Paraty - kleines Portugal
Mar 18–21, 2025 in Brazil ⋅ ☁️ 22 °C
Paraty – unser letzter Zwischenstopp vor Rio de Janeiro. Die drei gebuchten Nächte hätten dann aber auch noch ein bisschen länger sein können. Paraty und ein sehr süßes Hostel mit eigener Küche hat uns überzeugt ☺️.
Die Architektur in Paraty ist typisch portugiesisch-kolonial: schlichte, weiße Häuser mit bunten Fensterläden und schweren Holztüren. Auffällig: Die Fenster im Erdgeschoss sind oft vergittert – Schutz vor Piraten und Dieben. Das hat uns der Guide der altbekannten Free Walking Tour am ersten Abend erzählt 😇
Auch, dass die Stadt schon 1667 gegründet wurde und im 18. Jahrhundert ein wichtiger Hafen für den Gold-Export aus dem Hinterland war.
Das Zentrum ist heute autofrei und komplett erhalten. Kein Wunder, dass Paraty als UNESCO-Weltkulturerbe gilt ☺️
Die Altstadt hat uns sehr an Portugal erinnert, es gibt ganz viele alte Lagerhäuser, kleine Cafés und Kunstgalerien, Hostels und Boutiquen. Selbst die Einheimischen gehen nur langsam und mit dem Blick nach unten gerichtet durch die Gassen, denn die gepflasterten Straßen sind noch orginal aus der Kolonialzeit, uneben und deswegen jederzeit eine Stolpergefahr.
Trotz des vielen Tourismus wirkt Paraty aber nicht überlaufen oder künstlich. Vielleicht, weil die Stadt viel Wert auf Nachhaltigkeit und den Schutz des historischen Erbes legt.
Was uns allerdings nachdenklich gemacht hat, ist der "dunkle Part der Stadt", nämlich der der Sklaverei. Im 17. und 18. Jahrhundert war Paraty ein wichtiger Umschlagplatz für versklavte Menschen, die aus Afrika nach Brasilien gebracht wurden. Sie mussten hier u.a. den „Caminho do Ouro“ (den Goldweg nach Rio) bauen: Der Weg um das Gold aus den Minen im Hinterland von Minas Gerais auf Maultierrücken über 1.200 Kilometer quer durch den Atlantischen Regenwald bis nach Paraty zu transportieren.
Von hier aus ging es weiter per Schiff nach Portugal.
Dieser Weg wurde von den Sklav*innen durch Dschungel, über Berge und Flüsse gebaut – alles in Handarbeit, unter brutalsten Bedingungen.
Viele dieser Menschen wurden außerdem in den Goldminen eingesetzt oder arbeiteten direkt in Paraty: als Hafenarbeiter*innen, in den Zuckerrohrmühlen oder als Hausangestellte in den prächtigen Kolonialvillen der reichen Familien.
Uns wird klar: Auch hier wird dieser dunkle Part der Geschichte wird oft nur ungern offen erzählt...
Die Tage in Paraty haben wir mit einem wunderbaren Kanuuuten Ausflug rund um Paraty, ein bisschen Strand und ein bisschen wandern (rund um Trindade) verbracht.
Trindade ist ein kleines "Hippie-Dorf" ungefähr 40 Minuten mit dem Bus von Paraty entfernt und bekannt für seine Strände - und für die „Piscina Natural do Cachadaço“ (ein natürlicher Pool zwischen Felsen, direkt am Meer).
"Da kann ja jeder hin" (siehe Foto 😁), dachten sich die beiden,.deshalb ging es für Benno und Mona ein bisschen weiter durch den Dschungel von Trindade zu einem wunderbaren Aussichtspunkt. Dschungel hat sich gelohnt - sagt auch Benno 😉
Für uns geht's in einer kurzen Busfahrt (nur 5 Stunden! 😁) jetzt weiter nach Rio. Unserem letzten Stop 🥹Read more






















TravelerGrias euch, immer wieder schöne Bilder und Berichte von eurer Reise, langsam geht es dem Endziel entgegen. Wir freuen uns wenn wir euch wieder sehen . Liebe Grüße 😘