15 € – Lächeln nicht inklusive
4 hours ago in Spain ⋅ ☁️ 20 °C
Um ca. 7:10 Uhr bin ich losgegangen – mit Taschenlampe, denn um diese Zeit ist es hier noch stockdunkel. Die ersten Wegweiser habe ich im Lichtkegel gesucht.
Dann kam der Tag – und der Regen, der seit Tagen angekündigt war, hat es sich inzwischen anders überlegt. Gutes Wanderwetter also – und 23 km trockenen Fußes. Zur Erinnerung: Am ersten Tag in Bilbao hat mich der Regen noch in eine Krankenhaus-Cafeteria getrieben. Heute führte der Camino sogar einmal direkt über einen Sandstrand. Schöne Ecken gab es unterwegs reichlich.
Ein kleines Frühstück am Meer war auch drin: geröstetes Brot, mit Olivenöl bestrichen, Tomate obendrauf. Einfach – und richtig lecker.
Held des Tages: meine Sandalen. Sie haben mir heute die Strecke gerettet – und vielleicht auch den zweiten Zeh am linken Fuß. Der ist bei mir der längste und stößt deshalb als Erster vorne an der Socke an, vor allem bergab scheinen sich die Socken zur Verse hin zu bewegen. Der Nagel sieht inzwischen verdächtig blass aus und meldet sich deutlich, wenn man drankommt. Also: Sandalen an, Druck weg. Zumindest kann man sehr leicht vorne die Socken ziehen, so dass die Zehen wieder mehr Platz haben.
Hier ist alles sehr rustikal. Die Betten stammen gefühlt aus dem letzten Jahrhundert und sind gerade mal 1,80 m lang. Ausstrecken ist nicht. Das Ganze erinnert an eine Berghütte, in der nur das Nötigste gemacht wird. Die Lage am Hang ist allerdings wirklich schön.
Nur: Weit und breit gibt es nichts. Kein Laden, kein Restaurant. Stattdessen ein paar Automaten, bei denen man nicht sicher sagen kann, wer älter ist – die Automaten oder ihr Inhalt. Einer erinnert mich an die Kaugummiautomaten aus meiner Kindheit. Die Dosen darin haben schon angefangen zu rosten. 🤷🤯
Norbert meinte bei einer der ersten Herbergen, das habe den Charme der Bundeswehr. Diese hier wäre beim Bund vermutlich schon an der Stubenabnahme gescheitert.
Aber – und das ist auf dem Camino das entscheidende Aber: Diese Herberge hat noch freie Betten. Die andere, mit den deutlich besseren Bewertungen, ist seit Tagen ausgebucht. Seit Hazas weiß ich, wie sich eine verschlossene Tür nach einem langen Wandertag anfühlt. Da nehme ich den mürrischen Herrn gern in Kauf.
Und der Preis: 15 €. Damit kann ich die Mehrkosten der letzten Tage ein bisschen ausgleichen. Die Bilanz stimmt also – zumindest die finanzielle. 😉Read more






















Traveler
Ist jemand mit Hund 🐕 unterwegs?
TravelerGibt es tatsächlich. Habe ich schon gesehen. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich Lucky mitgenommen 😅
TravelerJa, genau. Nicht mal bei diesen einfachen Unterkunft darf ein Hund rein. Da hättest du mehrere geschlossene Türe gesehen. 🤪