• Aussicht mit Boxershort 🤭😂

    September 28 in Spain ⋅ ☁️ 21 °C

    Gestern hieß die Ansage vom Arzt noch: trocken halten. Heute hat mir das Wetter gezeigt, wie ernst das gemeint ist.

    Die frisch gewaschene Wäsche ist über Nacht nicht trocken geworden. Alles war klamm, sogar die Merino-Unterwäsche, der ich eigentlich alles zugetraut hätte. Die Waschküche war zwar offen, aber viel zu feucht. Und draußen ist es auch nicht besser, das Meer liegt gleich nebenan und sorgt für reichlich Luftfeuchtigkeit.

    Rund 10 km bin ich heute schon gelaufen. Jetzt brauche ich erst mal einen Rastplatz, auch um mich zu sortieren und zu überlegen, wie es weitergeht. Am besten einen mit Sonne.

    Die Route habe ich heute ganz bewusst gewählt: lieber einfach als schön. Keine spektakulären Pfade und keine Aussichtspunkte, dafür möglichst wenig Auf und Ab. Mit der Wunde zwischen den Zehen zählt gerade jeder Schritt, der nicht wehtut.

    In Comillas bin ich fündig geworden. Ein schöner Platz mit Ausblick, und keine fünf Minuten später hing meine komplette Wäsche am Geländer. Den Blick habe ich damit wohl etwas verschandelt. Egal. Die Socken trocknen, die Füße dürfen raus, und die Wunde bekommt einen frischen Verband und dazu eine Portion Sonne und frische Luft. Das hatten wir schon einmal, auf dem Balkon in der Pension: Sonne trocknet und desinfiziert gleich mit.

    Jetzt sitze ich hier und überlege, ob ich bleibe oder noch ein Stück weitergehe.

    Außerdem halte ich Ausschau nach einem Schuhgeschäft. Ich brauche Sandalen, damit die Wunde zwischendurch Luft bekommt. Flip-Flops sind mir zu gefährlich.
    In Portugalete war ich noch stolz auf meinen ersten Ausflug in Flip-Flops mit Zehensocken. Aber zum Laufen würde ich mir mit dem Riemen zwischen den Zehen nur die nächste Baustelle aufmachen, und die Stelle ist ohnehin schon angeschlagen.

    Die Zehendocken sind aufgrund der Wunde aktuell sowieso unpassend.
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