• Zeitreise

    13 marzo, Indonesia ⋅ ☁️ 28 °C

    Ich stehe hier an einem Ort, der schon in den Logbüchern der Antike auftauchte, lange bevor die meisten modernen Weltmächte überhaupt existierten.
    ​Makam Mahligai: Stumme Zeugen einer Weltmacht am Rande Sumatras
    ​Ich besuche heute das Makam Mahligai in Barus, inmitten einer Gräberlandschaft, deren Bedeutung weit über die heutige Zeit hinausreicht. Es ist ein beeindruckendes Gefühl, zwischen Grabsteinen zu wandern, die teilweise bis ins 7. Jahrhundert zurückdatieren. Damit ist dieser Ort der eigentliche „Nullpunkt“ der islamischen Geschichte in Indonesien – hier siedelten arabische Händler und Gelehrte bereits zu einer Zeit, als die großen Reiche auf Java noch gar nicht existierten.
    ​Beim Betrachten der alten Inschriften wird einem die einstige globale Bedeutung dieses Ortes bewusst. Barus war jahrhundertelang ein Zentrum der damals bekannten Welt, berühmt für das „Weiße Gold“, den Kampfer. Dieser war so begehrt, dass er mit Gold aufgewogen wurde und sogar den Weg in die Grabkammern der ägyptischen Pharaonen fand.
    ​Man spürt förmlich die Geschichte dieses einstigen Schmelztiegels, an dem Perser, Araber, Inder und Chinesen aufeinandertrafen. Dass Geographen wie Ptolemäus oder Seefahrer wie Marco Polo diesen Flecken Erde in ihren Schriften verewigten, zeigt, wie vernetzt dieser Friedhof und der dazugehörige Hafen mit der Weltgeschichte waren. Ein Spaziergang über dieses Feld ist für mich wie eine Zeitreise zu den tiefsten Wurzeln der indonesischen Zivilisation.
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