day12

    Zu den bekanntesten Wasser Armeniens

    October 9 in Armenia ⋅ ⛅ 8 °C

    Wir fahren auf der alten Straße über einen Pass weiter nach Süden durch das Molokotendorf Semyonovka und sehen gleich danach auf den 1.900 m hoch gelegenen Sewan-See, den wir an seinem nordwestlichen Ende auf der alten Uferstraße passieren. Dabei wird uns deutlich, was der Eingriff in die Natur während der Zeit als sowjetische Republik hier bewirkt hat. Durch Wasserentnahme zur Landgewinnung und für hydroelektrische Projekte ging die Fläche von 1.262 km² auf 940 km² zurück. Im Vergleich dazu hat der Bodensee 571,5 km², mit großen Folgen für Flora und Fauna. Heute versucht man das ein wenig zu korrigieren. Unweit des Sees liegt der Friedhof von Noratus, ein mittelalterliches Gräberfeld. Mit seinen rund 900 Kreuzsteinen beherbergt er seit der Zerstörung des Friedhofes Culfa in Nachitschewan / Azerbaijan das weltweit größte Chatschkarenfeld. Viele Legenden ranken sich um ihn, unter anderem wird einigen von ihnen bis heute heilende oder schützende Wirkung nachgesagt. Alte Frauen bieten geschäftstüchtig am und auf dem Friedhof die verschiedensten Strickwaren an.
    Über den 2.410 m hohen Sulema-Pass erreichen wir die Selim Karawanserei, die im Mittelalter eine von vielen Übernachtungsplätzen für Karawanen waren, die über die Seidenstraße zogen, beladen mit Waren, die für die Märkte in Europa und im Orient bestimmt waren.
    1.200 m tiefer im Tal des Arpa bei der Stadt Jeghegnadsor wird es wieder deutlich wärmer. 29° C zeigt ein lokales Thermometer an. Dann zweigen wir zur Übernachtung nach Dschermuk ab. In der landschaftlich reizvollen Gegend gibt es viele Thermalquellen. Deshalb wurde Dschermuk zu Sowjetzeiten zu einem bekannten Kurort ausgebaut und wird als solcher noch heute genutzt.
    Read more

  • Day11

    Die Dilidschan Runde

    October 8 in Armenia ⋅ 🌙 17 °C

    Aus unserem Waldhotel geht es nach Süden. Die Hauptstrecke M3 hat man inzwischen mit einem Tunnel durch den Berg geführt, aber wir ziehen die alte Passstraße vor. Sie wird allerdings nicht mehr gepflegt, dafür ist die Aussicht grandios. Ab Wanadsor, der Hauptstadt der Provinz Lori, ist die Strecke nach Dilidschan eine staubige Baustelle. Unterhalb der Straße liegt die Dörfer Lermontovo und Fioletovo, die Mitte des 19. Jahrhunderts von spirituellen Christen aus Russland besiedelt wurden. Sie werden Molokanen genannt, „Milchtrinker“, weil sie an den Fastentagen nur Milch zu sich nehmen. Sie lassen nur die Bibel für ihre Lebensführung gelten. In Dilidschan trennen wir uns für kurze Zeit. Drei fahren mit Vahe auf der ursprünglich geplanten Route und besuchen die Klöster Goshavank und Haghartsin sowie den Parz- See, während Jens, Arsen und ich noch eine ganz besondere „off-Road“-Runde über Berge und durch Schluchten rund um den Mount Miapor drehen. Ohne uns dazu verabredet zu haben, treffen wir zur selben Zeit am Hotel ein. Es besteht aus einem Gebäudeensemble an einer der alten Straßen Dilidschan. Etwas später fahren wir dann zu einem Restaurant, dessen Spezialität Schweinefleisch ist.Read more

  • Day10

    Zurück nach Armenien

    October 7 in Armenia ⋅ ⛅ 13 °C

    Von Tiflis aus fahren wir zurück nach Armenien in die Provinz Lori. Wieder kommen wir später los, denn nur selten gibt es vor 9 Uhr Frühstück. Dafür läuft der Grenzübertritt ausgesprochen zügig und entspannt, nach einer dreiviertel Stunde sind wir in Armenien.
    Es wäre noch schneller gewesen, hätten Vahe und Arsen nicht noch bei der Ausreise aus Georgien ihre Strafen für das Überqueren von durchgezogenen Linien bezahlen müssen.
    Wir folgen den Fluss Debed Richtung Alaverdi mit einem Stopp am Kloster Haghpat, das aus dem 10. Jahrhundert stammt. Dort haben wir auch wieder eine Gelegenheit zu einer Mittagspause. Weiter geht es durch die Stadt Sanahin zum dortigen Kloster, das im Mittelalter ein bedeutendes Ausbildungs- und Kirchenzentrum war. In der Nähe ist auch das Mikoyan Museum, denn Sanahin ist der Geburtsort der zwei bekannten Brüder Mikojan: Artjom Iwanowitsch Mikojan war ein bekannter Flugzeugkonstrukteur und einer der Väter der MiG und sein älterer Bruder Anastas Hovhannessi war der Politiker mit der längsten Karriere im Politbüro der KPdSU. Er hatte beginnend bei Lenin unter Stalin und Chruschtschow verschiedene Ministerposten inne und war auch in der Ära Breschnew 1964 bis 1965 als Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets Staatsoberhaupt der Sowjetunion. Über traumhafte Straßen geht es zur mittelalterlichen Festung Lori Berd, die an einer tiefen Schlucht liegt, die weiträumig das Gelände durchschneidet. Weiter anschließend zum Sochut Resort Stepanavan am Baumpark von Gyulagarak, eine interessante Anlage noch aus sowjetischer Zeit.
    Read more

  • Day4

    Rund um den Aragaz

    October 1 in Armenia ⋅ ☀️ 7 °C

    Das erste Highlight des Tages ist das „Denkmal des Armenischen Alphabets“. Der Skulpturenpark ist dem 1600-jährigen Jubiläum der der armenischen Schrift gewidmet und wurde vom Architekten Dschim Trosjan im Jahre 2005 entworfen und errichtet. Es zeigt die 39 armenischen Buchstaben, die man seit dem Jahre 405/406 verwendet. Das Alphabet wurde von Mesrop Maschtoz entwickelt, um die Bibel für die Armenier lesbar zu machen und das Christentum in Armenien zu verbreiten. Ursprünglich bestand das Alphabet aus 36 Buchstaben, die dann im Mittelalter ergänzt wurden. Leider wurde in dem Bereich ein schmiedeeisernes Kreuz aufgestellt und es sollte eine Kirche gebaut werden, von der aber nur die Fragmente stehen. Das wirkt sehr störend.
    Unweit davon besuchen wir anschließend das „Psalmenkloster“ Saghmosavank am Westrand der eindrucksvollen Schlucht des Kassagh. Viele interessante Geschichten ranken sich um das Kloster und seine Bedeutung. Mehrfach richteten Erdbeben schwere Schäden an, immer wieder wurde das Kloster restauriert, zuletzt nach dem schweren Erdbeben von 1988.
    Weiter nördlich gelangen wir nach Aparan an der Ostseite des Aragaz. Die Stadt hat 6.500 Einwohner armenischer und kurdischer Nationalität. Während des Völkermordes im Osmanischen Reich an den Armeniern 1915 suchten hier viele Armenier Zuflucht. Im Mai 1918 war die Stadt auch Schauplatz der siegreichen Schlacht der Streitkräfte der Demokratischen Republik Armenien gegen die auf Jerewan vorrückende türkische Armee.
    Im Zentrum Aparans halten wir bei einer Großbäckerei, beobachteten die Bäcker, wie sie im Minutentakt überaus sportlich sich kopfüber in den traditionellen Ofen vorbeugen, um den Brotteig an die heiße Tonwand des Ofens zu kleben und wieder abzunehmen und probieren die Brote anschließend auch. Der Ort gilt als die Hochburg der „Schildbürger“ Armeniens.
    14 Kilometer nördlich von Aparan zweigt eine Nebenstraße auf der Hochebene von Tsaghkahovit ab, die nach Westen bis Gjumri führt. Hier liegen eine Reihe von Dörfern der jesidischen Minderheit Armeniens. Die Gehöfte bestehen meist aus eingeschossigen, mit Wellblech gedeckten Wohnhäusern, gemauerten Viehställen und Bretterschuppen. Für die Wintermonate werden Heuballen als Viehfutter und Kuhfladen als Heizmaterial hoch aufgetürmt. Das dünn besiedelte Hochland wird hauptsächlich als Weideland für Schafe und Rinder genutzt. Auf großen Feldern werden Kartoffeln, Mais und Weißkraut angebaut.
    Dann erreichen wir Gyumri, mit knapp 117.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Armeniens. Im Kaiserreich Russland hieß die Stadt Alexandropol, anschließend wurde sie nach Wladimir Iljitsch Lenin benannt, hieß dann Leninakan und von 1991-1992 Kumajri. Die heutige Stadt entstand bei einer 1837 gegründeten russischen Festung.
    Am 7. Dezember 1988 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region Lori im Norden der Armenischen SSR, bei dem 25.000 Menschen ums Leben kamen. Vor allem die Hochhäuser aus sowjetischer Zeit brachen dabei zusammen und forderten viele Opfer. Neben der Stadt Spitak, die nahezu vollständig zerstört wurde, wurden Leninakan/Gjumri und Kirowakan/Wanadsor sowie viele umliegende Dörfer schwer beschädigt.
    Viele Länder beteiligten sich am Wiederauf der Orte. Dies spiegelt sich in der vielfältigen Architektur der Neubauten wider, die zum Teil typische Züge der Architektur der Länder aufweist, die daran beteiligt waren. Wir machen einen Spaziergang durch die interessante Altstadt und haben zum Abschluss des Tages wieder ein großartiges Abendessen!
    Read more

  • Day3

    Garni, Geghard und der Vulkan Aragaz

    September 30 in Armenia ⋅ 🌙 15 °C

    3. Tag
    Wie verabredet sind Arsen und Vahe um 8 Uhr am Hotel, um uns abzuholen. Wir werden zu ihrer Garage gebracht und erledigen die notwendigen Formalitäten.
    Eine kurze Einweisung, ein Blick auf die zu fahrende Strecken an und nach nur einer Stunde sind wir in Jerewan unterwegs. Das Fahren in der Stadt ist ein erstes Erlebnis. Aber schon bald sind wir außerhalb und erreichen die Tempelanlage von Garni. Sie besteht aus einem griechischen Tempel, der einzige dieser Art in Armenien und aus Bäder im römischen Stil. Umfasst wird die Tempelanlage oberhalb einer tiefen Schlucht von zyklopischen Mauern, die die königliche Sommerresidenz umschlossen. Sie wurden schon im 3. Jahrtausend vor Christus errichtet. Fast jeder, der Armenien touristisch besucht, kommt auch nach Garni.

    Gleich gut besucht wird auch das Kloster Geghard, das noch heute als ein kulturelles und geistiges Zentrum in Armenien angesehen wird. Seit dem Jahr 2000 gehört das Höhlenkloster Geghard zum Weltkulturerbe der UNESCO.
    Der ungekürzte Name Geghardavank bedeutet „Kloster zur Heiligen Lanze“. Hier wurde eine Reliquie aufbewahrt, mit der Jesus Christus während der Kreuzigung durchbohrt wurde. Heute befindet sich die Lanze in dem Museum der Hauptkirche Armeniens in Etschmiadsin. Die Ansammlung der Kirchen in Geghard, die größtenteils aus hartem Fels in den Berg getrieben wurden, gilt als architektonisches Wunder. Auch eine Reihe von Chatschkaren, die armenischen Kreuzsteine, sind hier zu sehen.
    Wir müssen die Strecke wieder zurückfahren, denn Garni und das Kloster Geghard liegen in einer Sackgasse. Also noch einmal das Abenteuer Verkehr in Jerewan. Unser Ziel ist der Kari Lich, der „versteinerte See, der sich am Vulkan Aragaz auf 3.200 m Höhe unterhalb des Gipfels. Auf dem Weg dorthin stoppen wir am Kloster Tegher das festungsartig beim gleichnamigen Dorfes in 1700 m Höhe am Rande eines Canyons liegt. Besonders der Blick von oben in die Landschaft ist lohnenswert. Das Kloster überlebte auch diverse Angriffe der Mongolen. Die alte Umfassungsmauer ist an vielen Stellen noch deutlich erkennbar. Wir fahren weiter zur Burg Amberd, der „Burg in den Wolken“. Sie war eine der mittelalterlichen Hauptstädte Armeniens und befindet sich in 2.300 m Höhe am Südhang des Aragaz. Oben am Kari Lich gibt es eine Beobachtungsstation des Physikalischen Instituts Jerewan zur Erforschung kosmischer Teilchen, im Moment verlassen. Dann geht es wieder abwärts nach Bjurakan zu unserem Hotel. Unterwegs haben wir immer wieder gute Ausblicke auf den heiligen Berg Ararat, auf dem der Überlieferung nach Noah mit seiner Arche gelandet sein soll. Er ist allerdings auf Grund der türkischen Politik gegenüber den Armeniern für diese nahezu unerreichbar.
    Read more

  • Day2

    Wo ist Radio Eriwan?

    September 29 in Armenia ⋅ 🌙 18 °C

    Morgens um vier Ankunft in Jerewan. Man mag es kaum glauben, aber vor der Zollkontrolle ist es mehr als voll. Es dauert über eine Stunde, bis wir durch sind. Aber ohne Probleme und inzwischen ohne Visum. Arsen wartet über zwei Stunden auf uns - geduldig. Dann bringt er uns mit unserem Gepäck ins Hotel. Ein Willkommensbier, dann ab ins Bett, nochmal eine Mütze voll Schlaf nehmen. Um neun Uhr sind wir fast alle beim Frühstück, werfen noch einen Blick auf das großartige Wetter draußen, machen noch ein kleines Nickerchen, bevor wir uns um 12 Uhr zu einer Stadtrundfahrt zu einigen Highlights der armenischen Hauptstadt treffen. Die am Fluss Hrasdan gelegene armenische Hauptstadt Eriwan wurde vor etwa 2.800 Jahren gegründet und zählt mithin zu den ältesten Städten der Welt. Leider wurden große Teile der Altstadt in den dreißiger Jahren abgerissen. Die neuen Gebäude sind meist in dem für Armenien typischen braun-rosafarbenen Tuffstein erbaut. Als erstes fahren wir zum Genozid-Denkmal für die Opfer des Völkermords von 1915.
    Der Denkmalkomplex erinnert an die 1,5 Mio. Opfer des Völkermords von 1915, den die Türkei zu verantworten hatte. Er liegt auf dem Eriwaner Hügel Zizernakaberd, der „Schwalbenfestung“. Wir bekommen eine sehr eindrucksvolle Führung. Das gilt genau so für das Matenadaran. Das Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Manuskripte, kurz Matenadaran ist das Zentralarchiv für alte armenische Handschriften in Jerewan. Seit 1962 ist es nach dem Heiligen Mesrop Maschtoz benannt, dem Entwickler des armenischen Alphabets. Das Gebäude in der Stadtmitte beherbergt eine Sammlung der ältesten Manuskripte der Welt, über 17.000 Handschriften. Wir essen mit gutem Ausblick zu Mittag, spazieren noch durch die Stadt, bis wir uns nach einem hervorragenden Abendessen - schon wieder eine Schlemmertour! - noch etwas vom Nachtleben in Jerewan mitbekommen.
    Read more

Never miss updates of Jürgen Grieschat with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android